Frauen sollen weniger lachen? Das finden diese Trükinnen nicht.
Frauen sollen weniger lachen? Das finden diese Trükinnen nicht.Foto-Quelle: Screenshot Twitter

Aufstand im Netz: Lachen und Liebe als Protest

News Team
Beitrag von News Team

Auf den einen Bildern sind lachende Frauen zu sehen, auf den anderen zwei Menschen, die sich im Arm halten oder einfach nebeneinander stehen. Solche Fotos überschwemmen derzeit Twitter. Sie haben direkt nichts miteinander zu tun, und dennoch symbolisieren beide Arten von Bildern eine starke Form von Protest – die mit positiven Signalen arbeitet, mit Fröhlichkeit, mit Liebe und mit Freundschaft.

Kreative Auflehnung


Die lachenden Frauen lehnen sich kreativ gegen einen skurrilen Vorstoß des türkischen Vize-Premierministers auf. Bülent Arinc hatte gesagt, Frauen sollten in der Öffentlichkeit weniger lachen, denn dies sei nicht keusch. Die Folge: Hunderttausende Frauen posten Bilder von sich, auf denen sie fröhlich grinsen. Es sind alte Frauen, Mädchen, manchmal auch Männer. Die meisten sind Türkinnen, aber es solidarisieren sich Frauen aus aller Welt und machen mit. Darunter sind auch Prominente, so wie „Harry Potter“-Schauspielerin Emma Watson. Manche posten keine Bilder, sondern schreiben einfach nur: „HAHAHAHAHAHAHA HAAAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA“.

Immer dabei: Der Hashtag, also das Schlagwort, #direnkahkaha. Übersetzt bedeutet dies so viel wie „Lachen“ und „Protest“. Hunderttausende Tweets sind schon bei Twitter zu finden, und die Welle reißt noch immer nicht ab.

Mit Liebe und Freundschaft gegen den Krieg


Mit der Macht der Bilder arbeitet auch eine andere Protestform, die bei Twitter und Facebook zu sehen ist. Unter dem Hashtag #JewsAndArabsRefuseToBeEnemies posten Juden und Araber Fotos von ihren Freundschaften und Beziehungen – und protestieren damit gegen den Krieg in Gaza. So etwa das jungvermählte Paar Sara und Ben mit einem rührenden Twitter-Eintrag. „Frisch verheiratet! Ich bin Iranerin und Ben ist Israeli. Lasst Frieden herrschen“, schreibt Sara Sepehri über ein Foto, das sie verliebt mit ihrem Ehemann beim Tanzen auf ihrer Hochzeit zeigt.

Die Idee zu der Aktion hatte Abraham Gutman, ein jüdischer Student aus den USA. Er gründete auch eine gleichnamige Facebook-Seite. Wie auch bei #direnkahkaha schlug die Idee Wellen, Tausende machten mit und posteten eigene Bilder.

Auch wenn die Fotos weder den Krieg in Gaza beenden können noch die Forderung des türkischen Vize-Premiers zurücknehmen – sie sind ein Signal der Hoffnung. Und sie zeigen, dass Protest über soziale Netzwerke mächtig sein kann, wenn viele mitmachen, sich solidarisieren und so ein Zeichen setzen.

Was haltet Ihr von dieser Form des Protests?