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Was taugen Oma und Opa als Vorleser?

Was taugen Oma und Opa als Vorleser?

Helmut Achatz
14.10.2016, 15:17 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Was taugen Oma und Opa als Vorleser? Der jüngsten Vorlesestudie der Stiftung Lesen zufolge sind Oma und Opa nur zweite Wahl, was sich komisch anhört, aber durchaus verständlich ist, ist doch meistens Mama diejenige, die sich am meisten um die Kinder kümmert und ihnen eben auch vorliest. Das Vorlesen kommt bei Kindern trotz Fernsehen und Social Media bei Kindern immer noch gut an. 91 Prozent der Jungen und Mädchen in Deutschland gefällt es laut Studie, wenn ihnen vorgelesen wird.

Mama ist die größte

Wer ist besonders beliebt von den Personen, die Kindern vorlesen? Mama steht mit 77 Prozent klar an erster Stelle, gefolgt von Papa mit 51 Prozent, dann kommt Oma mit 44 Prozent und Opa mit 37 Prozent. Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen gehören mit 30 Prozent ebenfalls dazu. Allerdings kommen die Eltern viel zu selten zum Vorlesen. „Ein Drittel der Eltern liest zu selten vor – Mehrmals pro Woche ist ideal“, so das Ergebnis der Studie.

Die Ergebnisse der Vorlesestudie basieren auf einer repräsentative Befragung von Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren und ihren Müttern, getragen von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung.

Ideal ist nach Angaben der Experten, wenn sich Eltern mehrmals in der Woche Zeit zum Vorlesen nehmen, beispielsweise 15 Minuten pro Tag. Damit werde die intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder optimal gefördert, hieß es. Aber auch das Vorlesen außerhalb der Familie, etwa durch Ehrenamtliche, sei generell wertvoll.

Vorlesen gefällt fast allen Kindern! Sie können davon nicht genug bekommen. Und dies unabhängig von Alter, Geschlecht oder der Sprache, die im Haushalt gesprochen wird. Entscheidend ist, dass regelmäßig vorgelesen wird“, so die Vorlesestudie

Wenn vorgelesen wird, dann meist in einer entspannten Atmosphäre. Nicht von ungefähr schätzen Kinder am Vorlesen der Studie zufolge vor allem die Gemütlichkeit und die Tatsache, „tolle Geschichten“ zu hören.
– Lesen ist das Fundament für Bildung und den Zugang zur Welt. Wer nicht lesen und schreiben kann, hat schlechte Chancen in der Gesellschaft: im Supermarkt und bei Behördengängen, im Klassenzimmer und im Internet. 
– Aber auch für die Eltern bietet das Vorlesen einiges. 66 Prozent sagen, dass sie sich meistens darauf freuen. Sie genießen die gemeinsame Zeit und nehmen selbst offenbar viel für sich selbst mit. 
– Mehr noch – sie bringen die eigenen positiven Erfahrungen in die Situation mit hinein, die sie früher als Kinder erlebt haben, als ihnen ihre Eltern vorgelesen haben. 
– Ein positiver Verstärkungseffekt entsteht: Kinder, denen Eltern gern und oft vorgelesen haben, erinnern sich selbst später gut und gern an diese Erfahrung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann auch ihren eigenen Kindern wieder vorlesen, ist hoch.

Und wer liest den Kindern tatsächlich vor? Der Studie zufolge sind das zu 95 Prozent die Mama, zu 39 Prozent der Papa, zu 35 Prozent Kindergärtnerinnen oder Erzieherinnen, zu 26 Prozent Lehrerinnen und nur zu 15 Prozent Oma und Opa.

Übrigens, am 18. November ist bundesweiter Vorlesetag.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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37 Kommentare

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wenn ich zu meinen Enkeln komme hat Paulchen ( 5 J ) schon die Bücher herausgesucht und es ist Vorlesezeit ....
  • 15.10.2016, 18:03 Uhr
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Meinen eigenen Kindern habe ich wenig vorgelesen. Dafür lag ich a ends mit einem meiner Kinder im Bett und erfand ständig neue Geschichten, die genau zu diesem Kind paßten. Jeder hatte mit der Zeit seine besondere unendliche Geschichte.

Jetzt bin ich 90 Jahre alt und gleich zwei verschiedene Bekannte wünschen sich gerade jetzt wieder von mir, daß ich ihnen vorlese. Was mir dabei aufgefallen ist, ist die Erfahrung, daß ich selber dadurch das Gelesene auch viel intensiver erlebe als beim normalen lesen. Ich erlebe es wie eine Rückkoppelung der Empfindungen, die ich beim Lesen ausgesandt habe, die dann verstärkend zu mir zurückströmen und uns gemeinsam tiefer und tiefer in das Gelesene hinein ziehen.
  • 15.10.2016, 16:04 Uhr
  • 1
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Vorlesen ist nach wie vor wichtig
  • 15.10.2016, 15:57 Uhr
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Also, wenn unser Lennart (5 J.) hier mit Übernachtung gebucht hat, lese ich ihm natürlich vor - obwohl er die Texte oft schon selber im voraus kennt, hört er andächtig zu ! Zwischendurch lese ich den Satz dann mal nicht zu Ende u. er weiß stets, w i e er endet ! Da bin ich immer platt, wie er das in seinem kleinen Kopf alles speichert ! Es ist ja nicht nur ein Buch ... !
  • 15.10.2016, 15:39 Uhr
  • 2
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Ich habe erst diese Woche wieder vorgelesen. Ich bin zwar nur die 'Leihoma', aber es gibt doch nichts Schöneres, als den Wissensdurst eines Kindes zu stillen.

Mit meinen eigenen Kindern habe ich immer gerne und viel gelesen. Erst habe ich vorgelesen - und als sie denn selber anfingen zu lesen, haben wir es immer im Wechsel gemacht. Wobei mein Part allerdings immer der Größere war das waren wunderschöne Momente und Rituale.
  • 15.10.2016, 15:35 Uhr
  • 1
Waren das auch mit Vorliebe die Pixie-Heftchen ?
  • 15.10.2016, 15:40 Uhr
  • 0
Die sowieso ich kann mich noch an 2 Favoriten erinnern 'Bären in der Keksfabrik' und 'Das Knäckebrotmonster'
  • 15.10.2016, 15:44 Uhr
  • 1
Gutes Gedächtnis - ich erinnere mich so in etwa an eins, das von einer Hexe handelte ! Titel kann ich aber nicht mehr sagen ! Mein Sohn kannte es damals auswendig, wollte es aber meistens vorgelesen haben !
  • 15.10.2016, 16:24 Uhr
  • 1
So kenne ich das auch und wehe man hat sich mal verlesen
  • 15.10.2016, 17:30 Uhr
  • 1
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ich möchte peter f beipflichten. ich finde vorlesen auch nicht so einfach. es gehört schon was dazu, jemanden, auch ein kind, zu fesseln. nicht zu verwehcseln mit bilder angucken und erzählen.
  • 15.10.2016, 15:12 Uhr
  • 0
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Mein erster Enkel war öfter bei mir bzw bei uns. Mit Opa wurde gespielt und Oma war die Vorleserin. Irgendwann habe ich ihm eine selbst erfundene Geschichte erzählt und von da an gab er mir Stichworte und ich musste daraus eine Geschichte machen. In der Schule gab es dann so eine ähnliche Aufgabe und da bekam er eine Eins
  • 15.10.2016, 14:58 Uhr
  • 0
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Ich lese meiner Enkelin gerne vor,sie patscht mit ihren kleinen Händchen auf das Buch, ich erkläre ihr die Bilder, da freut sie sich, uns versucht zu sprechen
  • 15.10.2016, 14:28 Uhr
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  • 15.10.2016, 14:57 Uhr
  • 0
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Vorlesen ist nicht gleich Vorlesen. Das heißt, der Vorleser oder die Vorleserin, sollte das Vorlesen auch beherrschen. Es kommt beim Vorlesen auf die Betonung der Sätze an. Zeichenstellung ist dabei zu beachten. Ständiges Verlesen und falsche Betonung, führen beim Zuhörer, ob Kind oder Erwachsener, zum falschen Verständnis des vorgelesenen Inhalts. Nun ist nicht jeder der etwas vorließt ein geschulter Vorleser, deshalb ist es nach meiner Meinung ratsam, das was man Vorlesen möchte, vorab erstmals sich selber einmal vorzulesen.
Oma und Opa, man verzeihe mir meine Meinung, sind keine guten Vorleser. Es sei denn, der Text wurde schon des öfteren vorgelesen und ist dem Vorleser schon recht vertraut.

Ich bin ein Zuhörer von Hörbüchern und weiß wie schlimm sich ein schlecht gelesenes Hörbuch anhört.
  • 15.10.2016, 14:22 Uhr
  • 4
Es sei denn, die Großeltern haben bereits beruflich mit Sprache und Erziehung, vorlesen mit Blickkontakt, usw. zu tun gehabt. Gibt's auch!
  • 15.10.2016, 14:46 Uhr
  • 2
Ich verstehe was Du damit meintest Peter, - ich habe früher
auf Kasetten für Blinde vor gelesen, sie waren sehr beliebt,
meine Kasetten ...
  • 15.10.2016, 14:47 Uhr
  • 1
und du glaubst , alle eltern sind geübte vorleser ?
  • 15.10.2016, 15:20 Uhr
  • 2
Nein Helga, das denke ich mal nicht. Auch für die Eltern gilt das gleiche, wie für die Großeltern
  • 15.10.2016, 15:26 Uhr
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Eben!
  • 15.10.2016, 15:39 Uhr
  • 0
und meine tochter sagt : du hast mehr ruhe als ich ! und das gleiche habe ich früher zu meiner mutter gesagt !
  • 15.10.2016, 15:40 Uhr
  • 0
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und es ist sooooooooooooo gut für die Herzensbildung...
  • 15.10.2016, 14:19 Uhr
  • 1
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