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Roboter – die Antwort auf den Pflegenotstand?

Roboter – die Antwort auf den Pflegenotstand?

Christine Kammerer
08.04.2014, 14:28 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Die Deutschen werden zunehmend älter, die Anzahl pflegebedürftiger Menschen steigt und der ohnehin eklatante Mangel an Pflegepersonal wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen. Können Roboter hier Abhilfe schaffen? Oder stellen sie uns nur vor neue Probleme, die heute noch weitgehend unter den Teppich gekehrt werden?

Entlastung und Selbstbestimmung

Den Robotern gehört die Zukunft. Schon in wenigen Jahren, so prophezeien Experten, sind „mobile Assistenzsysteme“ aus der Pflege nicht mehr wegzudenken: Ein intelligenter Rollstuhl könnte immer dann zur Stelle sein, wenn man ihn benötigt, der Rollator kann uns per GPS durch die Stadt lotsen und auch wieder nach Hause bringen. Monitoring-Systeme erfassen Blutdruck und Herzfrequenz, Sensoren überwachen uns auf Schritt und Tritt und lösen bei einem Sturz den Notruf aus. Ein Pflegeroboter animiert uns zum täglichen Fitness-Training.

Roboter haben durchaus große Vorteile, denn sie ermöglichen es vielen Menschen, so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Und sie entlasten Angehörige: Die Technik nimmt den Pflegenden Routine-Aufgaben ab und verschafft ihnen so Zeit, sich den Pflegebedürftigen wirklich zuzuwenden.

Thema Sicherheit – wer beherrscht so viel Technik?

Doch schon beim Datenschutz scheiden sich die Geister, denn natürlich erstellen Pflegeroboter auch Nutzungsprotokolle. Wie lange dürfen die sensiblen Daten gespeichert werden? Wer darf sie einsehen? Eine eindeutige Klärung könnte zum Beispiel in Form einer Ergänzung zur Pflegevollmacht durch den Betroffenen selbst erfolgen. Doch kann der zu dem Zeitpunkt, zu dem er diese unterschreibt, die Möglichkeiten der Technik bereits erahnen, die dann bestehen, wenn die Notwendigkeit seiner Pflege eintritt? Kann er Schäden voraussehen, die zum Beispiel durch ein Technik-Versagen entstehen können?

Die Abschätzung möglicher Folgen, aber auch die Nutzung selbst setzt eine hohe Technik-Kompetenz voraus. Zudem haben viele Vorrichtungen auch Nachteile: Sie wiegen uns in falscher Sicherheit und können bei nicht sachgerechtem Einsatz sogar mehr schaden als nützen: Wird ein Rollator oder Rollstuhl ohne echte Notwendigkeit genutzt, kann das zur Rückbildung körperlicher Fähigkeiten führen.

Roboter statt Menschen?

Gegen eine sinnvolle Unterstützung durch technische Geräte wird wohl niemand etwas einzuwenden haben, doch Pflegeroboter dürfen keinesfalls zulasten zwischenmenschlicher Beziehungen eingesetzt werden. Zuhören, reden und trösten? Selbst wenn es praktisch machbar wäre, wird die Computer-Simulation von Sozialkontakten vermutlich niemals auf Akzeptanz stoßen. Ein Roboter kann keine Diagnose stellen und die Videokonferenz ersetzt keinen Arztbesuch. Der technische Fortschritt darf auch nicht dazu führen, dass in Pflegeeinrichtungen am ohnehin knappen Personal noch zusätzlich eingespart wird.

Linktipp: stiftung neue verantwortung: Mit Robotern gegen den Pflegenotstand

18 Kommentare

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https://www.openpetition.de/petition...cher-pflege

Mehr Fachkräfte, bessere Ausbildung, keine Chrashkurs-Kräfte, mind. Einjährige Ausbildung ist die Antwort. Verminderung des Dokumentationswahns, Abschaffung der ISO-Norm aus der Autoindustrie. Anpassung und Indvidualisierung der Pflegestandarts an den Menschen.
Das ist die Antwort.
  • 08.04.2014, 15:23 Uhr
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In Anbetracht der Qualität des Pflegepersonals wäre der Einsatz von Pflegerobotern wünschenswert.

Ähnlich den Programmen einer Waschstraße - mit oder ohne Unterbodenschutz - könnten die finanziellen Möglichkeiten der Patienten mitberücksichtigt werden.

Die Super-Prämienstufe 100 ist dabei reinen Geldschweindeln a la Uli Hoeneß mit kriminellem Hintergrund und mit einem Vermögen ab 100 Mio. Euro aufwärts vorbehalten.

Obwohl Roboter heutzutage noch etwas synthetisch klingen, würde künftig auch die Sprachbarriere zwischen Pfleger und Patient entfallen und so etwas wie Kommunikation zwischen beiden ermöglichen.

