Kaffee: Gene sollen Empfindlichkeit für Koffein und Vorliebe bestimmen
Kaffee: Gene sollen Empfindlichkeit für Koffein und Vorliebe bestimmenFoto-Quelle: Pixabay

Kaffee: Gene bestimmen, wer Kaffee mag - und wer nicht

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Beitrag von News Team

Welches Getränk uns am besten gefällt - ob Kaffee, Tee oder Bier - gilt für die meisten als Produkt von Erziehung und Kultur. Doch anders als gedacht sollen in Wirklichkeit die Gene unsere Vorlieben beeinflussen. Wie eine Studie US-amerikanischer Forscher zeigt, soll im Fall von Kaffee die Empfindlichkeit gegenüber den bitteren Geschmacksnoten die Wahl des Getränks bestimmen.

Damit widerlegen die Wissenschaftler der Northwestern University (Illinois) einen langanhaltenden Irrtum. Denn je besser ein Mensch die bitteren Kaffeenoten wahrnehmen kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er öfter Kaffee trinkt. Dies liegt wohl daran, dass durch den Kaffeekonsum die Fähigkeit, Koffein zu „schmecken“, ausgeprägter wird. Dabei spielt auch die Genetik eine wichtige Rolle.

Denn obwohl die Fähigkeit, Koffein wahrzunehmen, durch den Kaffeekonsum verstärkt werden kann, muss eine genetische Veranlagung vorliegen. „Die Ergebnisse legen nahe, dass unsere Wahrnehmung des Bittergeschmacks, beeinflusst durch unsere Genetik, zur Bevorzugung von Kaffee, Tee und Alkohol beiträgt,“ sagte Northwestern-Medizinerin Marilyn Cornelis nach Angaben von „Medical Express“.

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Daten von über 400.000 Menschen ausgewertet

Für die Studie verwendeten die Wissenschaftler zunächst Daten einer australischen Untersuchung. Wie „wissenschaft.de“ berichtet, hatten Forscher an der University of Queensland in Brisbane drei Genvarianten identifiziert, die für die Wahrnehmung des Bittergeschmacks von Koffein, Chinin und dem synthetischen Bitterstoff PROP - der unter anderem in Senf, Rettich und Kresse vorkommt - verantwortlich sind.

Die Erkenntnisse der australischen Studie wendeten die US-amerikanischen Forscher anschließend auf Datenmaterial von über 400.000 britischen Staatsbürgern an, für die Blut und DNA-Informationen vorlagen. Bei der Abgabe ihrer Proben hatten alle Teilnehmer Fragebögen zu ihrer Lebensweise, ihrer Gesundheit und auch dem Konsum bestimmter Genussmittel wie Kaffee, Tee und Alkohol ausgefüllt.

Das überraschende Ergebnis: Menschen, deren Bitterrezeptoren für Koffein empfindlicher sind, trinken sogar mehr Kaffee als diejenigen, die weniger sensibel sind.

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