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Wer bastelt mit ? Heute: "Mein Nazi"

Wer bastelt mit ? Heute: "Mein Nazi"

Peter Leopold
13.01.2018, 07:34 Uhr
Beitrag von Peter Leopold

Zunächst ist es wichtig, gutes Rohmaterial zu finden. Ich gehe also in ein soziales Netzwerk und suche mir einen Nutzer, der nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte ist. Er soll schließlich nicht merken, dass er ideologisch noch nicht ganz fertig ist. Und das Netz ist voll von solchen Leuten. Es dürfte also nicht besonders schwer sein, den richtigen Kandidaten zu finden.

Dann nehme man ein Geschichtsbuch zur Hand (Fortgeschrittene Bastler könnes es gleich mit "Mein Kampf" versuchen), entnehme daraus die Glorifizierungen und stopfe dem Kandidaten am Besten alles auf Einmal in den Rachen. Er muss ja merken, wie toll und aufbauend das sein kann, wenn er schon bisher im Leben nichts gebracht hat.

Es fehlt noch ein klassisches Feindbild wie Juden, Ausländer oder im Moment häufig verfügbar - einfach "Asylanten" und weist den Kandidaten eindringlich auf die Gefahren hin, die von diesem Feindbild ausgehen. Wichtig ist, niemals etwas Positives über das Feindbild zu sagen. Das bremst die Feindbild-Erziehung zu stark ab.
Dann nehme man eine große Portion Gemeinschaftsgefühl, das man am Besten von bereits fertigen Nazis bekommt, und führe den Kandidaten langsam in den erlauchten Kreis ein. Innerhalb dieser Gruppe wird er schnell merken, dass Anerkennung sehr wichtig ist und er diese Anerkennung NUR durch sein persönliches Grüppchen bekommt. Wie bei den Zeugen Jehovas soll er keine freundschaftlichen Kontakte zu anders Gesinnten pflegen, denn so etwas wäre absolut kontraproduktiv auf dem Weg zu einem Vollwert-Nazi.

Anerkennung erreicht man am Besten, indem man sein halb-fertiges Werk immer wieder verdeutlicht, dass nur seine Haltung zählt und alle Anderen ohnehin nur dumme Linke sind, die im günstigsten Fall die Baumschule besucht haben weil sie einfach nicht wissen, was wirkliche Werte sind.

Eine große Portin Menschenverachtung und eine Prise Anarchie verleiht dem Produkt die geschmackliche Note, die sich bei Stiefelleckern (Mitläufern) wie Endorphine auswirken. Damit erübrigt sich auch jede aktive Teilnahme an Fortpflanzungsversuchen, die durch sein natürlich geschwächtes Selbstbewusstsein ohnehin nur eingeschränkt möglich sind.

Wenn man ihm am Ende noch etwas gibt, was seine Gesinnung nach außen tgragen kann, ist sein Endzustand erreicht. Dafür eignen sich Uniformen oder Symbole wie eigene Ausweise, die nichts mit offiziellen Dokumenten zu tun haben, hervorragend. Gemeinsame Rituale und Sprechchöre wie "Wir sind das Volk" runden das Bild ab.
Viel Spaß beim Basteln!

22 Kommentare

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die, die sich am laufenden Meter über Nazis herablassend äußern, müssen eine sehr belastete Familiengeschichte haben.

sie glauben allen Ernstes von diesen schlimmen Vergehen ablenken zu können um am Ende als Gutmensch dazustehen!
  • 03.02.2018, 17:44 Uhr
Peter Leopold
Hahaha...träum´mal weiter. Meine Familiengeschichte ist weit weit weg
  • 03.02.2018, 17:49 Uhr
Sagen alle die etwas vertuschen wollen
  • 03.02.2018, 18:02 Uhr
Peter Leopold
Lass es einfach. Weit weg bedeutet auch geographisch weit weg. Du kannst Dir also Deine absurden Angriffsversuche sparen!
  • 03.02.2018, 18:23 Uhr
Das sind keine absurden Angriffsversuche sondern Lebenserfahrung und Menschenkenntnis!
  • 03.02.2018, 21:05 Uhr
Peter Leopold
...die offenbar gleich NULL ist. Halte Dich in Zukunbft besser von meinen Beiträgen fern!
  • 04.02.2018, 02:07 Uhr
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Ist es möglich, dass sich einige User durch Deine Bastelarbeit angesprochen fühlen und sich ein wenig beleidigt zurück gezogen haben?

