wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Das Töten männlicher Küken ist nicht mit dem Tierschutz vereinbar, urteilte  ...

Bundesverwaltungsgericht: Schreddern von männlichen Küken bleibt vorerst erlaubt

Von News Team - Donnerstag, 13.06.2019 - 10:15 Uhr

Das Schreddern von männlichen Küken bleibt erlaubt - allerdings nur übergansweise. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag (13. Juni 2019) entschieden und gleichzeitig den Tierschutz über wirtschaftliche Interessen gestellt.

Das höchste deutsche Verwaltungsgericht musste darüber urteilen, ob die Praxis von Brütereien mit dem Tierschutz vereinbar ist, männliche Küken von Legehennerassen nach der Geburt zu töten, weil sie keine Eier legen und zu wenig Fleisch ansetzen.

Das "wirtschaftliche Interesse" an speziell gezüchteten Hennen mit hoher Legeleistung sei im Sinne des Tierschutzgesetzes "kein vernünftiger Grund" für das Töten männlicher Küken, so das Gericht am Donnerstag in einer Mitteilung.

So begründet das Gericht die Übergangs-Erlaubnis

Demnach ist die umstrittene Tötung von männlichen Küken mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar.

Allerdings: Da in Kürze "Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen werden" sei die "Fortsetzung der bisherigen Praxis" bis dahin vernünftig. Doch bis dahin bleibe das massenhafte Töten männlicher Küken rechtmäßig.

Anders ausgedrückt: Dank neuer Verfahren sei es in Zukunft nicht mehr nötig, lebende Küken zu töten. So begründet das Bundesverwaltungsgericht die Übergangs-Genehmigung.

"Niemand darf einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen"

Prinzipiell aber gelte, dass laut Tierschutzgesetz "niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen" dürfe, so die Richter.

Das deutsche Gesetz schütze "anders als die Rechtsordnungen der meisten anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union nicht nur das Wohlbefinden des Tieres, sondern auch sein Leben schlechthin", betonen die Richter.

In dem Fall wiege der Tierschutz schwerer als wirtschaftliches Interesse

Mit dem Urteil stärkt das Gericht den Tierschutz, der im Jahr 2002 als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen worden ist. "Nach heutigen Wertvorstellungen" beruhe das Töten männlicher Küken "nicht mehr auf einem vernünftigen Grund".

Im Video:

Bundesgericht: Kükenschreddern weiterhin erlaubt

In Deutschland werden laut Bundeswirtschaftsministerium jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet, da sie für die Zucht von Legehennen überflüssig sind und sich nicht für die Mast eignen.

Die Richter betonen: Die Belange des Tierschutz "wiegen schwerer als das wirtschaftliche Interesse der Brutbetriebe", aus Zuchtlinien mit hoher Legeleistung nur weibliche Küken zu erhalten.

Bei der Abwägung der Interessen sei der Tierschutz in der Vergangenheit geringer gewichtet worden als dies heute der Fall ist, so die Richter. Doch da dies jahrzehntelang galt, könne von den Brutbetrieben eine sofortige Umstellung ihrer Betriebsweise nicht verlangt werden. Deshalb das Urteil mit der Übergangslösung.

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das ist eine Scheisse ohne Ende.
Da gebe ich Dir vollkommen recht.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren