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Hecken dürfen ab März nur noch sehr vorsichtig geschnitten werden

Heckenschneiden ab JETZT verboten - Seit 1. März droht hohes Bußgeld - Was noch erlaubt ist

Von News Team - Freitag, 01.03.2019 - 12:12 Uhr

Wenn die Temperaturen milder werden und der Boden auftaut, beginnt die Zeit der Hobbygärtner. Allerdings sollten Sie mit manchen Arbeiten nicht zu lange warten. So ist Heckenschneiden ab März nur noch unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Ein Verstoß kann teuer werden - auch wenn er unwissentlich erfolgt.

Im Frühjahr ist die Zeit, in dem die Gärten wieder auf Vordermann gebracht werden. Herrscht bei der Hecke Wildwuchs? Wenn größere Eingriffe nötig sind, sollten Sie sich sputen und sie noch im Februar stutzen. Was Hobbygärtner zum Stutzen von Hecken und Bäumen wissen sollten.

Wann das Bundesnaturschutzgesetz Heckenschnitt verbietet

Deutschlandweit ist es verboten, in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September Bäume außerhalb des Waldes und (hobby-)gärtnerisch genutzter Flächen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze „abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen“, das heißt sie handbreit über dem Boden abzusägen. Geregelt ist das in Paragraf 39, Absatz 5, im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Verstöße können teuer werden

Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Egal ob Sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben, droht Ihnen Bußgeld. Die Höhe hängt vom Bundesland ab. Sie kann sich je nach Länge der gestutzten Hecke auf 50 bis 10.000 Euro belaufen. Im Extremfall ist in Mecklenburg-Vorpommern sogar bis 100.000 Euro möglich. Hier geht’s zum Bußgeldkatalog.

Das sind die Ausnahmen

  • Erlaubt sind schonende Form- und Pflegeschnitte. Herauswachsende Äste und Spitzen können Sie insofern abschneiden, wenn Sie dabei Rücksicht nehmen auf möglicherweise nistende Vögel. Auch Pflegeschnitte für Obstgehölze sind erlaubt.
  • Generell sind Bäume in Privatgärten vom Verbot ausgenommen, wenn sich dort nicht Lebensstätten wild lebender Tiere befinden. Denn nach Paragraf 39 Absatz 1 BNatSchG ist es verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“. Abgesehen davon sollten Sie sich in jedem Fall bei ihrer Kommune erkundigen, ob der Schnitt oder das Fällen erlaubt sind, denn die Gemeinden dürfen individuelle Regelungen erlassen.
  • Weiter gelten Ausnahmen, wenn der Rückschnitt behördlich angeordnet wird, er im öffentlichen Interesse ist und zu anderer Zeit nicht vorgenommen werden kann oder wenn er verkehrstechnisch nötig ist.

Weiter gelten Ausnahmen, wenn der Rückschnitt behördlich angeordnet wird, er im öffentlichen Interesse ist und zu anderer Zeit nicht vorgenommen werden kann oder wenn er verkehrstechnisch nötig ist.

Wann das Stutzen von Hecke und Baum zur Pflicht wird

Hecke und Bäume, die auf den Gehsteig oder die Straße wuchern, so dass Verkehrsteilnehmern die Sicht genommen wird, müssen zurückgestutzt werden. Gleiches gilt, wenn etwa Bäume durch Blitzschlag auf die Straße oder ein Haus zu fallen drohen. Allerdings sollten Sie sich auch hier bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach etwaigen anderen Verbotsgründen erkundigen.

Vorsorglicher Schnitt nicht nötig

Die Hecke muss nicht vorsorglich zurückgeschnitten werden, damit sie im Laufe der Vegetationsphase nicht die maximal zulässige Höhe überschreitet. Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Freiburg hervor (Az.: 3 S 171/16). Hintergrund ist, dass in einigen Bundesländern eine im Nachbarrechtsgesetz festgelegte Maximalhöhe für Hecken gilt. Ein Nachbar wollte erzwingen, dass ein Grundstücksbesitzer vor dem 1. März seine Hecke derart stutzt, dass sie diese Höhe nicht erreicht. Das Gericht wies die Klage ab mit dem Hinweis, dass Pflanzenwachstum kaum vorhersehbar sei.

Sinn des gesetzlich erlassenen Schnittverbots

Das Verbot dient dem Schutz wild lebender Tiere, die Bäume und Sträucher als Lebensraum nutzen. Der Zeitraum wurde so gewählt, dass ihnen möglich ist, sich in Ruhe fortzupflanzen und die Jungtiere aufzuziehen. Dabei berücksichtigt der Gesetzgeber nicht nur Vögel, sondern auch Säugetiere wie Eichhörnchen. Weiter profitieren Insekten, wenn Bäume und Hecken nicht zu sehr gestuft sind und sie mehr Blüten vorfinden.

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