Für den Alltag: Kleine Helfer mit großer Wirkung
Für den Alltag: Kleine Helfer mit großer Wirkung

Für den Alltag: Kleine Helfer mit großer Wirkung

Sozialverband VdK Bayern e.V.

Wer im Alltag nicht mehr so beweglich ist, freut sich über einfache Tipps, um in Küche, Bad und Haushalt besser zurechtzukommen

Ob Essen, Haushaltsarbeit oder Körperhygiene – mit steifen Gelenken, Rückenschmerzen oder Muskelzittern können selbstverständliche Tätigkeiten zur Tortur werden. Ratschläge, wie sich Senioren und chronisch Kranke ihren Alltag in den eigenen vier Wänden mit einfachen Mitteln angenehmer gestalten können, gibt Yvonne Knobloch, Leiterin der VdK-Pflegeakademie in Neuburg/Donau.

„Menschen, die Probleme mit der Feinmotorik haben, können Messer und Gabel nur mit Mühe halten“, erklärt Yvonne Knobloch. Hier sind längere und dickere Griffe oder ergonomisch geformtes Besteck hilfreich. Sanitätshäuser bieten spezielle Produkte an. Doch solche Alltagshilfen müssen aus eigener Tasche bezahlt werden: Die Kosten werden nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Yvonne Knobloch hat daher einen einfachen und günstigen Tipp: „Schieben Sie Schaumstoff-Röhrchen, die normalerweise zur Isolierung von Heizungen gedacht sind, über die Besteckgriffe. Das klappt übrigens auch mit Stiften.“ Material zur Heizungsisolierung ist im Baumarkt erhältlich.

Wer vermeiden möchte, dass Teller und Tassen zu Bruch gehen, kann Kunststoffgeschirr verwenden, das am besten hitzebeständig und spülmaschinenfest ist. Auch beim Trinken stoßen ältere Menschen auf Hürden. Wer eine Getränkeflasche öffnen möchte, scheitert oft an den schwer zu bewegenden Drehverschlüssen. „Schon mit gesunden Fingern ist das ein Kraftakt“, weiß Yvonne Knobloch. Sie stellt deshalb Verschlussöffner, etwa aus Gummi, in den VdK-Pflegekursen vor. Ähnliche Helfer gibt es für Einmachgläser oder Dosen. „Vor dem Öffnen der Flasche würde ich sie auf einer rutschfesten Ablage abstellen“, rät die Expertin. „Verwenden Sie spezielle Folien oder Silikonmatten, die es in Baumärkten oder gut sortierten Supermärkten gibt.“

„Im Badezimmer passieren die meisten Stürze“, weiß Yvonne Knobloch. Verschiedene Hilfsmittel sorgen für einen sicheren Halt: „Achten Sie auf rutschfeste Badvorleger, die an der Unterseite beschichtet sind oder auf einem Haftgitter liegen.“ Auch für den glatten Wannenboden gibt es solche Lösungen. Zudem sollten Haltegriffe in Badewanne oder Dusche angebracht werden. Vor der Befestigung sollte man sich über die Höhe Gedanken machen. Mit einem Duschhocker kann der Betroffene bequem im Sitzen duschen.

Auch ein Badewannensitzbrett, das links und rechts am Wannenrand befestigt wird, schafft neue Möglichkeiten. Zuerst lässt man sich auf der Sitzfläche nieder. Dann hebt man die Beine nacheinander in die Wanne. Die Expertin erklärt die Vorteile: „Da man seitlich über den Wannenrand einsteigt, ist es leichter, das Gleichgewicht zu halten. Ohne fremde Hilfe zurechtzukommen, stärkt das Selbstbewusstsein.“ Die Kosten für dieses Hilfsmittel werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist ein ärztliches Rezept.

Ausleihen, ausprobieren

Die Expertin rät, den Kauf gut vorzubereiten: „Wer unsicher ist, ob ein Hilfsmittel auch tatsächlich alltagstauglich ist, kann es sich vorher im Sanitätshaus ausleihen und ausprobieren.“ Wen nachts die Blase plagt, sollte einen weiteren Kniff kennen: „Nachtlichter mit Bewegungsmeldern weisen einem zuverlässig den Weg und verhindern Stürze“, weiß Yvonne Knobloch. Solche Lichter werden im Baumarkt verkauft.

Weitere clevere Helfer sind stets zu Diensten: Fällt der Schlüssel oder die Zeitung herunter, erspart einem eine Greifzange („Helfende Hand“) mühsames Bücken. Auch ein langer Schuhlöffel oder ein Stiefelknecht machen den Alltag ein bisschen leichter. Zudem ist eine Strumpfanziehhilfe eine sinnvolle Anschaffung. Und mit einem Schlüsselverlängerer können Senioren den Schlüssel besser greifen, und die Tür lässt sich leichter aufsperren. (Elisabeth Antritter)

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