Der Paketkopter der Deutschen Post.
Der Paketkopter der Deutschen Post.Foto-Quelle: Quelle: DHL

Unbemannte Flugobjekte: Wie Drohnen unseren Alltag erobern

News Team
Beitrag von News Team

Paketkopter nennt die Post die kleine Drohne, die ab sofort vom Festland zur Nordseeinsel Juist fliegt. Sie beliefert eine Apotheke mehrere Monate lang mit Medikamenten. Gesteuert wird die Drohne nicht etwa von einem Piloten. Sie fliegt die Zwölf-Kilometer-Strecke völlig selbständig. Eine Bodenstation überwacht den Flug zwar und kann im Notfall eingreifen. Normalerweise arbeitet der Paketkopter aber mit Autopilot. Das ist in Europa bisher einzigartig.

Das Fluggerät kann Pakete bis zu einem Gesamtgewicht von 1,2 Kilogramm transportieren. Es reicht einem Erwachsenen etwa bis zum Knie und fliegt mit Hilfe von vier Rotoren. In einer Flughöhe von ca. 50 Metern legt der Kopter je nach Wind bis zu 18 Meter pro Sekunde zurück. Er soll besonders leise sein und bei einer Entfernung von 50 Metern nur so laut sein wie ein sprechender Mensch.

Amazon und Google experimentieren mit Drohnen


Die Post betont, dass es noch keine konkreten Pläne für einen regelmäßigen und dauerhaften Einsatz von Drohnen gebe. Aber wir können davon ausgehen, dass der Anblick der unbemannten Fluggeräte in Zukunft ganz normal sein wird – und sie über unsere Köpfe surren. Denn auch andere Unternehmen experimentieren mit ihnen. Der Online-Händler Amazon beantragte im Juli die Erlaubnis für Flugtests bei der US-Luftfahrtbehörde. Octocopter, also Drohnen mit acht Propellern, sollen in Zukunft Pakete innerhalb von 30 Minuten zum Kunden bringen. Die Behörden haben allerdings ihre Einwilligung noch nicht gegeben. Amazon-Chef Bezos ließ aber schon publikumswirksam eine Drohne steigen. Auch der Internetgigant Google startete bereits Testflüge in Australien.

Für die Post könnte sich der Einsatz der Drohnen lohnen, denn vor allem in dünn besiedelten oder schwer zugänglichen Regionen wären sie billiger als die Zustellung durch Menschen. Für Feuerwehren wären Drohnen ebenfalls hilfreich, um etwa nach Katastrophen Opfer zu. Ein erstes solches Gerät dafür gibt es bereits. Auch Handwerker und Privatleute könnten die Fluggeräte für Transporte nutzen.

Riesige Drohnen fürs Militär


Drohnen sind aber in anderen Bereichen längst schon im Dauereinsatz. Das Militär nutzt sie zum Beispiel für Aufklärungsflüge in Kriegsgebieten. Es gibt aber auch Drohnen, die mit Waffensystemen ausgerüstet sind und aus der Luft angreifen können. Diese Geräte sind aber im Vergleich zum Paketkopter riesig.

Achtung, Spionage aus der Luft


Auch Ihr könnt Euch eine Drohne ins Haus holen: Die Minihubschrauber haben sich zu bezahlbaren Spielzeugen entwickelt. Einsteigermodelle gibt es schon ab 100 Euro. Wer früher Modellflugzeuge steigen ließ, hat wahrscheinlich Spaß an Geräten wie der AR.Drone 2.0 (ca. 340 Euro) oder der bald auf den Markt kommenden Bebop Drone, beide von Parrot. Die Quadrokopter werden mit dem Smartphone gesteuert, auf Knopfdruck vollführen sie Loopings oder sonstige Kunststücke. Beide haben Kameras an Bord. Das ermöglicht dem Piloten, das zu sehen, was die Drohne „sieht“. Die Aufnahmen können auch als Bild oder Video gespeichert werden.

Und das macht die Flugobjekten zu potenziellen Spionageobjekten: Der Besitzer gelangt damit an Orte, die sonst nur mühsam oder gar nicht erreichbar wären. Mit ihnen kann man filmen, was der Nachbar in seinem schwer einsehbaren Garten macht, oder in sein Dachfenster schauen. Jeder kann damit zum Voyeur werden. Bei YouTube finden sich zahlreiche Videos von Flügen, bei denen andere Leute ausspioniert wurden. Eigentlich dürfen die Drohnen nicht über fremde Grundstücke fliegen, wenn der Besitzer nicht zustimmt. Aber was, wenn der das gar nicht merkt?

Was haltet Ihr vom Drohnen-Einsatz? Genial oder gruselig?