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Kommunikation in Online Communities: Datenschutz von heute ist wie Fußball vor 30 Jahren

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Beitrag von News Team

Wir könnten auch andere Entwicklungen unserer Gesellschaft als Beispiel anführen, aber weil gerade WM in Brasilien läuft, nehmen wir den Fußball. 1974 bei der WM in Deutschland waren viele begeistert und dachten: so geht Fußball. Heute, 40 Jahren später, wissen wir: das geht noch schneller, intensiver, mit besserer Technik auf und neben dem Platz.

Professionalität muss reifen

Die Ausbildung der Fußballer beginnt heute von Kindesbeinen an. Weltweit entstehen moderne Arenen mit allem Luxus und Schnick-Schnack. Die Stadion sind abgesichert und ein großes Polizeikontingent wacht darüber, dass es keine Ausschreitungen und keinen Ticketbetrug gibt.
Der heutige Datenschutz dagegen wirkt wie der Standard im Fußball vor 40 Jahren. Zugige Bruchbuden mit Ausschreitungen und Schiebereien an der Tagesordnung. Sicherheit gab es bestenfalls bei Staatsbesuchen. Die Spieler kamen schon mal zu spät zum Training und achteten nicht sonderlich auf ihren Lebenswandel. Mangelnde Professionaliät auf allen Ebenen - vor allem im Management der Vereine und Verbände.
Die gute Nachricht: Wir haben gelernt aus Fehlern und Defiziten, sind reifer geworden und haben Fortschritte erzielt. Wir erkannten Mißstände und haben darauf reagiert, haben sogar bequeme Positionen verlassen und uns Disziplin angeeignet.

In 10 Jahren werden wir über Datenschutz von heute lachen

So wie wir uns heute benehmen in Sachen Datenschutz, wäre in punkto Umweltschutz vergleichbar mit den Zeiten, als Waschmaschinen am Straßenrand entsorgt wurden und Kippen mit den Fingerspitzen aus dem Autofenster geschnalzt wurden. Fast mit selbstverachtender Gleichgültigkeit verpesteten wir die Umwelt. Doch dann kamm die Erleuchtung. Und heute lachen wir oder schütteln wir den Kopf über die Sünden von damals. Rauchen ist längst vielerorts verboten und Zigaretten wegschnippsen machen nur Umweltsäue (heimlich).

Privatsphäre und Waschmaschinen

Reife und Fortschritt werden auch beim Datenschutz einziehen, auch wenn wir heute noch mit beängstigender Lethargie im Netz dahinsurfen. Es hilft auch nicht das hilflose Bekenntnis: "Ich habe nichts zu verbergen."
Medien und Politk werden aufwachen und verstehen lernen. Eigentlich bestürzende Beiträge wie dieser aus der SZ werden Relevanz für Mehrheiten gewinnen und nicht nur für nächste Verwandte der Datenschutzbeauftragten. Erkennen, verstehen, ändern. Das ist beim Datenschutz fast noch einfacher als beim Fußball. Das Hauptproblem ist, dass Verstöße gegen Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre meist nicht sichtbar und spürbar werden - ganz anders als Waschmaschinen im Wald.

In diesem Zusammenhang ein weiterer interessanter Artikel zum Thema: "Kommunikation in Online Communities: Stammkunden aufbauen mit Werbung"