Was Frauen wirklich denken: Wer weiß mehr - Kopf oder Bauch?
Was Frauen wirklich denken: Wer weiß mehr - Kopf oder Bauch?Foto-Quelle: © Dreaming Andy www.fotolia.de

Was Frauen wirklich denken: Wer weiß mehr - Kopf oder Bauch?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich. Es war kein Geringerer als der französische Philosoph René Descartes, der diesen Satz formulierte. Es war der erste Grundsatz, den der Gelehrte nach radikalen Zweifeln an der eigenen Erkenntnisfähigkeit als nicht weiter kritisierbare Conditio sine qua non verankerte und methodisch begründete: „Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“

Hat er geahnt, dass mit ihm die Epoche der Aufklärung zu einem ungeahnten Siegeszug über alle anderen bewussten, un- und unterbewussten Fähigkeiten des Menschen aufbrach? Das Mittelalter und alle anderen Epochen galten fortan als finster. Der aufgeklärte, denkende Mensch war ein Verstandesmensch.

Der Mensch denkt. Ja. Aber wer lenkt wirklich?


Ist es Gott? Sind es unsere Emotionen, Gefühle, die ja angeblich und bereits pränatal unser erster Verstand sind? Ist es das spätestens mit Freud entdeckte Reich des Unterbewussten, des Es?

Was auch immer wahr ist und wer auch immer Recht haben mag: So sehr wir uns auch bemühen, mit unserem Kopf, die Welt zu erfassen, andere Menschen und uns selbst - der Kopf reicht nicht hin. Das geben mittlerweile sogar renommierte Hirnforscher wie Spitzer und seit längerem sogar weltberühmte Physiker wie Einstein und Planck zu bedenken.

Ein Leiter des Max-Planck-Institus in Berlin hält gar weltweit Vorträge über die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition - so der Untertitel seines erfolgreichen Buches Bauchentscheidungen.

Think limbic!


So rief bereits vor vielen Jahren die Nymphenburger Gruppe um den Psychologen und Unternehmensberater Häusle auf. Wie aber geht es? Den limbischen Teil unseres Gehirns zu nutzen, das Unbewusste zu aktivieren, die Intuition walten zu lassen? Und das Kopfhirn auszuschalten?

"Ich vertrau auf mein Gefühl!"


So titelte vor kurzem die Zeitschrift emotion und beschreibt die Intuition als unseren wichtigsten Kompass. Danach gilt:

+ Entscheidungen aus dem Bauch sind besser als jede Pro- und Contra-Liste.
+ Schaltet die Grübeleien aus und ab. Nimm Kurs auf dein Innerstes.
+ Schalte ausreichend, um dich besser zu spüren.
+ Mach einfach mal Urlaub von E-Mail & Co.
+ Befreie dich von allem Ballast und unnötiger Wichtigtuerei.
+ Meditiere regelmäßig und halte die Stille aus.
+ Sorge für viel Bewegung und schenke dir und deinen Lieben kleine Aufmerksamkeiten und Gesten.

Klingt nicht neu. Ist nicht neu.


Bis vielleicht auf den Punkt mit den E-Mails. Alles andere wissen und predigen östliche Philosophen und Menschen seit Jahrtausenden. Auch unsere Ahnen kannten dies. Weise Frauen allen voran.

Im Grunde geht es darum, sich selbst zu spüren und nahe zu sein, Zugang zu haben zu dem, was unser Herz, unsere Seele sagt und weiß. Kinder z.B. haben diese native Wissen. Sie verlieren es, wenn wir Erwachsenen mit unserem Kopf-Wissen an ihnen herum erziehen.

Nun beginnen wieder die rauhen Nächte und dunklen Tage.


Nehmen wir sie doch einfach zum Anlass, in uns nach all dem Ausschau zu halten, was wir sonst da draußen in der großen weiten Welt versuchen zu finden.