wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
► Video
Dieses hellblaue Kajak ist der einzige Hinweis auf den Besitzer des USB-Stic ...
Dieses hellblaue Kajak ist der einzige Hinweis auf den Besitzer des USB-Sticks

Raubtier scheidet USB-Stick aus Suche nach unbekanntem Kajak-Fahrer - dieses Foto fanden Forscher im Kot eines Seeleoparden

Von News Team - Mittwoch, 06.02.2019 - 13:36 Uhr

Als Wissenschaftler den gefrorenen Kot eines Seeleoparden auftauten, machten sie eine so kuriose wie geheimnisvolle Entdeckung: In der Fäkalie fanden die Mitarbeiter des neuseeländischen Forschungsinstituts NIWA (National Institute of Water and Atmospheric Research) - einen USB-Stick.

Und nicht nur das: Der Datenträger war sogar noch intakt.


Als die Meeresforscher den USB-Stick in einen Computer steckten, fanden sie darauf Fotos und kurze Videos.

Auf den Bildern sind Seelöwen zu sehen, die sich in der Porpoise Bay an der Südküste der neuseeländischen Südinsel räkeln. Ein Video zeigt ein Muttertier samt Baby-Seelöwen.

Dieses Foto einer Seelöwen-Mutter fanden die Forscher auf dem im Kot verborg ...
Dieses Foto einer Seelöwen-Mutter fanden die Forscher auf dem im Kot verborgenen USB-StickFoto-Quelle: National Institute of Water and Atmospheric Research

Der einzige Hinweis auf den Fotografen ist die Spitze eines hellblauen Kajaks, das auch in einem Video auftaucht.

Suche nach dem unbekannten Kajak-Fahrer

Das Kajak gleitet durch die Porpoise Bay, während direkt daneben zwei Seelöwen durch das glasklare Wasser in der Nähe der Lagune tauchen. Kurz sind die schwarz-roten Neoprenschuhe des Kajak-Fahrers am Bildrand zu sehen.

Diesen Seelöwe filmte der Kajak-Fahrer, dessen Neopren-Schuhe am Bildrand zu ...
Diesen Seelöwe filmte der Kajak-Fahrer, dessen Neopren-Schuhe am Bildrand zu sehen sindFoto-Quelle: NIWA

Mit diesem Video suchen die Forscher nun via Twitter nach dem Besitzer des USB-Sticks, dessen Datenträger offenbar ein Seeleopard gefressen hat.



Wer auch immer die Aufnahme gemacht habe und sie nun zurückhaben wolle, schreibt NIWA augenzwinkernd in einer Mitteilung, müsse dafür einen Preis bezahlen. Im Gegenzug hätten "die Seeleoparden-Forscher dafür bitte noch mehr Seeleoparden-Kot".

Für Forscher ist Kot so wertvoll wie Gold

Für die Forscher seien die Fäkalien so wertvoll "wie Gold". Denn die Ausscheidungen seien eine "unglaubliche Quelle an Informationen" über die Lebensweise dieser Raubtiere, die in den antarktischen Meeren zuhause sind.

Seeleoparden haben eine gefleckte Haut - daher der Name
Seeleoparden haben eine gefleckte Haut - daher der NameFoto-Quelle: Dr Krista Hupman/NIWA


Durch die Analyse können Wissenschaftler etwa ableiten, was diese Robben mit dem gefleckten Fell - daher der Name - gefressen und was sie gejagt haben.

Deshalb sammeln Freiwillige an den Stränden Neuseelands den Kot der Seeleoparden ein - dem Fortschritt der Wissenschaft zuliebe.

Ein Jahr lang lag das Stück im Tiefkühler

Das war auch bei dem Stück Kot so, in dem der USB-Stick verborgen war. Als ein Tierarzt einen abgemagerten Seeleoparden untersuchte, der am Oreti Strand lag, sammelte er die Fäkalie ein und schickte sie den Meeresforschern des NIWA. Das war im November 2017.

Über ein Jahr lang lag der Kotbrocken dann im Gefrierschrank. Bis ihn freiwillige Helfer vor etwa drei Wochen auftauten. Die Arbeit, die danach folgt, ist den Forschern zufolge nicht "gerade glamourös": Der Kot wird unter kaltem Wasser gewaschen, dann werden die darin enthaltenen Bestandteile - normalerweise sind das Federn, kleine Knochen oder Seetang - heraus gesiebt.

In aktuellen Fall stießen sie auf den USB-Stick, der noch ziemlich gut in Schuss gewesen sei, wie die Forscher mitteilten - "wenn man bedenkt, woher es kam".

Die große Frage: Wie ist der USB-Stick in den Darm gelangt?

Der Datenträger hat immerhin eine längere Odyssee durch das Gedärm des Tieres hinter sich: Zunächst muss ihn der Seeleopard gefressen, verdaut und ausgeschieden haben. Dann lag er am Strand, danach ein Jahr im Froster.

Wobei die große Frage im Dunkeln liegt: Wie ist der Stick im Verdauungstrakt des Seeleoparden gelandet? Eine Möglichkeit: Es könnte sein, dass das Equipment des Kajak-Fahrers ins Wasser gefallen und so dem Seeleoparden ins Maul gespült wurde.

Seeleoparden können Menschen gefährlich werden

Seeleoparden sind Raubtiere des Südpolarkreises. Die bis über 3 Meter großen und bis zu 450 Kilo schweren Tiere machen Jagd auf Pinguine, Robben oder Seebären. Auch Menschen können sie gefährlich werden, allerdings sind wenige Angriffe dokumentiert.

Doch es kursieren immer wieder Geschichten darüber, wie Seeleoparden Jagd auf Menschen machen. Die bekannteste ist die von Thomas Orde-Lees, der Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Expedition des Polarforschers Ernest Shackleton dabei war und angeblich nur mit Mühe vor einem aggressiven Tier flüchten konnte, das ihn über das Eis verfolgte.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren