Die Kriminalität im Internet nimmt zu, meldet das BKA
Die Kriminalität im Internet nimmt zu, meldet das BKAFoto-Quelle: Bernd Kasper / pixelio.de

Müssen wir alle Angst haben? BKA warnt vor steigender Kriminalität im Netz

News Team
Beitrag von News Team

„Die Internetkriminalität ist weiterhin auf dem Vormarsch“, warnt der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke. Jedes Jahr erhebt die Behörde die Zahl der gemeldeten Straftaten im Netz. Darunter fallen vielfältige Delikte: von Betrug beim Online-Banking über gestohlene Daten bis hin zur Infizierung von Computern mit Schadprogrammen. Das „Gefährdungspotenzial für jeden Internetnutzer“ bleibe „weiterhin hoch“, sagt Ziercke. Er fordert darum härtere Gesetze und eine bessere Ausrüstung für die Ermittler der Polizei.

Die Zahlen klingen wirklich alarmierend: Die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle lag 2013 zwar nur ein Prozent höher als 2012. Seit 2009 stieg die Zahl aber um mehr als 20 Prozent an. Nur 25 Prozent der Fälle wurden 2013 aufgeklärt.

"Vormarsch" der Kriminaität stimmt so nicht


Müssen wir Internetnutzer jetzt in Panik verfallen? Keine Frage, Cyberkriminalität muss man ernst nehmen. Aber ein „Vormarsch“ lässt sich aus den Zahlen nicht herauslesen. Was Ziercke nämlich nicht erwähnt ist, dass im gleichen Zeitraum auch immer mehr Menschen im Internet surften. Es sind prozentual etwa so viel mehr, wie die Zahl der Straftaten zunahm. „Denn die Zahl der Internetnutzer steigt - somit steigt auch die Zahl der Menschen, die Fälle von Cyberkriminalität an die Polizei melden“, schreibt dazu die „Süddeutsche Zeitung“.

Deshalb gilt: Wenn wir alle die wichtigsten Faustregeln beachten, bewegen wir uns im Internet ziemlich sicher. Hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht, weil wir nicht alles beeinflussen können. Wenn etwa die Server von Unternehmen gehackt werden, bei denen unsere Daten hinterlegt sind, können wir uns davor nicht schützen.

Aber es gibt ein paar einfache Faustregeln, die im Internetalltag sehr viel Sicherheit bringen:


• Verwendet sichere Passwörter, idealerweise bei jedem Onlinedienst andere. Eine Anleitung zu guten Passwörtern findet Ihr auch bei Seniorbook.
• Öffnet Anhänge in Mails mit fremden Absendern nicht, klickt nicht auf dubiose Links. Im Zweifel schaut Euch den Absender an und seid kritisch. Würde Euch Eure Bank eine Mail mit einem Absender wie derek198@hotmail.com schreiben? Löscht solche Mails am besten, ohne sie zu öffnen.
• Glaubt nicht alles, was Euch versprochen wird. Wenn es irgendwo Schnäppchen geben soll oder Ihr etwas gewonnen habt, schaut lieber dreimal hin, ob das realistisch ist.
• Nutzt eine Virenschutz-Software und eine Firewall.
• Haltet Betriebssystem, Browser und Virenschutz-Software sowie alle Programme, die Ihr nutzt, immer auf dem aktuellen Stand.
• Gebt Eure Daten nicht leichtfertig irgendwo im Internet preis.
• Wenn Ihr persönliche Daten übertragen wollt, etwa beim Online-Banking oder beim Einkaufen im Internet, dann nutzt eine verschlüsselte Verbindung. Jeder seriöse Online-Dienst bietet dies an, meist durch die Nutzung des sicheren Protokolls "HTTPS" in der Internetadresse.
• Macht regelmäßig Backups und sichert alle wichtigen Daten auf externen Festplatten, CD-Roms oder USB-Sticks.
• Wenn Ihr drahtlos über WLAN im Internet surft, nutzt immer den Verschlüsselungsstandard WPA2.