Schadsoftwares verursachen Schäden in Millionenhöhe.
Schadsoftwares verursachen Schäden in Millionenhöhe.Foto-Quelle: Pixabay

Emotet: BSI warnt vor akuter Bedrohung durch Schadsoftware

News Team
Beitrag von News Team

Gefälschte E-Mails im Namen von Kollegen, Geschäftspartnern oder Bekannten - Schadsoftware, die ganze Unternehmensnetzwerke lahm legt: Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland.

Cyber-Kriminalität führt zu Schäden in Millionenhöhe

Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden in den letzten Tagen schwerwiegende IT-Sicherheitsvorfälle gemeldet, die im Zusammenhang mit dem Trojaner Emotet stehen. Bei einzelnen Unternehmen gab es Ausfälle der kompletten IT-Infrastruktur, was Schäden in Millionenhöhe verursachte.

Emotet wird derzeit weiterhin über groß angelegte Spam-Kampagnen verteilt und stellt daher eine akute Bedrohung für Unternehmen, Behörden und Privatanwender dar. Dazu erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm:

Emotet ist nach unserer Einschätzung ein Fall von Cyber-Kriminalität, bei der die Methoden hochprofessioneller APT-Angriffe adaptiert und automatisiert wurden.

Angriffe über E-Mail

Emotet ist in der Lage, authentisch aussehende Spam-Mails zu verschicken. Dazu liest die Schadsoftware Kontaktbeziehungen und E-Mail-Inhalte aus den Postfächern bereits infizierter Systeme aus. Diese Informationen nutzen die Täter zur weiteren Verbreitung des Schadprogramms in nachfolgenden Spam-Kampagnen, so dass die Empfänger fingierte Mails von Absendern erhalten, mit denen sie erst kürzlich in Kontakt standen.

Das BSI rechnet daher künftig mit einer weiteren Zunahme an gut gemachten, automatisierten Social-Engineering-Angriffen dieser Art, die für die Empfänger kaum noch als solche zu identifizieren sind.

Schadsoftware wird immer weiter verbreitet

Emotet verfügt zudem über die Möglichkeit, weitere Schadsoftware nachzuladen, sobald es einen Computer infiziert hat. Diese Schadprogramme ermöglichen den Angreifern etwa das Auslesen von Zugangsdaten und vollständigen Remote-Zugriff auf das System.

Die Schadprogramme werden aufgrund ständiger Modifikationen zunächst meist nicht von gängigen Virenschutzprogrammen erkannt und nehmen tiefgreifende Änderungen an infizierten Systemen vor. Bereinigungsversuche bleiben in der Regel erfolglos und bergen die Gefahr, dass Teile der Schadsoftware auf dem System verbleiben.

Einmal infizierte Systeme müssen daher neu aufgesetzt werden. In mehreren dem BSI bekannten Fällen hatte dies Produktionsausfälle zur Folge, da ganze Unternehmensnetzwerke vollständig neu aufgebaut werden mussten.