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Infizierte Tiefkühlkost löst Hepatitis aus! Forscher sehen Erdbeeren als Ursache für Epidemie

News Team
Beitrag von News Team

Verseuchte Erdbeeren aus Polen haben zu Hepatitis-Infektionen in Österreich und Schweden geführt. Das berichtet der "Standard" unter Berufung auf die Analysen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Hepatitis-A-Epidemie ausgebrochen! Tiefkühlerdbeeren mit Erreger infiziert

Bis 9. Oktober waren demnach in Schweden 20 Hepatitis A-Fälle aktenkundig, 17 davon sind zweifelsfrei im Labor nachgewiesen. Von den Infizierten hatten dem Bericht zufolge zehn Menschen Erdbeeren gegessen.

In Österreich gab es im Juli einen Hepatitis-Ausbruch mit mindestens 14 Erkrankten bei identischen Erregern. Die Erdbeeren waren über eine Großhändler ins Land gelangt und an etliche Lokale und einen Eisproduzenten in Italien verteilt worden.

Erdbeeren machten krank


Nah Angaben von„Eurosurveillance“ hatten alle Infizierten in Schweden innerhalb von 30 Tagen vor Beginn der Krankheit Erdbeeren konsumiert - unter anderem als Smoothies oder Desserts in Saftbars, in Altenheimen, in einem Hotel, in einem Restaurant und in einer Schule.

Das sagt das Robert-Koch-Institut zu Hepatits A:

Infektionsweg

Die Übertragung erfolgt über den Mund oder durch Fäkalien. Es handelt sich um eine Kontakt- oder Schmierinfektion, wie die Experten erklären, die entweder im Rahmen enger Personenkontakte, z.B. im Kindergarten oder im gemeinsamen Haushalt, oder von Geschlechtskontakten - vor allem unter Männern - sowie durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände übertragen werden.

Epidemien in verschiedenen Ländern wurden meist durch kontaminiertes Trinkwasser, Badewasser oder kontaminierte Lebensmittel, besonders häufig Muscheln oder Austern, sowie mit Fäkalien gedüngtes Gemüse und Salate hervorgerufen. Eine Übertragung durch Blut und Blutprodukte (auch mehrmalig genutzte Spritzenbestecke bei Drogenabhängigen) in der Virämiephase, die mehrere Wochen andauern kann, wurde beschrieben.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 15 und 50 Tagen und liegt im Allgemeinen bei 25 bis 30 Tagen.

Klinische Symptomatik

Der Verlauf einer Infektion ist vor allem bei Kindern häufig subklinisch oder asymptomatisch. Prodromalerscheinungen treten in Form von unspezifischen gastrointestinalen Symptomen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl auf. Gelegentlich können Temperaturerhöhungen auftreten.

Es kann sich die ikterische Phase anschließen, die wenige Tage bis mehrere Wochen dauert. Es besteht eine Lebervergrößerung und bei etwa 25 % der Patienten auch eine Milzvergrößerung. Es können sich Zeichen einer Cholestase entwickeln. Häufig besteht Hautjucken, gelegentlich können auch flüchtige scarlatiniforme Exantheme auftreten.

In der folgenden 2- bis 4-wöchigen Genesungsphase kommt es zur Normalisierung des subjektiven Befindens und der labordiagnostischen Befunde.

In bis zu 10 % der Erkrankungen mit manifester Hepatitis A können protrahierte Verlaufsformen auftreten, die unter Umständen mehrere Monate lang andauern, aber komplikationslos ausheilen. Bei insgesamt 0,01-0,1 % der Patienten kommt es zu fulminanten und dann meist letalen Verläufen, deren Häufigkeit mit dem Alter ansteigt und die insbesondere bei Vorgeschädigten (z.B. Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C) zu beobachten sind. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Diagnostik

Bei den Hepatitis-A-Patienten ist in der Regel eine deutliche Erhöhung der Transaminasen, des direkten und indirekten Bilirubins im Serum sowie des Urobilinogens im Harn zu beobachten.

Bei entsprechender klinischer Symptomatik ist der Nachweis von anti-HAV-IgM im Serum beweisend für eine frische HAV-Infektion. Diese Antikörper sind bereits bei Auftreten der ersten Symptome nachweisbar (Nachweisdauer etwa 3-4 Monate). Anti-HAV-IgM kann auch nach Hepatitis-A-Impfung für kurze Zeit nachweisbar sein. Auch anti-HAV-IgG ist zu Beginn der Symptomatik bereits meist positiv; ansonsten zeigt der Nachweis von anti-HAV-IgG eine früher abgelaufene Infektion bzw. Impfung und somit Immunität an. Der Nachweis von HAV-Antigen mittels ELISA im Stuhl oder von HAV-RNA (z.B. mittels PCR) im Stuhl oder Blut ist möglich und beweist eine frische HAV-Infektion. Eine nur in Speziallaboratorien durchgeführte Sequenzierung des HAV-Genoms kann zur Klärung von Infektketten bei Ausbrüchen beitragen.

Therapie

Eine spezifische Therapie gegen die Hepatitis A existiert nicht. Symptomatische Maßnahmen bestehen in Bettruhe und Behandlung der Allgemeinsymptome (Erbrechen, grippeähnliche Symptome). Potenziell lebertoxische Medikamente dürfen nicht verabfolgt werden. Wichtig ist eine absolute Alkoholkarenz. In der ersten Zeit sollte eine kohlenhydratreiche und fettarme Kost verabfolgt werden. Strenge diätetische Maßnahmen sind nicht erforderlich.

Bei den meisten Patienten mit Hepatitis A ist eine Krankenhauseinweisung nicht notwendig, sofern sie zu Hause ausreichend versorgt werden. Inwieweit Bettruhe eingehalten werden muss, ist vom Zustand des Patienten abhängig; strikte Bettruhe ist meist nicht nötig.