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Digitale Selbstverteidigung: Exotischer Nischensport oder notwendige Massenb ...

Digitale Selbstverteidigung: Exotischer Nischensport oder notwendige Massenbewegung

Von News Team - Montag, 23.11.2015 - 11:38 Uhr

Das Schlagwort Digitale Selbstverteidigung erinnert irgendwie an die Zeit, als die ersten Leute anfingen, Müll zu trennen. Wir kamen aus sorglosen Jahren, in denen es üblich war, Kippen aus dem Fenster zu schmeißen und alte Waschmaschinen über die Böschung zu entsorgen. So ähnlich läuft es mit der Digitalisierung. Wir müssen uns schützen lernen oder sie wird uns auffressen. Das ist zumindest die Sicht der Vorkämpfer, die sich dafür einsetzen, dass wir mit allem Digitalen genauso sorgsam umgehen wie mit Nahrungsmitteln oder mit CO2 Grenzwerten.

Gesetzgeber und Anbieter in der Pflicht

Digitale Selbstverteidigung kann bedeutet, dass man selber sehr vorsichtig ist mit Accounts oder der Preisgabe von Daten. Aber die Realität zeigt, dass die meisten zu träge oder zu unwissend sind, um eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Sie werfen, in der Sprache der Mülltrennung ausgedrückt, lieber weiter die Kippen aus dem Fenster. Geht ja auch so, irgendwie...
Also braucht Digitale Selbstverteidigung den Gesetzgeber für nachhaltige Änderungen und Kontrollen. Sonst werden sich Anbieter und Verwerter von Daten weiter verselbständigen. Ohne Datenschutzgesetze und vor allem ohne Durchsetzung und Kontrolle der selbigen werden wir auch noch in 10 Jahren Kippen aus dem Fenster werfen. Und dann wird es irgendwann zu spät sein für ein Umdenken.

Was passiert, wenn "es zu spät ist"?

Nach mir die Sintflut. Betrifft mich nicht mehr. Das sind durchaus gängige Antworten bei Themen wie Digitale Selbstverteidigung (oder auch Klimawandel). Aber für Leute mit etwas mehr Neigung zu vorausschauendem Leben stellt sich die Zukunft etwas anders dar. Sie wissen, dass sie anfangen müssen, auch den digitalen Müll zu trennen. Sonst landen wir bald in einer Zukunft, in der

  • wir auf Schritt und Tritt verfolgt werden.
  • wir nicht mehr kontrollieren können, wer wie viel über uns weiß.
  • das Internet zu einem Ort wird, wo kein vernünftiger Mensch mehr kommuniziert.
  • die Nutzung digitaler Instrumente eine ungeliebte Notwendigkeit wird.

Für wen das heute noch unvorstellbar ist, der stelle sich zur Beflügelung seiner digitalen Fantasie vor, wo wir heute wären, wenn wir den Umweltschutz nicht so konsequent angegangen wären: Auf eine Müllhalde namens Natur.
Digitale Selbstverteidigung ist wie Digitaler Umweltschutz. Wir müssen schauen, dass es sauber und sicher wird, so, dass wir uns auch auf Dauer gerne dort aufhalten.

1 Kommentar

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Digitale Selbstverteidigung ist ein spannendes und wichtiges Thema.

Leider führt der oben stehende Artikel aber etwas in die Irre: Selbstverteidigung heisst eben NICHT, andere zum Handeln aufzufordern. Niemand würde von "körperlicher" Selbstverteidigung reden und dann den Staat fordern, die Polizei zu verstärken. Entsprechend geht es auch bei digitaler Selbstverteidung auch darum, was jeder einzelne tun kann und zwar für sich selbst.

Da ist es dann tatsächlich so, wie oben beschrieben: Das Thema wird eigentlich weiterhin komplett ignoriert. Ich kenne tatsächlich niemanden, der seine privaten Emails verschlüsselt (mich eingeschlossen) - dabei ist das heute eigentlich einfach . Es nützt eben nur nichts, das für SICH zu beschließen und dann keine Mail-Partner zu haben, die damit etwas anfangen können.

Andere Sachen sind aber so einfach, dass man einfach nur doof ist, wenn man es nicht tut. Dazu gehören (aus meiner persönlichen Sicht)

- Nutzung alternativer Suchmaschinen (z.B. DuckDuckGo)
- Nutzung von alternativen Email-Providern, also vor allem weg von Google, Yahoo, AOL und co
- Nutzung von Email-Software statt web-basierten Mail-Zugriffen
- Unterbindung von Tracking-Tools (ja .. ein heikles Thema -aber warum soll ich mir als User gefallen lassen, dass die Werbewirtschaft mich über viele Seiten verfolgen muss? Man kann Werbung auch anders machen . Und irgendwie schaffen es ja auch die Zeitungen und Magazine immer noch, Werbekunden zu finden, obwohl sie den Leser nicht tracken könne)

Für Leute, die jetzt immer noch nicht mit den Augen rollen und wahlweise einen fatalistischen (Ist es dafür nicht schon zu spät, man kann doch eh nichts machen) oder blümchen-naiven (Ich hab doch ncihts zu verbergen) Ansatz zum Umgang mit ihren eigenen Daten haben , hier noch 2 Links zum Thema:

Einen guten Überblick, der zwar schon 2 Jahre alt ist, aber immer noch aktuelle Theman aufgreift, findet man hier : https://digitalcourage.de/support/di...erteidigung.

Mehr Details und aktueller in einem anderen Beitrag auf netzpolitik.org - eine Website mit vielen interessanten Themen in dem Umfeld. https://netzpolitik.org/2015/2-jahre...rteidigung/
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