Spionage im Netz: So schützt Ihr Euch
Spionage im Netz: So schützt Ihr EuchFoto-Quelle: Thomas Weiss / pixelio.de

Wie wir im Internet unbemerkt ausgespäht werden

News Team
Beitrag von News Team

Die Privatsphäre im Internet ist für die meisten Nutzer ein sehr wichtiges Thema. Sie wollen nicht, dass andere Surfer zu viele Informationen über sie sehen können. Und erst recht nicht, dass Firmen Daten sammeln. Das tun Unternehmen auf vielfältige Weise. So speichern Google und Facebook jede Menge Infos über die Nutzer. Aber auch viele andere Webseiten häufen Daten an, oft mit Hilfe von Cookies.

Cookies (deutsch: Kekse) sind kleine Dateien, die beim Besuch einer Webseite auf dem Computer des Nutzers abgelegt werden. Sie helfen den Firmen und Werbetreibenden dabei, jemanden zu identifizieren – auch zu einer anderen Zeit und auf einer anderen Webseite. Was klickt der User an, was interessiert ihn also? Damit können die Unternehmen individuelle Nutzerprofile erstellen.

Cookies machen Euch zu gläsernen Nutzern


Manchmal sind Cookies praktisch: etwa, wenn sich der Online-Händler Amazon merkt, was Ihr beim letzten Besuch angesehen haben und Euch dann ähnliche Artikel vorschlägt. In dem Cookie sind auch Anmeldeinformationen und Einstellungen auf der Webseite gespeichert. Allerdings werdet Ihr durch ein solches Cookie für Amazon zum gläsernen Kunden. Die Firmen erfahren jede Menge Details über Eure Interessen, Vorlieben und Neigungen.

Datenschützer raten deshalb dazu, Cookies regelmäßig zu löschen. Außerdem könnt Ihr die Annahme der digitalen Kekse verweigern (wie man das jeweils macht: siehe unten). Der Nachteil: Ihr müsst zum Beispiel Eure Anmeldedaten auf Seiten, die Ihr oft besucht, immer wieder eingeben.

Unbemerktes Ausspähen durch Browser-Bilder


Eine neu eingesetzte Technologie, um User auszuspionieren, kann man dagegen schwer abstellen. Das „Canvas Fingerprinting“ wird schon jetzt auf vielen Webseiten eingesetzt oder getestet, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Wie bei Cookies sollen damit die Spuren der User im Netz verfolgt werden. Allerdings merken das die Nutzer nicht.

Canvas Fingerprinting fordert den Browser unbemerkt auf, eine Art Bild zu zeichnen. Dieses Bild (englisch: Canvas) ist einzigartig und dient so als Fingerabdruck. Mit ihm können Firmen jeden Browser identifizieren, wenn er eine Seite öffnet. Wissenschaftler der Princeton-Universität in den USA und der Katholischen Universität Leuven in Belgien haben die Technik schon auf mehr als 5000 der 100.000 weltweit beliebtesten Webseiten entdeckt – darunter Nachrichten- und Erotikportale. Auch T-Online, die Webseite des Handelsblatts, des Kicker und der Stuttgarter Zeitung sind nach Angaben von „Faz.net“ betroffen.

Allerdings wussten viele Firmen angeblich gar nicht, dass die Technik auf ihren Seiten eingesetzt wird. Verbreitet wird Canvas Fingerprinting offenbar vor allem von der US-Firma „Add This“. Ganz fehlerfrei funktioniert die Späh-Technologie aber wohl noch nicht, vor allem nicht auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets.

Wie Ihr Canvas Fingerprinting verhindert


Canvas Fingerprinting könnt Ihr nach Informationen von „Chip Online“ mit der Browser-Erweiterung Adblock Plus abschalten (für alle gängigen Browser, alle Browser findet Ihr unter "Mehr erfahren"). Das kostenlose Programm installiert Ihr in Eurem Browser, dann werden Euch keine Werbeanzeigen mehr angezeigt. Außerdem blockiert der AdBlocker die Übermittlung des Canvas-Bildes. Nach der Einrichtung des AdBlockers ruft Ihr zusätzlich diese AdBlocker-Webseite auf und klickt auf das Feld „Add EasyPrivacy to Adblock Plus“.

Wie Ihr Cookies löscht oder die Annahme verhindert Firefox:

  • Klickt auf die „Einstellungen“ im Menü (drei Striche rechts oben) und auf den Reiter „Datenschutz“. Hier findet Ihr den Punkt „Einzelne Cookies löschen“.
  • Zudem könnt Ihr das Feld „Firefox wird eine Chronik:“ den Punkt „nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen“. Im folgenden Auswahlfeld könnt Ihr Cookies akzeptieren oder ablehnen, definieren, wie lange sie gespeichert werden sollen und alle schon vorhandenen Cookies anzeigen lassen (oder löschen).

Internet Explorer:

  • Ruft im Internet Explorer (Version 11) in der Menüleiste auf, wählt Extras und dann Internetoptionen. Klickt auf Erweitert. Hier könnt Ihr Eure Auswahl für den künftigen Umgang mit Cookies festlegen.
  • Um Cookies zu löschen, geht Ihr so vor: Klickt auf das Zahnrad oben rechts im Internet Explorer und dann auf Sicherheit. Wählt „Browserverlauf löschen“ und aktiviert anschließend das Kästchen „Cookies und Websitedaten“. Dann wählt Ihr „Löschen“.

Google Chrome:


  • Wählt „Einstellungen“ im Menü (drei Striche rechts oben), klickt unten auf „Erweiterte Einstellungen anzeigen“ und dann im Abschnitt „Datenschutz“ auf „Inhaltseinstellungen“. Dort könnt Ihr Cookies löschen und den zukünftigen Umgang definieren.