Wie organisiere ich meinen Haushalt im Alter?
Wie organisiere ich meinen Haushalt im Alter?Foto-Quelle: © Robert Kneschke - www.Fotolia.com

Wie organisiere ich meinen Haushalt im Alter?

Sozialverband VdK Bayern e.V.

Wenn die Familie kleiner wird: Monika Tiedtke, Meisterin der Hauswirtschaft in Erlangen, gibt Tipps für das Zuhause


Die Kinder haben das Elternhaus verlassen. Doch die Schränke sind immer noch voll wie eh und je. Die VdK-Zeitung sprach mit der Meisterin der Hauswirtschaft Monika Tiedtke darüber, was bei der Organisation des kleiner gewordenen Haushalts im Alter beachtet werden sollte.

Monika Tiedtke berät als Vorsitzende des Ortsverbands Erlangen im „DHB – Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden“, regelmäßig zu Fragen der Haushaltsführung. Dabei steht besonders die Küche im Mittelpunkt. In den Küchenschränken sammelt sich mit der Zeit allerlei an. „Täglich benötigtes Geschirr am besten in Greifhöhe einsortieren, damit man sich nicht bücken oder strecken muss. Selten benutztes kommt in die anderen Regale“, sagt die Hauswirtschaftsmeisterin.

Die oberen Ablageflächen erreicht man über eine kleine Trittleiter, die man nur mit festen Haus- oder Halbschuhen betreten sollte, um nicht abzurutschen. Was nicht mehr gebraucht wird, lässt sich an Kinder, Enkel, Verwandte und Bekannte verschenken oder spenden. Wer will, kann auch versuchen, es über ein Internet-Verkaufsportal anzubieten. Kühlschrank und Backofen sollten möglichst in Hüfthöhe und nicht auf dem Boden stehen. Das heißt, die untere Kante der Elektrogeräte liegt auf der Höhe der Küchenarbeitsplatte. Auf diese Weise lassen sich Lebensmittel ohne große körperliche Belastungen lagern und zubereiten.

Was den Einkauf betrifft, so rät Monika Tiedtke, einen Einkaufstrolley anzuschaffen und zudem darüber nachzudenken, was man sich an Lebensmitteln und Getränken eventuell liefern lassen kann. Die Hauswirtschaftsmeisterin empfiehlt, nach Möglichkeit lieber häufiger frisch einzukaufen und kleine Mengen zu holen. „Am besten schreibt man einen Einkaufszettel und kauft vorzugsweise regional und saisonal ein.“ Im Zweifelsfall stets überlegen: „Brauche ich das wirklich?“ Ansonsten ist die Einkaufstasche plötzlich voller als geplant.

Beim Kochen lassen sich Strom und Zeit sparen, wenn man beispielsweise gleich für zwei Tage kocht. „Die älteren Menschen kennen sich hier meist sehr gut aus“, weiß Tiedtke aus Erfahrung. Die Portion für den nächsten Tag kann dann nach dem Erkalten problemlos im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dieser muss regelmäßig abgetaut und auf verdorbene Lebensmittel überprüft werden. Monika Tiedtke rät, auf Nummer sicher zu gehen und beispielsweise Käse, der Schimmel angesetzt hat, wegzuwerfen. „Der Schimmel wächst in Lebensmittel wie Quark und Brot hinein und lässt sich nicht von außen erkennen.“

Haushaltsführerschein

Was das Saubermachen betrifft, so gilt hier, sich ein Zimmer nach dem anderen vorzunehmen. „Es reicht, ein- bis zweimal in der Woche mit einem antistatischen Staubwedel durch die Wohnräume zu gehen und die Flächen zu putzen“, sagt Monika Tiedtke. Es gibt ihn mit verschiedenen Stablängen, sodass man Regalböden auch ohne Leiter erreichen kann. Staubfänger in offenen Regalen am besten aussortieren oder in den geschlossenen Wohnzimmerschrank stellen. Fernbedienung, Zeitung, Lesebrille etc. gehören immer an die gleiche Stelle.

Wer Stolperfallen wie lose Bodenläufer bereits aus den Wohnräumen entfernt hat, kann die Böden zwischendurch leicht mit einem Mopp von „Staubmäusen“ befreien. Manche nutzen dazu auch den Staubsauger. Dieser darf nicht zu schwer sein. „Im Haus ist es ideal, wenn auf jedem Stockwerk ein Sauger steht. Das lästige Schleppen und die damit verbundene Unfallgefahr werden reduziert“, so der Rat von Monika Tiedtke.

Im Bad gehört auf jeden Fall eine rutschfeste Matte in die Dusche und Wanne. Böden und Flächen in Bad und Küche werden nach Bedarf feucht gewischt. Im Schlafzimmer sollte der Kleiderschrank durchgesehen werden. Beim Aussortieren kann man genauso vorgehen wie in der Küche. Besonders viel Platz nimmt Bettwäsche weg. Monika Tiedtke empfiehlt drei bis vier Garnituren pro Person, bei Schlafwäsche reichen vier, einschließlich der Reserve, die für einen eventuellen Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Beim Waschen gelten die bekannten Regeln. Die Wäsche wird vorsortiert, weiße wird mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel gewaschen, farbige mit einem Buntwaschmittel. Oft reichen 40 Grad aus. Wer sich Grundkenntnisse in der Haushaltsführung aneignen möchte, der kann einen Haushaltsführerschein machen, beispielsweise beim DHB-Landesverband Bayern. „Der Kurs richtet sich an Frauen und Männer jeden Alters, egal ob ledig, verheiratet oder alleinstehend“, so Monika Tiedtke.

Das Angebot werde beispielsweise von älteren Herren genutzt, die plötzlich allein einen Haushalt führen müssen. Beginn, Dauer und Gebühr des Kurses werden vom jeweiligen DHB-Ortsverband (siehe Telefonbuch und www.dhb-netzwerk-haushalt.de) vorgegeben. Vermittelt werden einfache Tipps und Tricks zur Arbeitsplanung, dem Haushaltsbudget, der Haus- und Textilpflege und gesunder, kostengünstiger Nahrungszubereitung. (Sabine Kohls)

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