Prime Instant Video gehört zu Amazon
Prime Instant Video gehört zu AmazonFoto-Quelle: Screenshot

Streaming mit Netflix & Co: Stirbt das gute alte Fernsehen bald aus?

News Team
Beitrag von News Team

Früher war die Fernsehwelt so einfach: Es gab ARD und ZDF sowie die dritten Programme. Vor 30 Jahren kam das Privatfernsehen rund um RTL und Sat.1 hinzu. Heute jedoch ist die Vielfalt gewaltig. Und die Zuschauer sind viel mündiger. Denn sie sind nicht mehr darauf angewiesen, dass gerade etwas Spannendes im Fernsehen läuft, wenn sie den Kasten einschalten. Sie bestimmen selbst, was sie interessiert.

Fernsehzuschauer viele Möglichkeiten. Neben dem Free-TV gibt es auch noch das Bezahlfernsehen. Wer ein Abo bei Sky abschließt, kann sich zwischen verschiedenen Programmpaketen entscheiden – zum Beispiel Fußball, TV-Serien, brandneue Hollywood-Filme. Das kostet, je nach Umfang, ab 25 Euro im Monat. Das Programm kann man dann am Fernseher ansehen. Sky bietet auch Sky Go an, damit kann man den Sender auch als Stream zum Beispiel auf Computer, Notebook oder Tablet verfolgen.

Zuschauer sind autonomer


Auch das macht die Zuschauer autonomer: Sie sind nicht länger an das Fernsehgerät im Wohnzimmer gebunden. Dank des Internet haben Zuschauer noch viel, viel mehr Möglichkeiten, Filme, Serien und Dokumentationen zu schauen. Die großen Fernsehsender machen dabei selbst mit: Das Erste, ZDF, RTL & Co. bieten den Zuschauern in ihren Online-Mediatheken ausgewählte Sendungen zum Abruf an – kostenlos, aber nur eine begrenzte Zeit lang.

Der gute alte Fernseher hat auch in Zukunft noch seine Berechtigung. Moderne Geräte haben eine Internetverbindung, so dass man damit nicht nur surfen kann, sondern beispielsweise auch die Mediatheken nutzen. Oder Streaming-Portale wie Netflix, Amazon Prime Instant Video und Watchever.

Was ist Streaming?


Streaming heißt, dass der Film nicht auf der Festplatte gespeichert wird, sondern via Internet übertragen wird – entweder auf dem Fernseher oder auf Notebook, Computer, Smartphone oder Tablet. Er wird direkt abgespielt, es gibt keine Ladezeiten oder ähnliches. Gleichzeitig kann der Nutzer aber auch anhalten, vor- und zurückspulen oder von vorn beginnen.

Streamingportale funktionieren anders als Fernsehsender, es handelt sich eher um virtuelle Videotheken. Das heißt, der Kunde wählt gezielt eine Serienfolge, eine Dokumentation oder einen Film aus und schaut ihn als an. Damit spart man sich den Gang zur echten Videothek: Man wählt aus dem Angebot und kann den Film sofort starten. Die meisten Anbieter bieten Pauschalpreise an, so dass man für eine bestimmte Summe so viel anschauen kann, wie man möchte.

Amazon und der Kampfpreis


In Deutschland gibt es mehrere Streamingportale, zum Beispiel Prime Instant Video vom Online-Versandhaus Amazon. Kunden können dann für 7,99 Euro zwischen 12.000 Serienfolgen oder Filmen wählen. Ein Kampfpreis ist das Prime-Jahresabo: Für 49 Euro pro Jahr bekommt man unbegrenzten Zugriff auf die Videothek bekommt aber zusätzlich noch alle Bestellungen im Amazon-Shop schneller und portofrei geliefert.

Neben Amazon sind hierzulande vor allem zwei Firmen stark im Streaming-Bereich: Watchever (8,99 Euro/Monat, 12.500 Filme und Serien) und Maxdome (7,99 Euro/Monat, 4000 Filme und Serien). Doch die Konkurrenz wächst, denn einer der größten Player auf diesem Markt könnte im Herbst nach Deutschland kommen. Netflix ist in den USA der größte Videoanbieter im Internet und der absolute Platzhirsch. Das Unternehmen hat mehr Zuschauer als normale Fernsehsender. Netflix betreut insgesamt 44 Millionen Kunden in über 40 Ländern weltweit.

Viele Film- und Serienfans hoffen seit Jahren auf den Deutschland-Start von Netflix. Doch es bleibt die Frage, ob das Angebot bei uns so umfassend wäre wie in den USA. Dort trumpft Netflix mit eigens produzierten Serien auf, wie dem Polit-Thriller „House of Cards“ mit Kevin Spacey. Ob das Unternehmen hier Erfolg hat, hängt auch vom Preis ab: Acht Dollar kostet das Abo in den USA, in einigen europäischen Ländern wie Irland rund acht Euro. Um gegen Amazon Prima Instant Video mit seinen 49 Euro pro Jahr bestehen zu können, muss Netflix entweder billiger sein oder ein deutlich besseres Angebot liefern. Auch in den USA ist nicht alles perfekt: Serien des Bezahlsenders HBO zum Beispiel (wie Game of Thrones oder True Blood) gibt es bei Netflix nicht, die zeigt HBO lieber selbst.

Vor- und Nachteile von Streamingportalen


Der Vorteil von solchen Streamingportalen gegenüber Free- und Pay-TV: Der Kunde schaut nur das, was er will – und wann er will. Wenn er zum Beispiel alle Folgen einer US-Serie ansehen will, muss er nicht warten, bis die nächste Episode ausgestrahlt wird. Und auch nicht die ganze DVD-Box kaufen. Das fühlt sich nicht an wie Fernsehen. Denn es gibt keine Werbeunterbrechungen, keine Nachrichten, keine Talkshows, keine Wettervorhersagen. Wenn das Telefon klingelt, hält man einfach an und schaut später weiter. Der Nutzer ist also viel freier. Passend zur Auswahl bekommt man ähnliche Filme oder Serien vorgeschlagen.

Der Nachteil: Bei den Videoportalen dauert es oft eine Weile, bis aktuelle Blockbuster oder brandneue Serien verfügbar sind – da ist der Bezahlsender Sky schneller. Wer zum Beispiel die in den USA gerade laufende vierte Staffel der angesagten Fantasyserie Game of Thrones auf Englisch ansehen möchte, wird bei Amazon Instant Video noch nicht fündig, bei Sky aber schon. Dafür ist das Sky-Angebot nur eine begrenzte Zeit verfügbar, und deutlich teurer. Wer sich mit nicht ganz aktuellen Filmen und Serien zufrieden gibt, fährt mit Streamingportalen gut.

Schaut Ihr klassisch Fernsehen oder nutzt Ihr schon Streamingportale wie Amazon Instant Prime Video?