Selfie mit Kanzlerin und Bundespräsident
Selfie mit Kanzlerin und BundespräsidentFoto-Quelle: Screenshot Facebook

Fußball-WM 2014: So feiert das Netz Deutschlands WM-Sieg

News Team
Beitrag von News Team

Im Wahlkampf 2012 elektrisierte eine Rede von US-Präsident Barack Obama die Internetnutzer. 52.000 Tweets (Einträge) pro Minute verschickten sie beim Kurznachrichtendienst Twitter. Damals war das die höchste je gemessene Zahl an Statusmeldungen in dem Netzwerk. Doch diese Zahl ist gar nichts im Vergleich zum Finale der Fußball-WM am Sonntag: Nach dem Schlusspfiff, als die deutsche Mannschaft den Pokal geholt hatte, wurden 618.725 Tweets pro Minute verschickt. Das ist absoluter Rekord. Noch ein Vergleich: An normalen Tagen ohne Großereignisse sind es rund 236.000 Tweets pro Minute.

Überhaupt setzt die Fußball-WM Maßstäbe in den sozialen Netzwerken: Die höchste Zahl an Twitter-Einträgen während des gesamten Spiels gab es nicht am Sonntag, sondern während des Halbfinales Deutschland gegen Brasilien. Der 7:1-Sieg der Deutschen wurde in 35,6 Millionen Tweets kommentiert und geteilt, beim Finale waren es „nur“ 32,1 Millionen Nachrichten. Zwei Spieler nannten die Nutzer am Sonntag häufigsten: Torschütze Mario Götze und Argentiniens Superstar Lionel Messi.

Auch Facebook trumpfte auf: Mit 280 Millionen Interaktionen während des Finalspiels gab es die höchsten Nutzungszahlen während eines Einzelsportereignisses seit Bestehen des Netzwerks.

Witzige Bilder und viele Emotionen


Aber was steckt eigentlich hinter diesen gigantischen Zahlen? Was schreiben die Nutzer eigentlich – und warum? Die meisten kommentierten das Geschehen und teilten ihre Emotionen mit anderen: „Ich kann nicht mehr hinsehen“, „Das Spiel steht auf Messis Schneide“, „Der Schiri gehört ausgewechselt“ oder „Mann, spielt Argentinien brutal“. Dafür sind soziale Netzwerke perfekt geeignet: Man kann Gefühle mitteilen - und bekommt hoffentlich eine Reaktion von anderen. Aber auch wer eine lustige Idee hat, erntet seine fünf Minuten Ruhm. Allerdings weiß schnell keiner mehr, von wem die Idee ursprünglich stammt, weil der Witz zigtausendfach weiterverbreitet wird. So bei vielen Fotomontagen zum Finale, wie das Bild, das Angela Merkel als halbnackte Samba-Tänzerin zeigt. Tausende teilten es bei Facebook und Twitter.

Oder die Jesus-Statue in Rio de Janeiro, die auf Bildern plötzlich in Schwarz-Rot-Gold leuchtet. Auf einem Foto wurde das Maracana-Stadion in Rio in „Dramacana“ umbenannt – kein Wunder bei dem spannenden und hart umkämpften Spiel. Auch Klischees nahmen die User auf die Schippe: Eine Fotomontage zeigt ein argentinisches Steak, das zu deutschem Hackfleisch verwurstet wird.

Selfies von küssenden Fußballspielen


Die humorvollen Fotos wurden tausendfach geteilt, sowohl bei Twitter als auch bei Facebook. So erklärt sich auch die gewaltige Zahl an Einträgen. Aber auch echte Fotos der siegreichen Mannschaft wanderten durchs Internet – und Tausende User teilten sie ebenfalls. So zum Beispiel Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger, die sich nach dem Schlusspfiff einen angedeuteten Kuss durch die Luft hauchen. Podolski machte davon auch noch einen „Selfie“, also ein eigenes Foto mit der Handykamera.

Oder ein weiteres „Selfie“ von Sami Khedira aus der Kabine der Nationalelf: Die Mannschaft jubelt in die Kamera, unterstützt von Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Alleine 30.000 Menschen teilten dieses Bild bei Facebook, 630.000 klickten auf „Gefällt mir“. Mesut Özil zeigte auf seiner Facebook-Seite ein Bild von sich mit nacktem Oberkörper und dem Pokal und schrieb darüber: „Greatest day of my life“. 1,5 Millionen Menschen gefällt das, fast 43.000 teilten das Foto.

Bloße Kommentare zum Spiel und Emotionsbekundungen dagegen gingen in der Masse der Statusmeldungen einfach unter – oder wurden nur von Freunden registriert. Manche vergriffen sich allerdings auch im Ton. "Zweifel haben noch nie die Welt erobert", twittert der Sportartiklehersteller Nike zum deutschen Sieg. Angesichts der Geschichte Deutschlands ist das allerdings ein ziemlich unpassender Kommentar. Eher peinlich war dagegen das Bild, das Schauspielerin Veronica Ferres vor dem Finale via Twitter in die Welt schickte: Es zeigte sie selbst in einem Abendkleid mit schwarz-rot-goldenen Ärmeln neben einem Pferd. Darüber stand: "@DFB_Team: Morgen werdet Ihr Argentinien zureiten und zähmen."

Wir zeigen Euch die lustigsten und schönsten Einträge und Bilder bei Twitter und Facebook – klickt Euch einfach durch die Bildergalerie.

Wart Ihr während des Finales auch bei Facebook und Twitter aktiv und habt lustige Kommentare gelesen?