Sommerurlaub unter Palmen: Schnäppchen oder teure Falle?
Sommerurlaub unter Palmen: Schnäppchen oder teure Falle?Foto-Quelle: Andreas Hermsdorf / www.pixelio.de

Vermeintliche Schnäppchen: Die größten Fallen bei der Urlaubsbuchung im Internet

News Team
Beitrag von News Team

Übernachtung in Hotels oder Pensionen, Bahnfahrkarten, Mietwagen, Flüge und Pauschalreisen: 34 Millionen Deutsche buchen ihren Urlaub am liebsten im Internet. Das hat der Branchenverband Bitkom ausgerechnet. Es ist ja auch kein Wunder: Zuhause am Rechner kann man bequem Angebote und Preise vergleichen, nachschauen, was andere Nutzer zu dem Hotel zu sagen haben und schließlich mit ein paar Mausklicks buchen. Oft ist das auch noch billiger als im Reisebüro. Zumindest auf den ersten Blick. Denn nicht immer ist es sofort transparent, was der Urlaub wirklich kostet. Ihr solltet deshalb genau hinschauen, damit Ihr nicht in eine der folgenden Fallen tappt.

Falle 1: Versteckte Gebühren treiben den Preis hoch


Zunächst klingt das wie ein echtes Schnäppchen: Für nur 20 Euro kann man nach Rom fliegen. Doch wer dann die Webseite der Fluggesellschaft aufruft und sich durch den Buchungsvorgang klickt, kommt am Ende oft auf die drei- bis vierfache Summe – oder noch mehr. Der Grund: Manche Airlines verschleiern die echten Preise, oder schlagen gnadenlos drauf. Die 20-Euro-Tickets gibt es zwar tatsächlich, allerdings nur an ganz wenigen ausgewählten Tagen im Jahr – und natürlich zu unattraktiven Zeiten. Wer will schon spätabends in einer fremden Stadt landen?
Zu dem eigentlichen Preis kommen dann aber noch die Gebühren fürs Gepäck dazu – es sei denn, man nimmt nur Handgepäck mit. Macht 20 Euro Zuschlag. Besonders fies: Wer das bei der Internetbuchung vergisst und am Flughafen nachholen will, zahlt noch mehr drauf. Den Sitzplatz muss man auch noch reservieren, wieder fünf Euro dazugekommen, pro Platz und Strecke. Viele Fluggesellschaften schlagen ein paar Euro drauf, wenn man per Kreditkarte zahlen will. Wenn man alle Einzelsummen zusammenzählt , ist das vermeintliche Schnäppchen genauso teuer wie der Flug mit einer anderen Airline. Oder teurer. Vergleichen und vorher ausrechnen lohnt sich also.

Falle 2: Vermeintlich gute Bewertungen


Fast die Hälfte der Deutschen informiert sich vor dem Urlaub, wie andere Gäste ein Hotel fanden. Das hilft bei der Auswahl: Wenn sich viele beschweren, dass die Zimmer hellhörig oder nicht sauber sind, lässt man besser die Finger von dem scheinbar schönen Haus. Auf Portalen wie Holidaycheck, Booking.com oder Tripadvisor kann man sich vorab informieren. Doch was ist, wenn hier geschummelt wird? Wenn eine Pension, die hochgelobt wird, in Wirklichkeit eine Absteige ist – aber der Besitzer mit gefälschten Bewertungen einen falschen Eindruck geweckt haben? Er kann zum Beispiel die Konkurrenten schlecht bewerten oder unter falschem Namen das eigene Hotel in den Himmel loben. Wer darauf nicht reinfallen will, muss sich die Bewertungen genau anschauen. Es gibt ein paar Indizien, die auf Mogeleien hinweisen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Bewertungen vorhanden sind, desto verlässlicher ist das Urteil der User. Wenn unter 100 Bewertungen 90 positive sind, ist das natürlich ein gutes Zeichen. Hellhörig solltet Ihr bei Pensionen werden, die nur wenige Bewertungen haben – und dann auch noch extrem positive. Hier hilft es zu prüfen, was die User, die gelobt haben, sonst auf der Plattform tun. Waren sie nur einmal aktiv, oder haben sie auch andere Häuser beurteilt? Glaubwürdiger sind sie im letzten Fall. Sinnvoll ist es zudem, die Bewertungen eines Hotels auf mehreren Plattformen zu lesen. Unterscheiden sie sich stark voneinander, sollte Euch das stutzig machen.
Weitere Faustregeln: Die letzte Bewertung sollte nicht älter als ein halbes Jahr sein. Es könnte ansonsten sein, dass die Qualität des Hotels zwar früher einmal gut war, inzwischen aber nachgelassen hat. Hilfreich ist auch, sich die Sprache der Bewertung anzusehen: Klingt sie glatt, wie aus dem Katalog? Dann ist sie womöglich von professionellen Agenturen im Auftrag des Hotelbesitzers geschrieben worden. Fotos aus dem Hotelzimmer, am Buffet oder unterm Sonnenschirm lassen eher auf einen echten Hotelgast schließen als auf eine Profiagentur: Für die wäre so etwas zu aufwendig – oder sie würde Hochglanzfotos aus dem Katalog benutzen.

Falle 3: Bei Schnäppchen grundsätzlich genau hinsehen


Im Internet werben Veranstalter auf diversen Portalen mit Superschnäppchen: Für 50 Euro zu zweit zwei Tage ins Viersterne-Hotel in Prag, heißt es dann beispielsweise. Doch was wie ein gutes Angebot klingt, ist in Wahrheit keins: Die Anreise ist nämlich nicht inbegriffen. Dazu kommt: Die Übernachtung kostet zwar tatsächlich nur 50 Euro. Aber im Kleingedruckten steht, dass die Gäste das Frühstück verpflichtend im Hotel einnehmen müssen, und dafür natürlich extra zahlen. Dann kommen pro Person womöglich noch einmal 20 Euro pro Tag und Person hinzu – macht 80 Euro extra.

Falle 4: Nicht genug vergleichen


Wer eine Reise im Internet bucht, sollte immer mehrere Anbieter und deren Preise vergleichen. Einfach geht das mit Vergleichsseiten, zum Beispiel für Flüge. Bei Portalen wie Billigflieger.de, Swoodoo.com oder Skyscanner.de gibt man Reiseziel und Datum ein, die Seiten suchen dann die günstigsten Angebote. Diese können sich aber je nach Anbieter schon mal voneinander unterscheiden. Manchmal sind auch die Flüge auf den Seiten von Online-Reisebüros wie Opodo.de oder Expedia.de günstiger, es lohnt sich also, hier ebenfalls zu vergleichen. Wer nur ein Hotelzimmer buchen möchte, kann Preise auf Hotel.com oder HRS.de gegenüberstellen.


Seid Ihr bei einer Reisebuchung im Internet schon mal reingefallen?
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