Problem der Woche: Furchtbarer Giersch
Problem der Woche: Furchtbarer Giersch

Problem der Woche: Furchtbarer Giersch

Gerd Spiegel
Beitrag von Gerd Spiegel

Eine Leserin schieb mir: "Wir haben im Winter ein Haus mit Garten übernommen und sind nun entsetzt, wo sich überall Unkraut breit macht. Die Gartenarbeit habe ich mir sinnvoller vorgestellt; ich will nicht stundenlang auf den Knien herumrutschen und Gräser und sonstige Kräuter zupfen. Besonders ein breitblättriges Kraut zeigt sich nahezu überall, ein Nachbar nannte mir den Namen „Giersch". Natürlich wollen wir chemische Mittel nicht einsetzen, deshalb frage ich nach, was man auf biologische Weise gegen Giersch und Co unternehmen kann."

Die Gartenhobbyisten-Szene hat die Bezeichnung „Unkraut" aus dem Sprachgebrauch verbannt und nennt das auf natürliche Weise ungewollt keimende Grün „Beikräuter". Na ja, dadurch ist es nicht weniger nervig. Zum Thema Giersch sagte mir mal ein erfahrener Gärtner: „Sie können nur zweierlei: Entweder rausziehen oder ausziehen!" Gemeint war damit, dass man den Kampf hartnäckig auf den Knien führen oder resigniert in einen „unkraut"-freien Garten umziehen muss. Die Alternative ist wohl eher theoretisch. Also: Giersch etc. bekämpfen! Ganz kann man ihn kaum verbannen, aber ganz gut im Zaum halten.

Giersch im Gemüsebeet: Hier ist biologische Handarbeit angesagt. Alle Pflanzen frühzeitig im Jahr so tief wie möglich ausgraben. Leider haben sie ein weit reichendes unterirdisches Wurzelgeflecht. Aufkommende Schösslinge gleich wieder herausziehen, damit das Gemüsebeet nicht überwuchert wird.

Giersch im Rasen: Hier hilft häufiges Mähen, damit die Pflanzen sich gar nicht erst entwickeln. Irgendwann sind sie (hoffentlich!) ausgehungert.

Giersch unter Bäumen und Hecken: Es lohnt sich, einmal eine Radikalkur zu praktizieren, das heißt, alles krautige Grünzeug so sorgfältig wie möglich entfernen. Ein Unkrautvlies aus dem Gartenmarkt nach Anweisung auslegen. Darauf fünf bis zehn Zentimeter hoch Rindenmulch schütten, damit das Vlies nicht mehr sichtbar ist. Mit dieser Methode ist ein paar Jahr Ruhe. Kräftige Kräuter kommen mit der Zeit dennoch durch, sind aber leichter zu entfernen.

Giersch auf dem Blumenbeet: Auch hier ist die Methode mit dem Gartenvlies zu empfehlen. Wo Stauden, kleine Gehölze, Sommerblumen gepflanzt werden, macht man einen kreuzförmigen Schnitt ins Vlies, setzt die Pflanzen ein und klappt die Vliesecken zu. Auch hier der Optik wegen mit Rindenmulch abdecken. So weit die „biologischen" Ratschläge; nun ein Hinweis für Leute, die „Bio" nicht so eng verstehen.

Spray gegen Blätter und Wurzeln 

Die Firma Neudorff - bekannt für naturgemäßes Gärtnern - vertreibt unter der Marke Finalsan verschiedene Mittel gegen Unkräuter, darunter auch Finalsan F GierschFrei. Dabei handelt es sich um ein Präparat mit Pelargonsäure, die nach Aufsprühen das oberirdische Grün rasch zum Eintrocknen bringt. Zusätzlich transportiert der Pflanzensaft einen Wuchsstoff in die Wurzeln. Nach einiger Zeit sterben sie ab. Die Behandlung bringt jedoch nur dauerhaften Erfolg, wenn der Giersch mindestens 10 cm, besser 20 Zentimeter hoch gewachsen ist und alle Wurzeln ausgetrieben haben. Die Behandlung kann nach zwei oder drei Wochen wiederholt werden. „Dann ist der Giersch in der Regel weitgehend verschwunden", teilt Neudorff mit.

Ein Hinweis für Tierfreunde: Sofort nach dem Antrocknen des Sprays dürfen die Haustiere wieder in den Garten. Zwei Tage nach der Behandlung kann die Fläche bereits bepflanzt werden.

Zum Schluss doch noch ein biologischer Tipp: Es gibt Menschen, die genießen Giersch als Salat, als Pesto oder als Brotbelag mit Tomaten. Da heisst es also schneller zu essen als die Pflanze wächst...

Alle bereits behandelten "Probleme der Woche": http://www.seniorbook.de/themen/schl...m_der_woche

Foto: Giersch, so weit das Auge reicht
© Birgit Eickenberg / pixelio (www.pixelio.de)

Lesen Sie in der nächsten Woche: Welche Pflanzen vertragen die Sonne am Südfenster?
Und welche sind fürs Nordfenster richtig?