Heimischer Apfel
Heimischer ApfelFoto-Quelle: DEF

Etikettenschwindel: Wie regional ist regional?

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Wir alle möchten gerne regionale Lebensmittel, denn so unterstützen wir vielleicht heimatliche Familien und Betriebe und tun auch etwas Gutes für die Umwelt. Denn diese Waren kommen nicht um den halben Erdball und kosten dabei Umwelt und Klima, sondern aus der Nähe. Oder?

Die Verbraucherzeitschrift "ökotest" führte eine Untersuchung durch, die genau unsere Vorliebe für regionale Produkte zum Thema hatte. Bundesweit wurden 106 als "regional" gekennzeichnete Produkte eingekauft und näher unter die Lupe genommen. Das ernüchternde Ergebnis zeigte, dass nur 26 Produkte wirklich "regional" waren, drei Viertel davon also nicht. Allerdings hatte ökotest auch den besonders strengen Maßstab angelegt, dass die Produkte nicht über die Grenzen eines Bundeslandes hinaus vertrieben werden sollten. Denn bei einem regionalen Lebensmittel sollen 95 Prozent der Zutaten aus der Region kommen, dort verarbeitet und vertrieben werden.

Wird der Rahmen zu weit gesteckt, ist es Etikettenschwindel. Wenn zum Beispiel Produkte mit "Südwest" als Herkunftsregion beworben werden, so können sie aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland kommen und bis zur Verbraucherin also schon etliche Kilometer auf dem Buckel haben. Oder eine große Kette gibt sich mit Produkten, die den Namen eines Oberpfälzer Ortes tragen, ein regionales Gepränge, aber keineswegs sind deswegen alle diese Dinge dort auf dem "Gut" entstanden und produziert worden. Unsere Idee von heiler Welt, oder auch unser Idealismus, werden ganz schön ausgenutzt.

Was also ist zu tun, denn wir wollen ja die regionale Wirtschaft unterstützen, durch kurze Transportwege etwas für das Klima tun und außerdem die größere Frische heimischer Lebensmittel nutzen? Ganz einfach regional einkaufen. Am besten stehen die Chancen tatsächlich beim Einkauf auf dem Wochenmarkt oder in den Hofläden. Und bei den Supermärkten und Discountern gilt auch bei Regio-Labeln und einem Regal für regionale Produkte Augen auf und die Zutaten und Herstellerangaben genau studieren. Auch hier macht wieder Erfahrung die Meisterin.

Q.: aid newsletter vom 1. Oktober 2014
Bericht über den Test bei ökotest online: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi...ebensmittel