Was Du beschreibst ist die Spaltung, bzw. die Trennung der Menschen. Ich frage mich gerade, ob 'man' denn unbedingt ein Feindbild braucht, um seine eigene Existenz oder sein Tun, oder Denken besser rechtfertigen zu können.
Die einen brauchen die bösen Kommunisten, für andere reichen da bereits die Linken oder 'linke' Ansichten, um aus der Haut zu fahren. Manche Leute fahren total auf 'Gutmenschen' ab. Diese Gruppe befindet sich vermutlich in der Mitte, also die, die zwischen gut und böse nicht zu unterscheiden wissen und in jedem und allem auch was Gutes finden können. Sie sind gleichermaßen von allen geächtet. Und dann eben noch die von Dir erwähnten echten und Möchtegernnazis, die meiner Meinung nach, wenn auch studiert, aber nichts vom Leben verstanden haben.
Ein Studium bedeutet ja nicht gleichzeitig Herzensbildung! Das gilt aber für alle, die ein Feinbild pflegen!

Also, brauchen wir ein Feindbild? Nachdem nun 'der Russe' nicht mehr in wenigen Stunden vor unserer Haustür aufkreuzen kann, muss jemand anderes her, egal wie. Zigeuner klauen keine Kinder und weiße Wäsche mehr, also nehmen wir was, was uns irgendwie fremd erscheint.
Fremd ist praktisch, da muss man sich nicht schlau machen, da kann man drüber herlästern, wegmobben, ggf. auch ein bisschen mit Haue erschrecken.
Mir scheint, das wird gern genommen, macht am wenigsten Mühe.

Sich zu überlegen, wo sind Gemeinsamkeiten, wie mache ich meinen (vermeintlichen) Feind zu meinem Freund, was kann ich zum (Welt-)Frieden beitragen, ist anstrengend, man muss vom Sessel hoch, man muss sich Argumente überlegen und eine gewinnende Streitkultur entwickeln.... Es gibt viel zu tun... lassen wir's sein?

Guter Beitrag! Vielen Dank.

Hier noch ein Link, der sehr berührt:
http://www.huffingtonpost.de/entry/f...3133ecacead
  • 14.01.2018, 18:37 Uhr
Peter Leopold
Ja, da ist etwas dran. Manche scheinen sich da wirklich angesprochen zu fühlen... Aber ich bin nur dafür zuständig, was ich schreibe - nicht das was Andere verstehen WOLLEN Bildung bedeutet eben nicht zwangsläufig Lebenspraxis... Was soll´s? Ich kann ganz gut damit leben, missverstanden zu werden.
  • 14.01.2018, 18:57 Uhr
wize.life-Nutzer,
Nein man benötigt nicht unbedingt ein Feindbild, um seine eigene Existenz oder sein Tun, oder Denken besser rechtfertigen zu können.
Es funktioniert auch mit einer Selbsterhöhung seiner eigenen Person.
Allerdings hat dies dann nichts mehr mit einer Rechtfertigung zu tun, sondern ist schon eine Stufe höher angesiedelt.
Es gibt Menschen die sehen sich dann schon etwas göttlich angehaucht.
Nur wenn der Hauch verflogen ist bleibt vielleicht nur ein kleiner Haarwasserfabrikant übrig, der aber dann immer noch Gottlieb heißt.
  • 15.01.2018, 16:06 Uhr
Selbsterhöhung, eine Unart von vielen, die gar kein oder kein gutes Selbstwertgefühl haben. Sie würden sich natürlich auch nie rechtfertigen.
--- Naja, ich würde ja bei einiger Überlegung sagen, dass die Sichtweise bei Selbsterhöhung, also von oben nach unten, durchaus eine Art Feindbild impliziert, nur eben nicht so offensichtlich, wie vorher beschrieben.
  • 15.01.2018, 19:43 Uhr
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NAZIS braucht man nicht basteln, denn sie sind bis heute nicht
"ausgestorben"!
  • 13.01.2018, 16:53 Uhr
Peter Leopold
Naja...stimmt schon. Aber sein persönliches Werk ? Hat nicht Jeder
  • 13.01.2018, 16:55 Uhr
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Krankes Gehirn ,,,lass es einfach
  • 13.01.2018, 09:08 Uhr
Peter Leopold
Stimmt...deren gibt es auch hier auf der Plattform Einige...
  • 13.01.2018, 11:47 Uhr
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was hat Dir Deine Frau heute in den Kaffee getan, so bissig, oder bist schon fleißig am basteln ich back mir lieber was, einen netten Mann
  • 13.01.2018, 08:27 Uhr
Peter Leopold
Der wird gekocht, nicht gebacken
  • 13.01.2018, 11:48 Uhr
wirst weich gekocht, oder bist abgekocht
  • 13.01.2018, 11:59 Uhr
Peter Leopold
Hahaha DURCHgekocht
  • 13.01.2018, 12:08 Uhr
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