Schimmel in der Wohnung - So gefährlich sind Pilze für die Gesundheit
Schimmel in der Wohnung - So gefährlich sind Pilze für die GesundheitFoto-Quelle: Unsplash

Schimmel in der Wohnung - So gefährlich sind die Pilze für unsere Gesundheit

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Beitrag von News Team

Schimmelbefall im Wohnraum betrifft immer mehr Deutsche. Nach einer repräsentativen Umfrage des Kölner Marktforschungsinstituts „heute und morgen“ hatten allein in den letzten fünf Jahren 38 Prozent der Bundesbürger Schimmel in der Wohnung. Dass Schimmelbefall Risiken für die Gesundheit wie Allergien und Vergiftungserscheinungen birgt, wissen aber wenige.

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„Schimmelpilze in Räumen können für Menschen zu einer gesundheitlichen Belastung werden", betont Judith Meider, Leiterin des auf Schimmelbefall spezialisierten Labors „Urbanus“ in Ratingen bei Düsseldorf. „Sporen und Bestandteile der Pilze fliegen in Räumen umher und werden von uns Menschen permanent eingeatmet. Bei erhöhter Raumkonzentration können Allergien, Vergiftungserscheinungen oder Infektionen die Folge sein.“

Bei Schimmelpilz-Allergien zeigen sich Beschwerden ähnlich wie bei Heuschnupfen: Niesen und Fließschnupfen, Juckreiz, Kribbeln in der Nase und den Augen, Atembeschwerden oder Erschöpfungszustände. Möglich, aber laut Meider deutlich seltener, treten Vergiftungserscheinungen auf. Ebenfalls eher selten sind pilzverursachte Infektionen, sogenannte Aspergillosen, von denen insbesondere die Lunge betroffen werden kann.

Für die Fachleute ist bis heute nicht einschätzbar, wann und wie stark der Befall eine Person gefährden kann. „Da Schimmelpilz aber das Potential zur Gesundheitsgefährdung hat, rät das Umweltbundesamt in jedem Fall zu einer vorsorglichen Entfernung“, betont Laborleiterin Meider. „Kinder mit noch nicht voll ausgeprägtem und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdeter.“

Schimmelbefall - was zu tun ist

Tritt Befall auf, hält das Umweltbundesamt bis zu einer Größe von insgesamt einem halben Quadratmeter eine Beseitigung in Eigenregie für vertretbar. Dabei sollte der Schimmel niemals trocken, sondern immer mit feuchten Bürsten oder Tüchern entfernt werden, um Sporenflug zu vermeiden. Durch einen Mundschutz und Handschuhe wird verhindert, dass die Sporen eingeatmet werden und in Kontakt mit der Haut gelangen.

Dabei ist aber Vorsicht geboten, denn allein Desinfektionsmittel reichen nicht aus, um den Schimmelbefall zu bekämpfen. Reinigungsmittel mit desinfizierenden Eigenschaften dienen nur zur oberflächlichen Entfernung des Schimmelpilzes. „Die mikrobiologischen Zellen des Pilzes bleiben dennoch erhalten und wirken weiter“, warnt Fachfrau Judith Meider.

Schaden oft größer als angenommen

Bei Flächen größer als einem halben Quadratmeter sollte nach Aussage des Umweltbundesamtes unbedingt ein Fachunternehmen hinzugezogen werden. Dass diese Grenze schnell erreicht und meist überschritten ist, weiß Diplom-Ingenieur Jörg Bogs, Technischer Leiter der Firma ISOTEC, deren Schwerpunkt Schimmelbeseitigung und Bautenschutz ist, aus jahrelanger Erfahrung:

„Der weitaus größere Teil des Schadens ist oft gar nicht sichtbar. Er verbirgt sich häufig in Wand- oder Fußbodenaufbauten.“

Noch vor der Schimmelbeseitigung wird der betroffene Raum daher staub- und luftdicht abgeschottet, um eine Verwirbelung und Verteilung der Sporen auf die anderen Zimmer zu vermeiden. Die Schimmelbestandteile werden dann von den Bauteiloberflächen abgesaugt und die befallenen Putzoberflächen vollständig entfernt. In einem weiteren Schritt werden die Rohoberflächen abgesaugt und mit Alkohol desinfiziert.

Vorbeugen durch richtiges Lüften und Heizen

Auch wenn Berufstätige die meiste Zeit des Tages nicht zu Hause sind, müssen sie dennoch zwei bis drei Mal am Tag ihre Wohnräume kräftig lüften. Denn Schimmelbefall kann auch durch falsches Lüften und Heizen verursacht werden. Stoß- und Querlüftung sind dafür am besten geeignet. Der Luftaustausch erfolgt auf diese Weise 200-mal schneller als durch gekippte Fenster.

"Kondensationsbedingter Schimmelbefall zeigt, dass entweder das Wohnverhalten nicht sachgerecht verläuft oder das Gebäude bauphysikalische Mängel aufweist", erklärt ISOTEC-Experte Bogs. Würde beides zu 100 Prozent funktionieren, dürfte kein Schimmelpilzbefall auftreten.