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Apples schlaue Uhr namens Watch
Apples schlaue Uhr namens WatchFoto-Quelle: Bildquelle: Apple

Apple Watch und andere Smartwatches: Wie uns schlaue Uhren fesseln sollen

Von News Team - Donnerstag, 18.09.2014 - 16:57 Uhr

An der Bushaltestelle, vor dem Kino, in der Schlange an der Supermarktkasse: Menschen, die auf etwas warten müssen, schauen heutzutage nicht einfach in die Luft. Sie starren auf ihr Smartphone-Display. Schnell noch mal E-Mails gelesen, eine Whatsapp-Nachricht geschickt oder bei Facebook bekanntgegeben, dass man gerade wartet – kaum jemand, der ein Smartphone besitzt, lässt es in einem solchen Moment in der Tasche. Was zur Folge hat, dass jeder nur mit sich beschäftigt ist – und mit dem Gerät.

In Zukunft werden diese Menschen wahrscheinlich abwechselnd Handy und Handgelenk fixieren. Denn wenn es nach den Elektronikherstellern von Apple, Samsung, Motorola & Co. geht, tragen wir alle bald einen kleinen Computer am Arm. Die so genannten Smartwatches sind groß im Kommen. Einige Modelle gibt es schon, Apple hat gerade seine Watch vorgestellt, die 2015 auf den Markt kommt. Wie immer entwickelt sich ein riesiger Hype, wenn Apple etwas Neues zeigt, auch wenn es so neu und innovativ gar nicht ist. Aber halt von Apple.

Eine Uhr braucht ein Handy


Was können die angeblich so schlauen Uhren eigentlich? Klar, die Zeit anzeigen. Aber sie kommunizieren auch mit dem Smartphone. Allerdings nur jeweils mit einem Handy, das das gleiche Betriebssystem besitzt. Apple Watch funktioniert also nur mit iPhones ab Modell 5, Motorolas Moto 360 zum Beispiel nur mit einem Android-Gerät. Wenn jemand anruft, eine Mail oder eine SMS schreibt, bekommt der Besitzer eine Benachrichtigung aufs Uhren-Display. Er muss also nicht mehr mühsam (Achtung, Ironie!) das Handy aus der Tasche holen. Außer natürlich, um nach der Benachrichtigung den Anruf entgegenzunehmen ...

Das ist noch nicht alles. Die Uhren sollen nämlich unsere Fitnesstrainer werden. Fortwährend überwachen sie unsere Körperfunktionen. Sie messen den Puls, zählen unsere Schritte und erinnern uns auf Wunsch sogar daran, dass wir mal wieder trainieren sollten. Wir unterwerfen uns also dem Fitnessdiktat unserer Uhren.

In Zukunft zahlen wir mit unserer Uhr


Dazu hat Apple seine Watch mit ein paar eher neckischen Funktionen ausgerüstet: Man kann mit ihr Nachrichten an Freunde schicken. Wer sie nicht auf dem Mini-Display tippen will, kann sie auch diktieren. Außerdem darf man selbstgemalte Symbole und Smileys an Freunde verschicken. Das ist nun nicht gerade etwas, worauf wir alle gewartet haben.

Im Gegensatz zur Konkurrenz hat Apple seiner Smartwatch aber noch eine Funktion verpasst, die unser aller Leben umkrempeln könnte: Man wird mit ihr bezahlen können. Ein integrierter NFC-Chip („Near field communication“) ermöglicht das. Künftig brauchen wir wohl beim Bezahlen im Supermarkt, im Kino oder im Bus weder Kleingeld noch EC-Karte. Es genügt, die Uhr an ein entsprechendes Lesegerät zu halten. Das ist deutlich weniger umständlich, aber womöglich auch gefährlicher: Was, wenn uns jemand die Uhr stiehlt? Und weiß Apple dann genau darüber Bescheid, was wir alles einkaufen? Wie fit wird sind, kann der Konzern ja sowieso schon einschätzen.

