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Gefördert vom Kulturfonds Bayern und der Sparkasse Passau

Porträt der Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung.
Von Reiner Kunze
Meine Frau und ich, wir verbrachten unser bewusstes Erwachsenendasein zur einen Hälfte in der DDR, zur anderen in der Bundesrepublik Deutschland. Meine Frau, geb. 1933 in Znaim/Südmähren, ist Medizinerin, ich, geb. 1933 in Oelsnitz/Erzgeb., bin Schriftsteller. Nach Veröffentlichung meines Buches "Die wunderbaren Jahre" in Frankfurt am Main 1976, die meinen Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR und öffentliche Forderungen nach strafrechtlichen Maßnahmen zur Folge hatte, durften wir die DDR verlassen, da der Staatsspitze nicht an einem Prozess gelegen war, der dem Ansehen der DDR hätte schaden können. Seitdem wohnen wir in Obernzell-Erlau, nahe Passau, wo wir 2006 die Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung gründeten.

Stiftungsziel Ausstellungshaus
Im Umfeld meiner Bücher haben sich in den vergangenen fünfzig Jahren u.a. historisch relevante Bild- und Tondokumente, eintausend ausgewählte und z. T. kommentierte Briefe, Kopien von Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und zahlreiche Werke zeitgenössischer Bildender Kunst angesammelt, die in ihrer Komplexität nicht nur rational, sondern auch emotional nachvollziehbar machen, was es hieß, sich der allgegenwärtigen Indoktrination einer Diktatur zu erwehren, und die die nachträgliche Verklärung dieser Diktatur ebenso ad absurdum führen wie die ideologische Verblendung vieler Intellektueller im Westen, die in den totalitären Staaten des Ostens einen neuen Anfang für die Menschheit sahen. Die Stiftung soll sicherstellen, daß diese Dokumente und Kunstwerke nach unserem Tod beisammenbleiben und in unserem Haus in Dauerausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

"Schönheit, neben der Freiheit meine größte Sorge"
Dokumentiert werden soll der Hintergrund der Bücher, das Erlebte, aus dem sie hervorgegangen sind, und von dem bereits heute die meisten Menschen kaum noch etwas wissen. Zu diesem Hintergrund gehören nicht nur die Verhältnisse in der DDR, in der z. B. ein junger Theologe, weil er George Orwells Buch "1984" vier Personen zu lesen gegeben hatte, eine Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren und vier Monaten erhielt, oder ein Ingenieur wegen angeblicher staatsfeindlicher Hetze, die das Gericht in seinen heimlich geöffneten Briefen an mich feststellte, sowie wegen einer Zuarbeit zu dem Buch "Die wunderbaren Jahre" zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Zum Hintergrund der Bücher gehört u. a. auch die im Westen proklamierte folgenschwere Doktrin, alles Schöne sei reaktionär, da es über den wahren Zustand der Gesellschaft hinwegtäusche und den Willen schwäche, sie radikal zu verändern. Der Widerstand gegen das politische System äußerte sich in der DDR nicht zuletzt in der Kunst, und da diese über die Fähigkeit verfügt zu beglücken, war sie Teil der Antwort auf die Frage, woher die Kraft kam zu widerstehen.

Die Kunstwerke, die in unserem Haus zu sehen sein werden, nehmen verschlüsselt oder offen Bezug auf verbotene Texte oder sind durch ihre zeitlose Vollkommenheit Zurufe von Rang. Wer Hand an das Schöne legt, legt Hand an den Menschen. Unser Haus soll eine Stätte der Zeitzeugenschaft und ein Ort des Schönen werden. In den Tagebüchern von Albert Camus heißt es: „Schönheit, neben der Freiheit meine größte Sorge." Wir teilen diese Doppelsorge.

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Hauptaufgabe zu Lebzeiten
Zu unseren Lebzeiten besteht die Hauptaufgabe der Stiftung darin, die inhaltlichen, finanziellen und, soweit schon möglich, baulichen Voraussetzungen für das Ausstellungshaus zu schaffen. Zum Beispiel entstanden in einem mehr als einjährigen Prozeß, gefördert von der Sparkasse Passau, die Entwurfspläne für den Hausumbau, für die das vielfach preisgekrönte Architekturbüro Brückner & Brückner, Tirschenreuth und Würzburg, gewonnen werden konnte. Der erste Bauabschnitt (ca. 40% des Gesamtumbaus) wurde mit Unterstützung des Kulturfonds Bayern 2012 verwirklicht. Frau Susanne Asenkerschbaumer, Absolventin der Universität der Künste Berlin, entwarf eigens für die Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung eine nach den Maßstäben heutiger Ausstellungskultur hochmoderne Präsentationskonzeption. Inwieweit es uns gelingen wird, das Austellungshaus zukunftsfest zu machen, hängt davon ab, ob wir noch die Mittel einzuwerben vermögen, die wir zur Aufstockung des Stiftungskapitals dringend benötigen.
Sollte sich eine Person, Firma oder Institiution dazu entschließen, sich entscheidend an der Zukunftssicherung der Stiftung zu beteiligen, würden wir das Haus nach der Zustifterin oder dem Zustifter benennen und den Namen unverzüglich in den Stiftungsnamen einfügen. Die Stiftung würde dann heißen "Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung im [XY]-Haus".

Kontaktdaten:

Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung
Sparkasse Passau Nikolastr. 1
94032 Passau (Altstadt)

Telefon: +49 851 3981821
Fax: +49 851 3981822

Internet: www.reiner-kunze.com

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