wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Mein Wort zum Sonntag: Die ältesten Religionen

Mein Wort zum Sonntag: Die ältesten Religionen

Von News Team - Sonntag, 14.06.2015 - 09:43 Uhr

Die älteste Religion wird vermutlich heute noch irgendwo auf dieser großen Welt praktiziert. Doch wir kennen sie nicht. Wir müssen uns auf schriftliche Überlieferungen verlassen, die wir mühsam datieren, die aber nichts über die Ursprünge der Lehre aussagen.
Die frühsten religiösen Vorstellungen der Menschen bezogen sich höchstwahrscheinlich auf Naturphänomene, deren Macht - Fluch und Segen - die Frühmenschen beeindruckten und immer noch beeindrucken. Die Sonne (in den meisten Sprachen männlichen Geschlechts) gibt Lebenskraft und lässt alle verdorren. Der Mond (in den meisten Sprachen weiblichen Geschlechts) schenkt Trost bei Nacht und verbreitet Unruhe und Furcht. Wind und Wasser, Stürme und Quellen, Geysire und Vulkane laden alle zur Anbetung ein, denn sie sind mit menschlichen Mitteln nicht beeinflussbar, beeinflussen aber sehr stark unser Leben.

Ursprung der Religion: Furcht vor Naturgewalten

Wikipedia schreibt über die ältesten religiösen Ausdrucksformen: "Demnach werden Bestattungen und (später) Grabbeigaben als frühe archäologische Zeichen religiösen Ausdrucks anerkannt, die sich ab etwa 120.000 Jahren v. Chr. im Mittelpaläolithikum sowohl bei Homo sapiens als auch beim Neandertaler nachweisen lassen." Haben die Steinzeitmenschen an ein Leben nach dem Tode geglaubt, an übernatürliche Wesen, an gottähnliche Gebilde? Oder waren die Grabbeilagen bloße Respektbezeichnung geliebten und verehrten Menschen gegenüber? Jedenfalls ist in allen überlieferten Religionen das Opfer zentrales Element, also eine Gabe zur Befriedigung und Befriedung der Götter. Ohne Opfer gab es kein Wohlwollen der höheren Mächte, ohne Wohlwollen sahen sich die Menschen den Naturgewalten noch mehr ausgeliefert. Mit Opfern ging es den Menschen allerdings auch nicht viel besser, denn die Götter waren launenhaft, und die Aufgabe der Priester bestand unter anderem darin, die Launen der Götter dem Volk zu erklären und diese zu begründen.

Älteste überlieferte Religion: Hinduismus

Zu den ältesten praktizierten Religionen mit komplexen Ritualen gehört sicher die ägyptische Religion, aber die existiert nicht mehr. Die Religionen des Vorderen Orients (Sumer, Babylon, Akkadien) haben Spuren im Judentum hinterlassen. Und die polytheistischen Religionen der Griechen und Römer wurden von den Christen abgeschafft. Bleiben die Religionen Indiens, also in erster Linie der Hinduismus, aus dem sich später Jainismus und Buddhismus abspalteten. Die gibt es immer noch, aber es ist aber fraglich, ob man die unterschiedlichen religiösen und spirituellen Vorstellungen Indiens überhaupt zu einer einzigen Religion zusammenfassen kann. Erstaunlich, wie die indische Religion entstand: Ähnlichkeiten mit der jüdischen Religion sind frappierend. Zunächst lebten die "Arier" (= "die Gastfreundlichen") als Nomaden, nur zusammengehalten durch ihre gemeinsamen Mythen, die später dann in verschiedenen Schriften ("Veden") zusammengefasst und vereinheitlicht wurden. Das geschah etwa ab 1200 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.).

Die abrahamitischen Religionen

Fast das Gleiche beobachten wir bei der jüdischen Religion. Die nach Babylonien verschleppten Stämme Israels fanden dort ihre religiöse Identität und schufen ihr geschichtlich-religiöses Werk, die Thora, bei uns als "Altes Testament der Bibel" bekannt. Mündliche Überlieferungen gehen zurück bis ins Jahr 15000 v.u.Z., aber aufgezeichnet wurden diese Überlieferungen erst ca. 450 v.u.Z. Nach dem ägyptischen Echnaton-Mythos verkörpern die Vorstellungen der Stämme Israels die zweite monotheistische Religion. Der Gott der Juden war ein persönlicher Gott, der einen Vertrag mit dem Volk Israels geschlossen hatte: Ihr verehrt nur mich, ich beschütze euch. Woran spätestens im 20. Jahrhundert dann Zweifel aufkamen.
Christentum (ab 100 unserer Zeitrechnung) und Islam (ab ca. 600 unserer Zeitrechnung) sind religiöse Spätgeburten, man könnte sagen: Abzweigungen der umfangreichen religiösen Vorstellungen der Juden, bereichert durch Aussprüche der jeweiligen Propheten Jesus und Mohammed.

3 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Menschen werden im Allgemeinen in ein religiöses Umfeld hineingeboren, von dem sie ein Leben lang geprägt sind. Spannungen entstehen, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturkreise aufeinander treffen. Dann ergibt sich schnell, dass es eine herrschende und besitzende Bevölkerungsschicht gibt, die ihre Privilegien mit allen Mitteln gegen die Forderungen der Unterprivilegierten Schichten verteidigt. Die Religion wird in diesen Fällen als Mittel zum Zweck missbraucht.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das Bild vom Pura am Bratan See auf Bali steht für einen Hinduismus, der sich von dem indischen Hinduismus unterscheidet. Mittlerweile steht auf dem Gelände auch ein Symbol für Buddhisten und in der Nähe eine Moschee.
Egal wie alt oder jung eine Religion sein mag, sie wird und wurde immer von ihren Gläubigen oder bestimmten Machtmenschen der Religion innerhalb der unterschiedlichen Regionen stark beeinflusst.

Heute stellt sich oft die Frage, welches die "RICHTIGE" Religion ist. Aber es geht aus meiner Sicht nicht um Richtig oder Falsch. Es geht um die Zufriedenheit der Angehörigen einer Religion und die Kraft die daraus für ein friedliches zusammenleben aller Menschen mit ihren unterschiedlichen Gottesvorstellungen gewonnen wird.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
sehr lesenswert, man lernt dazu
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren