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Bericht: Deutschland und die Dürre - So schlimm steht es um unser Land

News Team
Beitrag von News Team

Die Trockenheit, die seit Beginn des Jahres hierzulande herrscht, macht der Wirtschaft und Bevölkerung zu schaffen. Denn so trocken war es seit 1951 nicht mehr. Insgesamt fielen im Sommer 2018 nur 54 Prozent der üblichen Regenmenge, im Oktober waren es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) nur 28 Liter pro Quadratmeter - die Hälfte des langjährigen Durchschnitts.

IM VIDEO | Dürre legt Rheinhäfen lahm


In einem interaktiven Bericht, den die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) vor kurzem zum Thema Dürre veröffentlicht hat, wird die kritische Wetterlage, in der wir uns derzeit befinden, sichtbar: Seen trocknen aus, Flüsse führen kaum noch Wasser, langsam kommt der Schiffsverkehr auf den Hauptwasserrouten zum Stillstand. Die Folgen der Dürre sind bereits sichtbar und werden lange spürbar sein.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die schon im April begonnen hat, als Deutschland nur 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge abbekam. In Wittenberg in Sachsen-Anhalt fiel beispielsweise im Mai nur 0,4 Liter Regen pro Quadratmeter - ein Prozent der üblichen Menge -, im Rest des Landes waren es immerhin 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Doch dann kam der „Super-Sommer“.


Am kritischsten war und ist offenbar die Lage am Rhein, nach der Donau dem zweitlängsten Fluss des Landes und wichtiger Transportweg. Bei Worms stand der Wasserpegel Anfang November laut der SZ bei 22 Zentimetern - nicht mehr viel bis zum Negativrekord von 16 Zentimetern aus dem Jahr 2003. Aus diesem Grund gelten mancherorts Fahrrinneneinschränkungen, damit Schiffe nicht auf Grund laufen.

Konzerne müssen Produktion drosseln, Bauern leiden

Für die Wirtschaft hat die Trockenheit schwerwiegende Folgen. Wegen des Regenmangels produzierten die Wasserkraftwerke dieses Jahr so wenig Strom wie seit 16 Jahren nicht mehr. Weil die Dürre aber auch im Herbst kein Ende nimmt, fielen viele Flüsse, die sich aus den tieferen Bodenschichten speisen, vielerorts flach. Da Schiffe nicht vom Fleck kamen, ging an einigen Tankstellen sogar der Sprit aus.

Auch Großunternehmen wie der Chemiekonzern BASF und Thyssenkrupp litten unter den Folgen der Dürre. Erstere musste ihre Produktion im Ludwigshafener Werk laut der SZ zwischenzeitlich drosseln, letzteres konnte sein Stahlwerk in Duisburg nicht auf Hochtouren laufen lassen. Sollte es weiterhin so bleiben, will das Unternehmen stärker auf die Bahn setzen, auch die BASF sei dafür.

Der ausbleibende Regen machte sich auch in der Landwirtschaft bemerkbar. Aufgrund der Dürre fuhren Landwirte dieses Jahr mit 35,6 Millionen Tonnen laut der SZ ein Viertel weniger Getreide ein als sonst. Und auch die kommende Erntesaison soll die Trockenheit bereits prägen: Raps beispielsweise wurde nun bis Ende September ausgesät, viele Samen keimten wegen des mangelnden Wassers jedoch kaum.

feb