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Saharasand - in München und dem Voralpenland

Saharasand - in München und dem Voralpenland

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
24.02.2014, 17:13 Uhr

besondere Wetterlage am 19. Feb. 2014

Das ist gerne mal im Februar, auch in den vergangenen Jahren hat es das schon mal gegeben, dass nämlich irgendwelche unbekannten Aufwinde Sand aus der Sahara über das Mittelmeer hinweg und über die Alpen zu uns hin tragen. Manchmal geht das mit komischen roten oder gelben Wolkenfronten einher, die dich den Kopf heben lassen, weil sie untertags sind und eben nichts mit Morgen- oder Abendrot zu tun haben können.
Gestern war es ganz unromantisch, weil es nämlich bedeckt war und auch ein bisschen geregnet hat. Und genau mit diesen Regentropfen ist der Saharastaubsand wohl hinuntergekommen zu uns, auf die Autos, auf im Grund alles. Aber auf den Autos sieht man es halt am besten, vor allem, wenn die Autofarbe dunkel ist. Die Redaktionen der Zeitungen haben auch sofort FotografInnen losgeschickt, dass die die ganzen schwarzen oder grauen oder dunkelblauen Audis mit den Sandspuren drauf fotografieren sollten. Und wer nachmittags in München unterwegs hat, hat vielleicht beim ersten solchen Schmutzauto noch gedacht: "Ach, es wird jetzt aber doch Zeit, dass Frühling wird, es ist alles so schmutzig und staubig!", aber beim dritten oder vierten Wagen hat er oder sie das dann wohl doch als ein Phänomen erkannt. Denn wo wir doch immer alle so sauber und penibel sind, auch und gerade mit den Autos, da werden doch nicht alle Münchnerinnen und Münchner plötzlich gleichzeitig der Schlamperei verfallen sein.
Also das, was da so schmutzig aussah, das war der von den Tropfen runtergenommene und dann auf den Flächen angetrocknete Staubsand. Und bei näherer Betrachtung kann man sich den Schmutz auch wieder schöngucken, denn ist es nicht ein reines Wunder, dass Wüstensand mit dem Wind so über Tausende Kilometer fliegen kann? Und dass es der Zufall und die Wetterlage so wollten, dass wir dies bei uns zu Hause mitbekommen und sogar sehen können?
Und, noch eine Ecke weiter gedacht, wenn die Sandpartikelchen so weit fliegen können, auch die Rußteilchen des Vulkans Eyafjallajöküll auf Island vor einigen Jahren, dann kann es auch aller Feinstaub unserer Autos, Haushalte und Industrieanlagen, der ganze industrielle Atmosphärendreck, aus Braunkohleverstromung oder Ölverbrennung. Das haben die Menschen in anderen Teilen der Welt dann von uns. Natürliche oder eben auch künstliche Partikel in der Luft und im Wasser, alles tauscht sich miteinander aus. Das Wetter hat es uns gestern mal wieder gezeigt, Afrika ist unser Nachbarkontinent. Alles auf dieser gar nicht mal so großen Erde hängt mit allem zusammen. Wenn das aber so ist, dann sollten wir doch ein bisschen mehr aufeinander aufpassen und uns mit unseren Emissionen vorsehen. Nicht alles aufbrauchen, verfeuern, in die Luft blasen - denn es ist nicht weg. Es kommt hier oder woanders wieder runter. Wie gestern der Wüstensand in München und dem Voralpenland.

Kufsteiner Platz 1, 81679 München auf der Karte anzeigen:
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2 Kommentare

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Ich hab den Saharasand noch Monate später beim Putzen der Fensterrahmen und -bretter außen noch in den Ritzen gefunden, da er sehr fein ist und wirklich überall reinkriecht. Sonst wäre der Sand ja wohl auch nicht so weit geflogen!
  • 21.07.2014, 15:19 Uhr
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war wirklich was Besonderes!
  • 24.02.2014, 19:02 Uhr
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