Teilen - auch beim Essen!

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Ein Drittel aller Lebensmittel wird gar nicht erst gegessen, das landet nicht im Magen, sondern im Müll. Das sagen übereinstimmend Organisationen, wissenschaftliche Studien und Medien, wann immer sie darüber schreiben.

Viele hier auf seniorbook wird das überraschen, da sie es vielleicht in der Jugend noch gelernt haben, dass man mit dem Essen nicht spielt, dass Essen kostbar ist und dass man es verwertet und eben keinesfalls wegschmeißt. Und doch ist es schon vorgekommen, dass irgendwo etwas schlecht geworden ist, in der Tiefe des Kühlschranks...

Ohne diskriminieren zu wollen, Jahrgänge ab 1970 hatten manchmal halt schon eine andere Erziehung. Es gab und gibt alles im Überfluss, wären die Regale in den Supermärkten nicht so stabil, würden sie sich biegen unter der Last des Lebensmittelangebots. Und so war es halt schon als Kind viel leichter, beim Quengeln was zu kriegen, und zwar sofort - auch wenn hinterher dann für eine etwa gekochte Mahlzeit natürlich kein Hunger mehr da war. Oder in den Ferien mit Mama und deren Freundin und deren Kindern in den "Macki" (MacDonalds) geführt zu werden und wunderbar matschige Hamburger zu kriegen. Klar gibt auch die größere Menge an Fertiggerichten, vor allem ein Aufwachsen mit Tiefkühlpizza, die so herrlich schnell fertig ist, ein anderes Konsumverhalten der Kinder, wenn die dann mal groß sind. Aber siehe da, sie kochen trotzdem frisch für sich und ihre Kinder.

Gleichzeitig ein Hochrüsten ohnegleichen in der Küche. Elektrogeräte ohne Ende für fast alle Zwecke. Und eine Flut von Rezepten, häufig von den Küchen der Länder inspiriert, in denen wir gerne den Urlaub verbringen. Kochbücher die Masse, ein nettes Geschenk, mit dem man auch nichts falsch machen kann.

Wenn nur der ewige Zeitmangel nicht wäre und der Stress nach der Arbeit! Und der Druck der Fernsehköche und der supergnadenlosen Kochkünstlerinnen in der eigenen Verwandtschaft und Bekanntschaft. Wie kann eine denn da bloß mithalten? (Oder sich den Druck nicht machen?)

Essverhaltensändernd sind von den Maschinen sicher am meisten die Kühltruhe und die Mikrowelle. Die Kühltruhe hilft zwar nicht beim Stromsparen, aber sie hält spricht und hält vielleicht auch ihr Versprechen. Alles kommt in die Truhe, Fleisch, Fisch, Gemüse, Pizza, Pflaumenkuchen, Pilze. Obwohl, von letzteren haben wir nicht unbedingt so viele gefunden, dass wir die auch noch hätten einfrieren müssen. Aber so ganz frisch ist das Aufgetaute dann doch nicht, und unsere Faszination von der Tiefkühltruhe hat etwas nachgelassen.

Den Erzeugern unserer Nahrungsmittel ist das Überangebot doch auch ganz schön recht, auch, dass wir es von den Portionen her nicht schaffen, es frisch und schnell zu verarbeiten und dann eben wegschmeißen. Es ist ja auch bequem, jede Familie hat ihre Biotonne, jede Hausanlage einen Container für Bioabfälle, wird alles geholt und entsorgt wie der Müll auch und mit diesem im Wechsel. Wer noch einen Komposthaufen im Garten hat, darf da ja eigentlich auch seine Küchenabfälle nicht reinschmeißen, so dass man mit dem eigenen biologischen Abfall nicht groß in Kontakt kommt.

Tja, die Selbsthilfe heißt, und das wird ja auch auf seniorbook immer von allen geantwortet, nur so viel kaufen, wie wir als Familie, als Paar, wie ich als Einzelne essen kann, verarbeiten kann. Aber wenn mir die Portionen zuviel werden? Wenn ich einen Kohlkopf halt nicht halb kaufen kann?

Dann helfen mir manchmal die Freundinnen oder ich ihnen. Du schau mal, ich hab gerade ... Magst Du was davon abhaben?
Und umgedreht bin ich letzte Woche auch bei einer Freundin "einkaufen" gewesen, denn sie rief an, sie hätte drei Kisten übrige Lebensmittel gekriegt. Das war ganz viel Gemüse. Die Bananen waren am gefährdetsten, die bräunten schon wie unsereins im Sommerurlaub am Meer. Aber als Bananenmilch oder im Joghurt waren sie klasse. Salat ist bei uns immer schnell weg, kein Problem. Zuviel Äpfel kann man vermusen oder Saft kochen davon. Und Paprika war eine Packung dabei, der hält gut. und ist bunt und lecker. Alles ist besser als es verkommen zu lassen.

Also teilen, mal anrufen, mal was vorbeibringen, das geht doch!