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Einige Medikamente werden in Apotheken knapp.

Lieferengpässe bei Ibuprofen, Antidepressiver und Epilepsie-Medikament - Apotheker in großer Sorge

Von News Team - Donnerstag, 23.05.2019 - 17:20 Uhr

Derzeit kommt es wieder vermehrt zu Lieferengpässen bei bestimmten Medikamenten in Apotheken. Wie der Apothekerverband auf seiner Homepage schreibt, sind davon besonders Arzneimittel betroffen, mit denen Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt werden.

Liste mit Engpässen ist 200 Zeilen lang

Doch nicht nur sie fehlen derzeit in Apotheken, auch das Schmerzmittel Ibuprofen in einer hohen Dosierung, Tropfen gegen Augeninnendruck, Antidepressiver und Mittel gegen Epilepsie sind von dem Engpass betroffen. Die Liste, in der das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aktuelle Lieferengpässe aufführt, ist derzeit rund 200 Zeilen lang.

Patienten müssen erneut zum Arzt für alternatives Medikament

Wie der Apothekerverband mitteilt, kann der Lieferausfall in den meisten Fällen durch andere Prägerate überbrückt werden. Wie Elke Balkau, Apothekerin in Tecklenburg erzählt, müssen die Kunden dafür erneut zum Arzt, damit dieser ein ähnliches Medikament verschreiben kann. Auf der Internetseite heißt es:

„Das kostet uns Zeit, weil wir viel erklären müssen, ist aber vor allem für die Patienten äußerst ärgerlich – und manchmal auch riskant“, warnt Elke Balkau. „Bei Patienten, die mehrere Arzneimittel zugleich einnehmen müssen, besteht die Gefahr, dass sie das neue, ungewohnte Präparat mit einem ihrer anderen Mittel verwechseln und zur falschen Tageszeit oder in der falschen Dosierung einnehmen“, so die Apothekerin.

Präparate fehlen in lebensbedrohlichen Situationen

Kunden werden durch diese Vorgehensweise verschreckt und verunsichert. Einige von ihnen brechen die Therapie dann gleich grundsätzlich ab. Gefährlich wird es für Kunden, wenn ein Präparat in einer lebensbedrohlichen Situation fehlt. Dies war zum Beispiel im vergangenen Sommer bei einem Mittel für Insektengift-Allergiker der Fall, um einen anaphylaktischen Schock zu behandeln.

Grund für Engpass ist Spardruck

Dr. Klaus Michels, der Vorstandsvorsitzender des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe erklärt: „Der Grund für den Engpass ist der Spardruck im Gesundheitswesen.“ Für einige versorgungsrelevanten Wirkstoffe gibt es mittlerweile nur noch zwei große Hersteller. Fällt einer von ihnen aus, kommt es schnell zu Engpässen. Für die Pharmaunternehmen ist es dann lukrativer, in andere Länder zu liefern, in denen höhere Preise für die Präparate verlangt werden können, als auf dem deutschen Markt. Dr. Klaus warnt vor dem Kostendruck. Diese sei mittlerweile so hoch, dass eine Versorgungsqualität und –Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Im Video: Erhöhtes Todesrisiko durch Arthritis-Medikament - Europäische Arzneimittelbehörde warnt


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