wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Buntzecken sind gut am marmorierten Rückenschild zu erkennen.

Zecken: Exotische Arten auf dem Vormarsch in Deutschland - Warnung an Hundebesitzer

Von News Team - Montag, 13.05.2019 - 17:55 Uhr

Eine in Deutschland neue Zeckenart alarmiert Hundebesitzer: Im Raum Hannover wurde dieses Jahr erstmals die Buntzecke nachgewiesen, die auch unter dem Namen Auwaldzecke bekannt ist, teilte die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mit.

Die Zecken mit den marmorierten Rückenschild sind vor allem für Hunde gefährlich, da sie Krankheiten wie Hundebabesiose (Hundemalaria) übertragen können, warnen die Tiermediziner.

Auch interessant:

Zecken-Alarm - Borreliose und FSME-Fälle nehmen zu - Das solltet ihr jetzt wissen


Dabei gelangt durch den Zeckenstich ein winzig kleiner Parasit in das Blut der Hunde und zerstört ihre roten Blutkörperchen. Die Folge: Organe und Gewebe der Vierbeiner können nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden - betroffene Hunde haben häufig Fieber und sind geschwächt. Um sie von der Krankheit zu heilen, sei eine "intensive Therapie nötig", heißt es. In einigen Fällen könne Hundebabesiose sogar tödlich verlaufen.

Hundebesitzer sollten daher besonders aufmerksam sein und viel Wert auf einen wirksamen Zeckenschutz legen

so die Tiermediziner.

Die Buntzecke ist nicht die einzige neue Zeckenart, die in Deutschland auf dem Vormarsch ist: Bereits im vergangenen Jahr seien hier vermehrt Zecken der Gattung Hyalomma aufgetreten, die hierzulande normalerweise nicht vorkommen, so das TiHo. Im warmen Sommer 2018 wurden die auffällig großen Zecken, die gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen sind, besonders häufig bei Pferden gefunden.

Hyalomma-Arten können unter anderem das Krim-Kongo-Virus sowie Bakterien der Gattung Rickettsia übertragen. Beide Erreger können beim Menschen schwere fieberhafte Erkrankungen auslösen.

Hyalomma-Zecken sind auffällig groß und gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen.
Institut für Parasitologie, TiHo HannoverHyalomma-Zecken sind auffällig groß und gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen.

Die Wissenschaftler befürchten, dass mit den Zecken auch Krim-Kongo-Viren eingeschleppt werden. Bislang kommen sie in Afrika, auf dem Balkan, im Mittleren Osten und in Asien vor. Die exotischen Arten können über Zugvögel nach Deutschland gelangen.

Jetzt möchte das Institut für Parasitologie TiHo in einem Forschungsprojekt untersuchen, wie verbreitet die verschiedenen Zeckenarten bereits sind - und ob sie Infektionserreger in sich tragen.
Im Video:

Zeckenalarm in Deutschland: Wo die größte Gefahr droht


Dafür bitten die Wissenschaftler um Mithilfe aus der Bevölkerung: „Wir bitten für unser Forschungsprojekt darum, uns Hyalomma- oder Auwald-Zecken mit Angabe des Fundortes zuzusenden", so Institutsleiterin Professorin Dr. Christina Strube.

Forscher bitten um Mithilfe

Der Fundort kann entweder mit der Postleitzahl oder mit GPS-Daten angegeben werden. "Falls die Zecken auf einem Tier gefunden wurden, bitten wir auch darum, uns die Tierart zu nennen", so die Professorin.

Die Zecken sollen per Post geschickt werden an: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Parasitologie, Professorin Christina Strube, Bünteweg 17, 30559 Hannover.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren