Geotop Muehlsteinbruch Altenbeuern
Geotop Muehlsteinbruch AltenbeuernFoto-Quelle: Landratsamt Rosenheim

Rundhöcker, bizarre Felswände und ein einsamer Findling – eine spannende Geotopentour

Uschi T. vom Chiemsee Alpenland

Von 100 Geotopen bayernweit ist das Chiemsee-Alpenland mit insgesamt drei gesegnet und die sind einen Ausflug allemal wert! Was aber sind eigentlich Geotope? Bei Geotopen handelt es sich um Naturphänomene oder -objekte aus einer längst vergangenen Zeit, deren Schönheit, Seltenheit oder Eigenart das Auge staunen lassen. Im Chiemsee-Alpenland gehören der Gletscherschliff bei Fischbach und der Findling von Steinwies bei Bad Aibling zu besonderen Sehenswürdigkeiten, die die Natur hervorgebracht hat. Eine Ausnahme bildet da der Mühlsteinbruch von Hinterhör, dessen bizarre Felswand von Menschenhand geschaffen wurde!

Der Gletscherschliff von Fischbach bei Flintsbach ist ein Vermächtnis der letzten Eiszeit – genauer des Inn-Gletschers. Lange Zeit lag der etwa 200 Meter lange Felsrücken unter Geröll verborgen. Erst während des Baus der Inntalautobahn wurde er freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die typische Oberflächenstruktur eines solchen Gletscherschliffs ist das Werk von Sand, kleinen Steinen und großen Felsbrocken, die das Gletschereis einst mittransportierte. Rinnen und Kolke entstanden in der Zeit der Eisschmelze durch rollendes Gestein.

Auch der Findling von Steinwies bei Bad Aibling ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit und zeugt von der großen Gletscherausdehnung, die einst bis weit in das Alpenvorland hinaus reichte. Der Findling ist ein einsamer Steinbrocken inmitten von Grün und wurde von dem Inn-Chiemsee-Gletscher aus den österreichischen Zentralalpen an seinen heutigen Platz befördert. Rund 100 Kilometer hat der Felsbrocken zurückgelegt und ist einer der größten seiner Art in Bayern. Nach dem Schmelzen der Eismassen blieb er dort einsam liegen.

Nicht weniger beeindruckend ist der Mühlsteinbruch von Hinterhör bei Neubeuern. Diese skurrilen Felsformationen sind nicht das Werk der Mutter Natur, sondern das des Menschen! Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurden hier Sandsteine aus den Felsen in mühseliger Handarbeit abgebaut. Diese fanden als Unter- bzw. Bodensteine in den Mühlen ihre Verwendung und wurden auf Innplätten in alle vier Himmelsrichtungen verschifft. Ein Steinhacker mühte sich bis zu 14 Tage ab, bis er in das überaus harte Gestein eine Rinne gemeißelt und trockene Buchenholzkeile in die Rinne getrieben hat. Das stetige Begießen der Holzkeile mit Wasser ließ diese aufquellen und mit einem fürchterlichen Krach die Steinplatte aus der Wand sprengen. Ein lebensgefährliches Unterfangen!