Halbmond 03.10.14
Halbmond 03.10.14

Wie fotografiere ich den Mond

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist bald wieder Vollmond, wenn dann das Wetter paßt, dann kommen wieder die vielen kleinen Mondbilder. Meist eher schlecht als recht.
Schlecht deswegen weil, zu klein, zu hell und auch oft eiförmig von den vielen unscharfen mag ich gar nicht erst reden.

Was wird denn da falsch gemacht? Kann man denn da was falsch machen?
Und ob vieles sogar:
Woher bekommt der Mond sein Licht, klar von der Sonne und weil eben den Mond nichts im Weg steht hat es Vollmond. Das heißt aber auch, es ist sehr hell auf der Mondoberfläche und von daher müssen wir an unsere Kamera entsprechend die Verschlußzeit reduzieren.

Ich spreche jetzt nur von der Kamera, die auch die Möglichkeit besitzt das man Verschluß und Blende manuell beeinflussen kann. Alle Automatikkameras die solche Umstellmöglichkeiten nicht haben, sind auch eher nicht zu gebrauchen für Mondaufnahmen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen wie so oft, also nicht verzagen, vielleicht finden wir auch da einen Weg.
So jetzt kommen wir mal zu der notwendigen Ausrüstung um ein gutes Bild des Mondes hin zu bekommen.
Idealerweise ist natürlich eine Spiegelreflexkamera mit entsprechenden Wechsel objektiv, hier sollte es schon ein Teleobjektiv >200 mm besser 300 – 500 mm Brennweite sein. Klar hat das nicht jeder, aber mit einen 200mm Tele kommt man schon ganz gut zu recht. Die meisten haben solch ein Objektiv. Manche sogar mit Telekonverter, was aber nicht unbedingt gut für die Schärfe ist. Aber dazu später mehr.

Ein sehr wichtiges Teil ist dann noch ein sehr stabiles Stativ, wenn man so eines nicht haben sollte, dann hilft ab und an auch die Spiegelvorauslösung, um Erschütterungen durch den Spiegelschlag zu vermeiden.
Es gibt heute auch schon viele Systemkameras ohne Spiegel, welche somit auch keine Vorauslösung benötigen.
Praktisch und sinnvoll ist dann auch noch ein elektrischer Auslöser oder eine Funkfernsteuerung zum Auslösen. Denn auch hierbei kommt es bei normaler Auslösung durch den Druckpunkt oft zu Verwacklungen, auch bei sehr guten Stativen.

So nun müssen wir nur noch den Mond abwarten, wer sich die Zeit nimmt kann das von Mondaufgang bis Monduntergang voll genießen. Die Mondphasen und deren auf und Untergangszeiten findet man im Internet unter http://mond.apper.de/ wo man sogar seinen Standort eingeben kann um es genau zu treffen. Aber zieht euch warm an es könnte kalt werden und im Sommer sollte man was gegen die Mücken tun, die können einen schon nerven.

Nun kann man nur hoffen das es eine klare Nacht ist, der Mond keinen Hof hat und somit ein klares Bild zustande kommt.

Nochmals daran denken das man ja Sonnenlicht fotografiert, somit sollte man die Verschlusszeit schon mal bei 100 ISO auf wenigstens 1/125 Sek. Stellen und das bei Blende 8 –11.
Die digitale Technik erlaubt es uns ja schon mal ein paar Probebildchen zu machen, kostet ja auch nicht mehr. Also einfach mal eine Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Zeiten und Blenden versuchen. Die Verschlusszeit sollte dabei aber nie weit unter den Wert der Brennweite vom benutzten Objektiv gehen. Das soll heißen wenn man ein 200 mm Teleobjektiv verwendet, dann minimal 1/200 Sek. Einstellen, auch wenn man ein Stativ verwendet.
Das hat weniger mit verwackelt zu tun, sondern mit der Erdrotation und der daraus erfolgten Bewegung des Mondes Richtung Westen.. Die noch am geringsten merkbare Bewegung ist dann wenn der Mond gerade am Horizont im ganzen zu sehen ist, da ist er aber auch noch am stärksten den Dunst der Erde ausgesetzt. Was zu etwas Farbverschiebung kommen kann, was uns zum Weißabgleich bringt. Idealerweise solle man die Bilder im RAW Format machen, denn da hat man dann die besten Ausgangswerte des Bildes, es ist wie ein Negativ zu sehen und kann ohne das Originalbild zu zerstören alle Möglichkeiten im nachhinein korrigieren.
Das klarste Bild hat man dann wenn der Mond die kürzeste Entfernung zur Erde hat. Das Objektiv auf Unendlich stellen, den Autofokus würde ich persönlich abschalten. Die Lichtmessung wenn möglich auf Spotmessung und diese direkt auf den Mond gerichtet. Ganzfeld- oder Integralmessungen unbedingt Vermeiden, denn dabei wird zuviel schwarze Fläche gemessen und somit der Verschluß irre geführt.. Jetzt erklärt sich auch warum so manche Kompaktkameras den Mond zwar drauf haben, aber meist unscharf oder völlig Überbelichtet.

Gleiches kommt leider auch vor wenn man eine sehr große Brennweite verwendet, das Stativ aber dafür nicht ausgelegt ist, also nicht stabil genug ist. Es kommt zu kleinsten Bewegungen die aber auf diese große Entfernung Erde - Mond (384.400 km) dann doch schon um einige Kilometer betragen können. Ebenso bei Verwendung eines Telekonverters, welcher ja bekanntlich die Brennweite erhöht je nach Vergrößerungsfaktor.
Aber nicht nur das, auch reduziert es die Blende eben um diesen Faktor, was zur Folge hat, das man die ISO erhöhen muß.
Versuche mit längeren Belichtungszeiten wie 1/125 sollte man vermeiden, wenn man kein Ei als Mond haben möchte. die Eiform entsteht weil sich der Trabant ja relativ schnell bewegt und bei längeren Verschlußzeiten dann eine Lichtspur gezogen wird, so wie man es kennt wenn man mit Langzeitbelichtung nachts Straßen fotografiert. Lieber die ISO Zahl erhöhen wenn man nicht über die 1/250 Sekunde kommt.

Wenn man es einigermaßen hinbringen will mit den vorhandenen Mitteln, dann sollte man wenigstens ein stabiles Stativ haben, oder die Kamera mit einer Klemmvorrichtung irgendwo fest und starr verbinden.
Aber auch wenn man nur einfachste mittel hat, schadet es nichts es einfach mal zu versuchen, es darf jeder mal versuchen sich in diese Materie rein zu arbeiten, man kann vieles auch für andere Fotothemen gebrauchen.
Gut Licht und einen Wolken- und Dunst freien Himmel.
Bis zum nächsten mal

Siegfried H.

Fotos gibt es dann zum nächsten Vollmond, sollen ja frisch sein zum Vergleichen.