Möge man die Forschung schnellstmöglich vorantreiben ...
  • 28.03.2014, 15:53 Uhr
Christine Kammerer
Und wir bekommen dann das Kassen-Modell - einen in China billig montierten, dreimal runderneuerten, depressiven Pflege-Roboter, der sich zwar per Google-Übersetzungs-Modul immerhin leidlich mit uns verständigen kann, aber wegen der veralteten Software (update kostenpflichtig) und gelegentlicher System-Abstürze ist das Überleben (des Patienten) leider nicht 100%ig gewährleistet (für Schäden haftet der Besitzer selbst)...
  • 29.03.2014, 08:28 Uhr
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Bitte unterstützt die Petition zur Verbesserung der Pflegeleistungen bei Demenz https://www.seniorbook.de/schwarzes-...8aa1a8b456a

Die Petition ist unter der Nummer 50389 zum Mitzeichnen auf der Internetseite des Petitionsausschusses zu finden.
https://epetitionen.bundestag.de/pet...389.nc.html
  • 27.03.2014, 18:27 Uhr
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Her mit dem Roboter, um so schneller hab ich es hinter mir ...
  • 27.03.2014, 18:05 Uhr
  • 27.03.2014, 18:45 Uhr
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Ich bin für den Chip hinterm Ohr!

https://www.facebook.com/pages/Pfleg...7987?ref=hl

Unsere Petition ist fertig, muss nur noch auf den Weg gebracht werden. Wir werde dies auch hier veröffentlichen, damit bitte JEDER zeichnen kann.
Nein, Pflegeroboter ist mit Sicherheit keiner Alternative zu den menschlichen Sinnen, die ja auch schon viele nicht mehr ordentlich einsetzen, weil es so viele technische Hilfesmittel gibt. Oder wurde von Euch jemals jemand von einer Pflegekraft oder einem Arzt gefragt, 'wie sieht ihre Urin aus, wie riecht er?' Nein? Na so was. Das sind aber u.U. sehr wichtige Informationen, mit denen der Fachkundige schon so einiges anfangen kann.

Mal sehen, ob ich mir noch den obigen Link zu Gemüte führe. Mir schwillt der Kamm, wenn ich an den selbst gebastelten 'Pflegenotstand' denke. Ja, er ist da und deutlich stärker, als uns lieb sein kann. Nur der Hund liet ja in der Gesetzgebung und dem Lobbiesmus begraben, dass immer mehr an qualifizier
  • 27.03.2014, 17:58 Uhr
qualifiziertem Personal gespart wird. Der verbleibende kläglich Rest wird gnadenlos ausgebeutet. Das ist auch relativ einfach, weil dieser an seinen Arbeitsplätzen klebt (verständlicher Weise). Ein Satz, den mir immer noch in den Ohren klingt heißt: 'Es geht schon, wir bekommen das hin.' Ja klar, bekommen 'wir' das hin. Mit Mehrarbeit und Überstunden, mit einspringen schon das 3. Wochenende hintereinander und dann in die Nachtwache (dann sind ja 2 Tage frei, wenn man Glück hat). Die eigene Familie, Freunde, Ausgehen etc. bleibt hinten an, ganz abgesehen von der eigenen Person. Arbeiten bis zum Umkippen! Und dann kriegt man einen kräftigen Tritt in den Hinter wird durch Roboter ersetzt. Na herzlichen Glückwunsch. Schöne neue Welt.
Zur Strafe werde ich 120 Jahre und bleibe fit bis zum letzten Atemzug!
  • 27.03.2014, 18:05 Uhr
  • 27.03.2014, 18:41 Uhr
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Es sollten immer mehr junge Leute Bundesfreiwilligendienst machen statt freiwillig zur Bundeswehr,wo man in Krieg geschickt wird und sich erschießen lasen soll
  • 27.03.2014, 17:35 Uhr
  • 27.03.2014, 18:44 Uhr
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Wir bzw. die Regierung hat sich doch den Pflegenotstand selbst geschaffen. Erst wurden die Ziwis. abgeschafft. Das angestellt Personal blieb und ist jetzt überfordert. Für wenig Verdienst werden aber hohe Ansprüche gestellt.
Pflegt man in der Familie allein, muss man zunächst dem Kampf mit den Krankenkassen bestehen oder man bleibt auf den Kosten sitzen. Das gelegentlich der Beruf sogar darunter leidet, scheint niemanden zu stören. Meinem Vater mit Alzheimer (Betreuung rund um die Uhr) bekam noch nicht einmal die Pflegestufe 1 zuerkannt.
Wer sich ehrenamtlich im Umfeld pflegend betätigt, macht es entweder auf eigene Rechnung oder er ist bald bei den Hinzuverdienstgrenzen angelangt. Überschreitet man diese, hat man ggf. finanzielle Nachteile, also lässt men es oftmals lieber sein.
Wir haben keinen Pflegenotstand - es ist alles so gewollt.
  • 27.03.2014, 17:19 Uhr
  • 27.03.2014, 17:36 Uhr
ja,das ist wahr!
  • 27.03.2014, 17:36 Uhr
  • 27.03.2014, 18:44 Uhr
Wie heißt es doch bezogen auf Zivis. "Wenn ihr so tut, als würdet ich mich richtig entlohnen, dann tue ich so, alls würde ich richtig arbeiten." Man wollte es doch so !!!
  • 28.03.2014, 10:49 Uhr
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Lasst die Roboter putzen, wascehn etc.
Aber ein Mensch braucht einen MENSCHEN und in erster Linie: Menschlichkeit und Wärme, gerade dann - wenn man mehr mit dem Unterbewußtsein registriet als mit dem Verstand...
  • 27.03.2014, 16:59 Uhr
Bitte unterstützt die Petition zur Verbesserung der Pflegeleistungen https://www.seniorbook.de/schwarzes-...8aa1a8b456a
Die Petition ist unter der Nummer 50389 zum Mitzeichnen auf der Internetseite des Petitionsausschusses zu finden.
https://epetitionen.bundestag.de/pet...389.nc.html
  • 27.03.2014, 18:18 Uhr
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