wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Beleidigung

Die Renaissance

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 29.12.2015 - 04:56 Uhr

Je mehr man sich in sozialen Netzwerken aufhält, um so eher stößt man auf Begriffe, die man einerseits schon vergessen geglaubt hat und andererseits wieder erschreckend präsent sind. Dabei ist es unwichtig, ob diese Begriffe nur nachgeplappert werden, oder Diejenigen, die sie verwenden neu für sich entdeckt haben. Die Bedeutung ist gleich. Ebenso müsste man annehmen, dass"verbotene Bücher" bereits von einer ganzen Reihe von Nutzern gelesen wurden.

Der Nazi-Jargon erlebt in diesen Tagen nicht nur bei "Spaziergängen" eine Renaissance, sondern auch in sozialen Netzwerken. Erschreckend dabei: Nicht etwa die Jüngeren, denen man vielleicht noch Naivität und Unwissenheit zugestehen könnte, sondern in erster Linie Nutzer, die es besser wissen sollten. Da wird fröhlich mit Begriffen um sich geworfen, die dann auch von der jüngeren Generation nur zu gerne übernommen werden, weil "klingen cool".

Eine Reihe von Worten wie "Blockwart" oder "Denunziant" stammen aus dieser dunklen Zeit der totalitären Diktatur in Deutschland. Der Blockwart meldete vermeintliche "Vergehen" den Nazis, die ein diktatorisches Unrechtssystem mit politisch instrumentalisierter Justiz führten. Und der Denunziant wendet sich an ein legitimiertes System. Der "Gutmensch" wird von gewissen Grüppchen auch gerne genommen. Dabei ist dieses Wort nur eine Abwandlung des "Die Gutmeinenden". Und dieser Begriff war schon in Hitlers "Mein Kampf" zu finden. Und wenn man schon auf dieser Ebene keinen Erfolg verbuchen kann, geht es eben im Frontalangriff gegen Plattformbetreiber mit so irrationalen Forderungen, wie "Bekanntgabe von Namen, die Verstöße gemeldet haben" welche auch noch mit dem dümmsten aller möglichen Argumente untermauert werden: Man will sich ja beim Melder entschuldigen, dass man so "böse" war.

Die Wahrheit liegt aber knapp daneben. (Ironie ON) Aber Besten wäre es, wenn man nicht nur den Namen, sondern auch die genaue Anschrift vom Melder hätte. Dann könnte man erst richtig Druck machen. Ein Wunder, dass nicht gleich nach der Krankenakte gefragt wird. Dann wüsste man wenigstens, welches Nervengift am schnellsten wirkt.( Ironie OFF)

Würden verpflichtende Klarnamen etwas ändern? Ich glaube nicht. Jemand, der auf Krawall gebürstet ist, stänkert und hetzt auch mit seinem richtigen Namen, solange er keine ernsthaften Konsequenzen zu befürchten hat. Genau da müsste man aber ansetzen. Ermahnungen alleine bringen nur bei Denjenigen etwas, die sich wirklich "nur einmal im Ton vergriffen haben", nicht aber bei Profihetzern und Berufsstänkerern...

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Wir müssen gut aufpassen, dass die Gesellschaft nicht in eine "Bedeutungsdiktatur" abdriftet, d.h Wörter bannt, nur weil sie nicht in den vermeintlich korrekten Kontext passen. Der Artikel 5 des Grundgesetzes hat hier sehr hohe Maßstäbe gesetzt, was die Freiheit der Meinung, und damit auch die Wahl der Wörter, die diese Meinung ausdrücken können, betrifft. Es muss hier wohl jedem Einzelnen überlassen bleiben, wie er mit einem ihm unpassenden Wortschatz umgeht.

Bezüglich des Wunsches, sich für seine Entgleisungen beim "Melder" entschuldigen zu können, könnte der Reuige in einem extra hervorgehobenen Beitrag, sich ähnlich wie bei den Zeitungen, über die Seiten des Forums für sein Verhalten entschuldigen. Dazu muss man keine Namen kennen. Die Betroffenen werden sich wieder erkennen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren