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Ein Klick auf Enter - und schon haben wir der Welt mitgeteilt, wie es uns geht.Foto-Quelle: Alexander Klaus / pixelio.de

Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken: Sind wir alle süchtig nach Aufmerksamkeit?

News Team
Beitrag von News Team

Wenn wir früher einen Durchhänger hatten, haben wir zum Telefon gegriffen und die beste Freundin angerufen. Oder wir jammerten dem Kumpel nach dem Fußballspiel etwas vor. Wenn wir uns aufregten, weil die Politiker mal wieder nur Murks machen, dann durfte sich das die Familie beim Abendessen anhören. Und wenn wir mit unserem Urlaub in der Karibik prahlen wollten, dann luden wir zum Diaabend. Die Bikinifotos am Strand bekam nur ein ausgewählter Personenkreis zu sehen.

Wir sind ungeniert geworden


In Zeiten von sozialen Netzwerken ist das ganz anders. Ungeniert teilen wir mit, wie wir uns fühlen und was uns nervt, nebenbei laden wir 350 Fotos vom letzten Urlaub hoch. Vor allem der weibliche Teil der Bevölkerung zeigt sich manchmal recht offenherzig, egal in welchem Alter. Die Männer dafür nehmen oft kein Blatt vor den Mund. Bei Online-Diskussionen sind diejenigen, die am meisten schimpfen oder am vehementesten auftreten, oft männlichen Geschlechts. Dazu muss man sich nur mal die Diskussionen auf der Facebook-Seite zum Beispiel von Spiegel Online oder Stern ansehen. Da gibt es Menschen, die mit ihrem echten Namen auftreten und damit identifizierbar sind, aber jede Netikette vergessen. Sie provozieren und beleidigen andere, schimpfen wie Rohrspatzen und glauben, dass ihre Meinung der Maßstab für alle anderen sein sollte.

Natürlich haben wir gelernt, dass wir aufpassen müssen und nicht jedermann erlauben, unsere privaten Infos zu lesen und zu sehen. Bei Seniorbook sind unsere Daten sowie nicht für jeden Internetnutzer zu sehen. Bei Facebook haben wir unsere Privatsphäre-Einstellungen angepasst, so dass nur Freunde auf unsere Inhalte zugreifen können. Allerdings vergessen viele, dass ihre Beiträge auf Facebook-Fanseiten (wie denen von Spiegel oder Stern) für alle im Internet einsehbar sind.

Beliebiger als im echten Leben


Doch nicht nur das. Die Freundeslisten bei Facebook sind größer und beliebiger als die im echten Leben. Nicht jedem, mit dem wir online vernetzt sind, würden wir auch auf der Straße unsere Meinung kund tun, oder im Detail über unsere Befindlichkeit reden. Wir sind wahlloser geworden. Und haben die Grenzen unserer Intimsphäre deutlich verschoben.

Manche Leute gehen noch einen Schritt weiter: Sie erzählen bei Facebook von ihren schweren Krankheiten oder dem Ende der Beziehung. Der Krach mit dem Ex wird mehr oder minder öffentlich auf der Pinnwand ausgetragen. Doch auch, wenn wir nur mitteilen, dass wir uns über das Fußballergebnis ärgern – die Motivation ist die gleiche. Wir suchen Aufmerksamkeit. Und Bestätigung von anderen. Wir wollen, dass andere auf uns reagieren und uns virtuellen Zuspruch senden. Dass sie uns bedauern, uns Grüße schicken, unsere Meinung teilen. Und uns damit signalisieren: Du bist nicht allein.

Virtuelle Streicheleinheiten


Wenn andere auf uns reagieren, gehen wir nicht in der anonymen Masse unter. Selbst, wenn sie auf uns schimpfen, weil wir in einem Kommentar gegen ihre Meinung gewettert haben.
Natürlich hat es auch gute Seiten, wenn wir uns mit anderen austauschen können, selbst wenn wir sie nicht kennen. Wenn wir Zuspruch bekommen und uns so virtuelle Streicheleinheiten abholen. Aber wir alle sollten immer mal innehalten und uns hinterfragen. Muss ich meinen Facebook-Freunden wirklich jedes Detail aus meinem Leben mitteilen, muss ich alle Urlaubsfotos hochladen, auch die offenherzigen, und muss ich in diesem Tonfall meine Ansichten verteidigen? Ein bisschen Zurückhaltung lässt uns online trotzdem nicht vereinsamen.

Kennt Ihr auch solche Selbstdarsteller – oder fühlt Ihr euch gar ertappt?

20 Kommentare

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Ich kenne ganz hervorragende Selbstdarsteller/innen ,
wenn es für sie richtig ist....
Mein Ding ist es nicht.
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...

Die Menschen sind, wie sie sind, es gibt keine anderen - solche, die das Absurde meiden, sich ausschließlich zu benehmen wissen und andere, die 'entgleisen'; denen kann man dafür 'stehenden Fußes' in aller Öffentlichkeit den Spiegel vorhalten - wirkt oft für noch zugängliche 'Gegenüber' sehr disziplinierend!

Der Rest bleibt selbtbeschmutzt!

