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Wie kann man einen Google-Eintrag löschen lassen?

Wie kann man einen Google-Eintrag löschen lassen?

Von News Team - Dienstag, 23.06.2015 - 12:12 Uhr

Ein Foto vom einer feuchtfröhlichen Party, das auf einer privaten Homepage auftaucht, natürlich mit Eurem Namen? Oder eine Jugendsünde, über die eine Zeitung berichtete? Wenn so etwas bei der Google-Suche auftaucht, kann das sehr peinlich werden.

Vor knapp einem Jahr verdonnerte der Europäische Gerichtshof den Suchmaschinenriesen Google dazu, das "Recht auf Vergessen" zu ermöglichen. Gemeint ist, dass jeder Internetnutzer Suchergebnisse aus der Liste löschen lassen kann, wenn diese bestimmte Kriterien erfüllen. Dann tauchen sie nicht mehr auf, wenn jemand nach etwas sucht. Mehr als 200.000 Anträge sind in einem Jahr bei Google eingegangen, in 60 Prozent der Fälle lehnte der Konzern die Löschung ab. Ein eigenes eingerichteter Löschbeirat entscheidet, was entfernt wird und was nicht. Dem gehört zum Beispiel Wikipedia-Gründer Jimmy Wales an.

Aber wie kann man überhaupt vorgehen, wenn man unliebsame Einträge über sich selbst gefunden hat, und was sind die Voraussetzungen?


Es ist nicht möglich, einfach jeden unliebsamen Eintrag einfach aus den Suchergebnissen zu eliminieren. Jeder einzelne Antrag muss gut begründet werden - und Google prüft danach jeden davon im Einzelfall. Denn der Konzern will immer abwägen zwischen dem Recht auf Privatsphäre jedes Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft. Laut Europäischem Gerichtshof müssen Suchergebnisse nur dann gelöscht werden, wenn sie "in Anbetracht aller Umstände des Einzelfalls, insbesondere der verstrichenen Zeit, den Zwecken, für die sie verarbeitet worden sind, nicht entsprechen, dafür nicht oder nicht mehr erheblich sind oder darüber hinausgehen".

Der Antrag auf Löschung, Schritt für Schritt


Um einen Eintrag bei Google zu löschen, muss man für jeden einzeln ein Formular auf einer Google-Webseite ausfüllen. Google erklärt darin noch einmal den Hintergrund und bezieht sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes. In dem Auswahlfenster wählt Ihr Euer Heimatland aus, also Deutschland.

Anschließend müsst Ihr "personenbezogene Daten" in das Formular eingeben - also Ihren vollständigen Namen und eine gültige E-Mail-Adresse. Wenn Ihr den Antrag für jemand anders stellen, müssen Sie hierzu noch ein paar Angaben machen.

Im nächsten Schritt tragt Ihr die genaue Webadresse der Seite ein, die Ihr aus den Suchergebnissen entfernen lassen möchtet - also die URL, die in der Adressleiste Ihres Browsers angezeigt wird, nachdem Ihr auf das Suchergebnis geklickt habt. Nun müsst Ihr begründen, warum dieses Suchergebnis "irrelevant, veraltet oder anderweitig gegenstandslos ist". Wird dieses Feld offengelassen, bearbeitete Google Euren Antrag nicht. Machen Sie hier möglichst genaue Angaben.

Weiter unten auf der Seite sehen Sie das Feld "Durchsuchen". Hier müsst Ihr die Kopie eines Dokuments hochladen, das Ihre Identität bestätigt. Diese muss gut lesbar sein, es sollte aber laut Google kein Personalausweis oder Reisepass sein. Ihr könnt einen Führerschein nutzen, aber auch ein sonstiges nicht unbedingt amtliches Dokument. Dieses findet Ihr über "Durchsuchen" auf der Festplatte.

Anschließend aktiviert Ihr mit einem Klick das Kontrollkästchen, um zu bestätigen, dass all Ihre Angaben im Antrag richtig sind.

Sie müssen den Antrag nun noch "unterschreiben", in dem Ihr Euren Namen noch einmal eintippen. Zudem müssen Sie das aktuelle Datum eintragen. Klicken Sie dann auf "Senden".
Google verspricht nicht, die Anträge innerhalb einer bestimmten Frist zu bearbeiten - es kann also dauern, bis Sie etwas hören.

Mythos: der ungewollte Eintrag verschwindet ganz aus dem Netz


Aber Achtung: Selbst wenn Google Eurem Antrag auf Löschung stattgibt, heißt das nicht, dass der Eintrag oder die Webseite ganz aus dem Internet verschwinden. Denn die entsprechende Seite gehört dem Suchmaschinenbetreiber ja gar nicht. Google kann nur das Suchergebnis beeinflussen. Der Treffer wird dann also nicht mehr angezeigt, wenn jemand etwas sucht. so wird der Eintrag schlechter gefunden. Steht aber etwa auf einer Homepage ein Link zu dem Beitrag oder der Seite mit dem Foto, könnt Ihr nichts machen - höchstens den Betreiber der Seite bitten, es zu löschen.

Übrigens bleibt der Eintrag auf bei allen Suchergebnissen außerhalb der EU, Island, Norwegen, Lichtenstein und der Schweiz stehen. Wenn jemand in den USA nach einem Begriff googlet, kann es sein, dass die unliebsame Seite in seinen Suchergebnissen auftaucht.

3 Kommentare

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Kurze Antwort: GAR NICHT
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Genauer: Keinesfalls, niemals, NEVER EVER!
Das Internet ist eine Einbahnstraße für alle Informationen. ALLES was 'reingeht wird verwurstet. Google ist nur die größte Wurstmaschine, längst nicht die Einzige.

Mit den Möglichkeiten des Internet sind ALLE Gesetzgeber global überfordert.
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wie gut das ich einen Allerweltsnamen hab und so nicht eindeutig ist was zu mir gehört, es war aber nicht wirklich was dabei, was ich löschen müsste
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Ein Riesen Aufwand ---- diese Löschung ... ich habs mal versucht aber wieder -- aufgegeben
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