Kein Schnäppchen, aber eine Fußfessel


Die Frage ist: Wer braucht das wirklich? Wenn die Smartphone-Nutzer kaum zwei Minuten ungenutzte Zeit aushalten, ohne aufs Display zu sehen, wie wird das dann erst mit der Uhr sein, die ja noch schneller im Blick ist? Wir sind noch verfügbarer, noch abhängiger von Technologie, wir müssen noch mehr Geräte täglich aufladen. Und wir haben neben dem Handy zusätzliches Technikequipment immer dabei. Ein Schnäppchen sind die klugen Uhren übrigens nicht. Die Modelle der Konkurrenz kosten zwischen 200 und 400 Euro, Apple will mindestens 350 Dollar haben.

Die Frage wird sein, ob Apple & Co. die Käufer überzeugen können, dass eine Smartwatch nützlich ist, auch wenn man sie bislang nie vermisst hat.

Im Moment allerdings wirken die Uhren bestenfalls wie eine nette, aber eigentlich überflüssige Spielerei. Oder schlimmstenfalls wie eine elektronische Fußfessel am Handgelenk, die uns ständig mit Nachrichten nervt, ermahnt und überwacht. Und keinesfalls wie etwas, was man unbedingt haben muss.

Könnt Ihr ohne eine Smartwatch leben - oder kauft Ihr Euch sicher eine?

6 Kommentare

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Was man auch bedenken sollte - es ist nicht unbedingt der Hauptzweck der Uhren, unglaublich sinnvoll zu sein. Wenn es danach ginge, bräuchte gar niemand mehr eine Armbanduhr jeglicher Art. Die Uhrzeit hat man ja schließlich auch am Handy, das statistisch jeder Bundesbürger bereits besitzt. Und wenn es eh gar nicht unangenehm ist, das Handy aus der Tasche zu kramen ...

Worauf ich aber nun hinaus will: Uhren sind durch ihre Sichtbarkeit immer auch ein Fashion Statement. Und die haben ihren Preis. 250 Euro für die Moto 360 ist da noch Kindergarten im Vergleich zu 10000 Euro für eine Rolex. Und dafür haben Smartwatches durch die Verbindung zum Handy eben eine nette Spielerei zusätzlich eingebaut. Wüsste nicht, wieso das schlimm sein soll
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Ich finde die Uhren witzig, da hätten meine Bekannten auch die Chance, das ich Ihre Anrufe nicht verpasse, weil ich mal wieder das Klingeln des Handys nicht gehört habe... zahlen tue ich eigentlich nur bar, ganz selten mit Karte, aber so überwachung von Blutdruck oÄ. wäre schon gut... mal sehen was da im nächsten Jahr rauskommt, da wirds dann auch billiger
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Nachtrag:
einen Bedarf an dieser Uhr kann ich für mich nicht bzw. noch nicht
erkennen !
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ich für mich denke, daß die technische Erfindung für sich steht.

es liegt in unserer Verantwortung, ob wir in unserer Bequemlichkeit zum Sklaven dieser Technik werden oder

ob wir die Erfindungen als Angebot einer technischen Unterstützung wahrnehmen und wir auch die Kontrolle über den Einsatz behalten.
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Ich möchte das nicht!!!

Ich will weiterhin mit Bargeld bezahlen. Diese Überwachungsideen gruseln mich. Es gibt diesbezüglich 2 Möglichkeiten: Entweder die Erschaffer derlei Technik sind so davon begeistert, dass sie nicht mitkriegen, was man alles dmit anstellen kann, oder aber sie machen das absichtlich und hoffen, dass der Rest der Menschheit es nicht merkt.
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Den letzten Absatz kann ich voll und ganz unterschreiben.
Warum machen wir uns zu Sklaven der Technik ? Müssen wir alles haben was möglich ist oder reicht sinnvoll ?
Jeder sollte für sich selbst entscheiden , wie viel Technik er braucht.
Aber auch wie teuer die mehr oder weniger benötigte Technik ist.
Nicht nur von der Anschaffung her sondern auch von den Gebüren , die wir für eine allumfassende kominikation bezahlen müssen.
Die Uhren sind für mich keine Option .
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