Was für eine erweiterte Erlebniswelt, die unendliche, offenbar werdende geistige Energie! Nur, achten sollte man darauf, darin nicht zu 'versinken' - hauptsächlich der realen Welt zugewandt bleiben(von 'Angesicht zu Angesicht').
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Seit dem Druck mit beweglichen Lettern sind die Kommunikationsmöglichkeiten rasant vielfältiger geworden(Plakate, Zeitungen, Bücher). Jedermann nutzte sie nach seiner finanziellen Kraft, seinen Bedürfnissen, nach seinem geistigen Vermögen, zur Unterhaltung, zur Wissenserweiterung, zur Meinungsbildung - während der begrenzteren Möglichkeiten(ohne die digitale Welt) - in der Regel passiv, denn Veröffentlichungen in den damaligen Medien erforderten meist erhebliche finanzielle Mittel.

Inzwischen kann man nicht nur über das Kommunizierte im stillen Kämmerlein nachdenken, sondern, ohne großen Aufwand, verbreitet, rasch mittun. Sehr nuancenreich sind die Gründe dafür, sich einbringen, so unterschiedlich, wie die Interessen, Charaktere der Menschen.

Seit der 'Menschwerdung', dem Beginn jedweder Kommunikation zwischen Menschen gab/gibt es integren Austausch, aber auch Schmäh bis hin zum Rundfunk und Fernsehen. Warum sollte es in der digitalen Kommunikation anders zugehen?
...
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Ertappt?
Ganz sicher nicht. Als mündiger Bürger kann und darf ich das noch selbst entscheiden. Die Medien und Pressedienste sind da allerdings mit ihrer Panikmache wenig hilfreich und hetzen nur gerade die jeweils vorherrschenden Meinungen richtig an. Um das Sommerloch zu füllen, wird da alles auf der Schublade gezogen was man sich nur vorstellen kann. Wenn nicht gerade ein Alligator durch einen Badesee schleicht, so wird dann wieder die Panik über das Internet bemüht.
'Virtuelle Streicheleinheiten'
Sicher nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Mobbing und alle möglichen Formen davon sind schon eher die Realität. Es ist ja auch so einfach dort auf eine Person virtuell einzubrügeln ohne den Sessel verlassen zu müßen.
Persönlich würde ich mir wünschen, gerade dagegen mal Front zu machen, mit Berichten Aufklärung zu betreiben, positiv auf Gegenmaßnahmen zu verweisen.
Aber, das bringt halt keine Schlagzeilen und Einschaltquoten.
Böse Falle.
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Dass man sich selbst darstellen möchte, ist ein ganz normaler, naturbedingter Vorgang und auch in der Tierwelt zu beobachten.
Und wer dazu das Internet bzw. ein Netzwerk benutzt, tut es vielleicht auch deswegen, weil ihm im realen Leben entsprechende Kontakte fehlen oder ihm bei Treffen mit Freunden/Bekannten/etc. niemand zuhört.
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Wenn ich der Netzgemeinde etwas mitteile, tue ich das mit reiflicher Überlegung. Ich bemühe mich auch, nur gute, lesenswerte Kommentare abzugeben. Ich hoffe, damit die User zum Lesen meiner Texte zu bewegen, weil sie irgendwann wissen, was der Seibold schreibt, ist interessant.
Umgekehrt lese ich Kommentare oder Beiträge mancher Leute überhaupt nicht mehr, weil ich weiß, dass sie nur Nonsense oder Aggressives von sich geben. Dazu habe ich mir eine Namensliste der betreffenden sb-User angelegt mit Bewertung. + ist gut, ++ ist besser, +++ ist sehr gut, - ist mit Vorsicht zu genießen, -- ist zweifelhaft, --- ist abzulehnen.
Auf diese Weise verschwende ich keine Zeit mit dem Aufrufen und Lesen irrelevanter Beiträge und Kommentare.
Leider gibt es in Seniorbook keine Möglichkeit, die Äußerungen unangenehmer Zeitgenossen von vorneherein auszublenden.
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Selbstdarsteller, Motzer und Konsorten im Netz, leider keine Seltenheit.
Die Nettiquette wird vollkommen außer acht gelassen von einigen Usern.
Hinweise darauf arten in Beschimpfungen aus.
Ich weiß nicht, wie sich solche Typen im realen Leben benehmen.
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Dazu muss man sich nur mal die Diskussionen am schwarzen Brett von Seniorbook ansehen. Da gibt es Menschen, die mit ihrem echten Namen auftreten und damit identifizierbar sind, aber jede Netikette vergessen. Sie provozieren und beleidigen andere, schimpfen wie Rohrspatzen und glauben, dass ihre Meinung der Maßstab für alle anderen sein sollte.

Just my two cents
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Am Anfang war social web für mich eher so das "Internet Adressbuch" meiner in der ganzen Welt gesammelten Bekannten (Menschen die ich persönlich kennengelernt habe) bzw. eine Möglichkeit mit meinen Kindern, Familie, Verwandten die im Ausland leben schnell zu kommunizieren.
Mittlerweile hat sich das geändert.
- FB dient immer noch diesem Zweck eben den Kontakt zu Leuten zu halten die ich kenne.
- Hier in SB habe ich nur 2 Personen in meiner Liste, die ich tatsächlich persönlich kenne. Hier geht es mir eher darum, mit Leuten zu schreiben die ähnliche Interessen haben als ich, eben ähnlich "ticken". Sich auszutauschen. Natürlich dient es auch der Selbstdarstellung, denn ohne diese Selbstdarstellung tut man sich schwer mit dem "gefunden werden" von Menschen mit gleichen Interessen.
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