Dorfansichten in Lübars
Dorfansichten in LübarsFoto-Quelle: Foto: Klaus Tolkmitt

Ausflugtipp Berlin - Mit dem Rad durch das Tegeler Fließ

Beitrag von wize.life-Nutzer

Radtour durch das Tegeler Fließ

Die Tour führt durch eine der schönsten Naturlandschaften Berlins. Auf Berliner Gebiet verläuft das Tegeler Fließ vom Tegeler See bis Lübars und ist etwa (mit kleinen Abstechern) 12 Kilometer lang.

Start ist am S-Bahnhof Tegel auf der Buddestraße. Rechts ab gehen die ersten 400 Meter noch durch hektischen Verkehr, doch danach wird es ruhiger und grüner. Am Waidmannsluster Damm wird die A 111 unterquert und an der Ampel die Straßenseite gewechselt. Links in den Wald hinein, kann man von nun an der Wegbeschilderung (Barnimer Dörferweg bzw. der Nummer 13) folgen. Die Schilder werden auf der gesamten Strecke immer wieder sichtbar und nützlich sein. Trotzdem ist eine Wander- oder Radfahrkarte aus dem Gebiet zu empfehlen.

Schon auf den ersten Kilometern ist die urwüchsige Bachlandschaft ein kleines Paradies, in dem sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen, aber auch für die Menschen die Hektik der Großstadt nicht mehr zu spüren ist.

Es lohnt schon ein erster Halt an der Titusbrücke und später am Egidysteg, um der Natur zu lauschen. Je nach Jahreszeit kommt man an Brutplätzen vorbei und kann seltene Blumen und Biotope bewundern.

Der Weg führt mal direkt am Bachlauf entlang, dann mal wieder weiter weg durch Wald und Wiesen. Allerdings sollten grundsätzlich die Hinweise beachtet werden, die Wege nicht zu verlassen.

Am Egidysteg wird das Fließ überquert, es geht links weiter, um dann rechts auf die Mühlenfeldstraße einzubiegen. Schon nach wenigen Metern wird die ruhige Straße schon wieder verlassen, weil es rechts wieder in das Fließtal hineingeht. Nach einem weiteren Kilometer wird die Artemisstraße überquert, radelt man durch das Viadukt der S-Bahn und kommt am Oraniendamm auf die B96. Auf der anderen Straßenseite links die Brücke überqueren, um dann gleich wieder rechts dem Fließweg weiter zu folgen. An der nächsten Brücke wird das Fließ abermals überquert, um linker Hand den Hermsdorfer See zu erreichen. Gegenüber beginnt auch der Ziegeleisee mit dem Strandbad Lübars. Im Sommer lohnt sich ein Abstecher, im Ziegeleisee lässt sich herrlich baden.

Auf der Tour durch das Tegeler Fließ wird die Straße „Am Freibad“ überquert, um bis zur nächsten Weggabelung zu radeln. Jetzt heißt es runter vom Rad und linker Hand weiter zu Fuß über den Holzsteg. Der Eichwerdersteg, ein 150 Meter langer Bohlensteg, führt direkt durch die Flussaue. Viele kleine Hinweistafeln am Naturlehrpfad geben Informationen. Hier erfährt man auch, wie das Fließ entstanden ist.

Nach der Weichseleiszeit bedeckten die Eismassen das gesamte Gebiet bis über Berlin hinaus und formten typische Landschaften wie das Urstromtal. Die abfließenden Schmelzwasser strömten aus dem Norden in das Berliner Tal hinein. Dabei entwickelte sich unter anderem auch das heutige Tegeler Fließ zu einem ausgeprägten Flusslauf, der sich ein breites und mit Kieseln ausgelegtes Bett erarbeitete. Bei Schildow hat sich darüber hinaus ein Hangmoor ausgebildet, das bis heute von einem ausgeprägten Schilfgürtel gesäumt ist.

Am Ende des Steges verlässt man für ein kurzes Stück Berlin und kommt nach Brandenburg. In der kleinen Siedlung Schildow geht es von der Veltheimstraße dann rechts ab auf die Alte Schildower Straße, in deren Verlauf hinter der Eichhornstraße wieder auf den Rad- und Wanderweg gewechselt werden kann. Der Wiesenstraße folgend, durchquert man eine wunderschöne Sand- und Heidelandschaft, um an den Köppchensee zu gelangen. Mit etwas Glück sind hier Fischotter beobachten. Nach einem kleinen Anstieg geht es an der ersten Wegkreuzung rechts ab Richtung Lübars. Nach wenigen Kilometern erreicht man nach der Fahrt durch die Feldmark Berlins kleinstes Dorf. Lübars, das 1247 erstmals urkundlich erwähnte wurde, hat schon im Mittelalter eine Dorfkirche aus Holz oder aus Fachwerk gehabt. Der Nachfolgebau der evangelischen Dorfkirche, eine einfache Saalkirche mit vorgesetztem quadratischen Turm, weist noch alle stilistischen Merkmale des Barock in preußisch-strenger Ausprägung auf. Sie wurde von 1791 bis 1794 auf den Grundmauern der 1790 bei einem Großfeuer abgebrannten Fachwerkkirche aus Stein errichtet.

In Lübars endet die Radtour durch das Tegeler Fließ. Nach einer Stärkung im Dorfkrug oder im Biergarten der Landschlachterei bietet sich eine Rückfahrt über den Zabel-Krüger-Damm bis zum S-Bahnhof Waidmannslust an, um von dort den Heimweg anzutreten.

Das Tegeler Fließ bietet sich natürlich auch als Wanderung an. Man braucht dann allerdings mit Rast und Beobachtungspausen nicht zweieinhalb bis drei Stunden, wie mit dem Rad, sondern sicher doppelt so lang. Es lohnt sich aber allemal, diese Naturlandschaft zu erleben und zu genießen. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

S-Tegel, Buddestraße, 13403 Berlin auf der Karte anzeigen:
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