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Wie man sich in der Lebensbeschreibung des Propheten verirren kann

Wie man sich in der Lebensbeschreibung des Propheten verirren kann

26.05.2017, 22:26 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Dieser Beitrag ist kein Beitrag zur Religion des Islam, sondern verfolgt ausschließlich historisches Interesse. Ich bin mir der Diskrepanz zwischen Glauben und historischer Forschung bewusst. Vieles was wir über den Propheten zu wissen glauben, hält nicht einer historischen Überprüfung stand oder verliert sich im Dunkel der Geschichte. Auch eine Lebensbeschreibung über Jesus Christus wirft Fragen aufwerfen, z.B. die, warum das Neue Testament über Jesu Leben zwischen dem 12. und etwa 30. Lebensjahr schweigt. An Jesu Wunder dürfen Christen glauben oder sie versuchen zumindest die Wunder als Metapher zu begreifen o.ä. Wir können aber nicht erwarten, dass ein Historiker in einem wissenschaftlichen Werk von seinem religiösen Glauben erzählt. Das wäre zu viel verlangt. Aus dem Blickwinkel eines Historikers wäre es wohl vermessen zu sagen, wir kennen Zitate von Buddha, Jesus oder Mohammed. Alle "Zitate" wurden erst viele Jahre nach dem Ableben der Betroffenen aufgeschrieben. Übrigens stoßen wir auf ähnliche Probleme bei Sokrates, der kein einziges schriftliches Zeugnis hinterließ und trotzdem Bedeutung für das Abendland erlangte. Die Forschung hat seit längerem schon aus den Werken Platons das Sokratische und das Platonische gefiltert. Ich persönlich gehe fest davon aus, dass Buddha, Sokrates, Jesus und Mohammed historische Persönlichkeiten sind.

Es gibt eine sehr weite Spannbreite von Ansichten, die kaum weiter sein kann, als sie ist. Die einen sagen, wir wissen sehr viel über Mohammed, andere wie z.B. der Islamwissenschaftler Hans Jansen bezweifeln seine Historizität. Der britische Schriftsteller Tom Holland, der an den Universitäten von Cambridge und Oxford einen Bachelor in Geschichte erwarb, verfasste ein farbenreiches Porträt der Spätantike, »Mohammed, der Koran und das Entstehen des Arabischen Weltreiches.« Der »Einführung« wird ein Zitat von Salman Rushdie vorangestellt.

»Was die Evangelisten über das Leben Jesu mitteilen, ist vergleichsweise unzuverlässig. Im Unterschied dazu wissen wir vom Leben Mohammeds mehr oder weniger fast alles...«


In Hamed Abdel Samad's Abrechnung über den Propheten ("Mohamed , eine Abrechnung") präsentiert der Autor ein Kuriositätenkabinett von Ferndiagnosen: Allmachtsphantasien, Größenwahn, Paranoia, Verfolgungswahn, Kritikunfähigkeit und Zwangsstörungen (Pos.151) Starker Tobak. Wenn wir wirklich alles über Mohammed wüssten, dann wüssten wir, ob Hamed Abdel- Samad von der Wahrheit spricht oder sich in diesen Ferndiagnosen verstiegen hat. Da Herr Abdel-Samad sein Buch "Mohamed" im Untertitel als eine "Abrechnung" bezeichnet, darf ich mir das Recht nehmen, die Wissenschaftlichkeit seiner Biographie (?) anzuzweifeln. Kein ernstzunehmender Islam - oder Politikwissenschaftler würde eine Biographie mit dem Untertitel "Eine Abrechnung" vorlegen. Damit würde sich ein Fachwissenschaftler selbst disqualifizieren und Abdel-Samad hat eben dieses getan. Abdel-Samad gewährt einen kleinen Einblick in Autoren, die die Historizität Mohameds anzweifeln(Pos.375) oder andere umstrittene Theorien über die frühislamische Zeit entworfen haben. So bezeichnete der Ungar Ignaz Goldziher im späten 19. Jahrhundert die Hadithe als pure Fälschung (heute trennen wir sie von den echten und unechten). Und da gibt es die Theorie von Michael Cook und Patricia Crone, die den Islam in Palästina entstehen lassen (Hagarism, The Making of the Islamic World, Cambridge 1977) oder die Theorien des Syrologen Christoph Luxenberg und des Theologen Karl-Heinz Ohlig, die behaupten, der Islam sei ursprünglich mal eine arabisch christliche Sekte gewesen (Pos.391) und Mohammeds Namensnennung im Felsendom beziehe sich auf Jesus (Ohlig), "Mohammed" sei dort als der Titel "der Gepriesene zu verstehen. Ohlig ist auch der Meinung, der Umayyaden-Kalif Abd al-Malik sei zur Zeit der Erbauung des Felsendoms Christ gewesen. (Pos. 404). Diese Theorien stellen Außenseitertheorien dar, die von vielen Islamwissenschaftlern nicht ernst genommen werden. Abdel-Samad erwähnt, »auch der Islam-Theologe Sven Kalisch äußerte sich zumindest skeptisch zur Existenz Mohameds als historische Person, veröffentlichte aber selbst keine Studien dazu.« ( Pos. 392). Diese Aussage ist kaum zu gebrauchen, weil die Quellenenangabe fehlt. Außerdem, und das kommt noch erschwerend hinzu, ist Sven Kalisch durch das nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium aufgrund eben dieser umstrittenen Thesen über die Existenz des Religionsstifters im Jahre 2008 von seinem Amt für die Lehrerausbildung enthoben worden. Das Abdel-Samad verschweigt das. Keine Ahnung warum. Ich kann nur vermuten, es steckt eine Absicht dahinter, und es gehört zu seinem Konzept, seine eigenen Konstrukte über Mohammed zu erläutern und anderes wegzulassen, was zum Tenor seines Buches nicht passt. Vielleicht ist dem Autor das Fingerspitzengefühl abhanden gekommen, wenn er auf umstrittene Autoren eingeht, aber den Islamwissenschaftler Hans Jansen nicht erwähnt, wenn es um die Historizität des Propheten geht.

Der niederländische Arabist und Islamwissenschaftler Hans Jansen hat sich dagegen ernsthaft mit der Frage nach der Historizität Mohammeds auseinandergesetzt und Mohammeds erste Biografie von Ibn Ishāq (704-768 oder 769) dahingehend untersucht. Man muss nicht Jansens Meinung vertreten, aber es war sein gutes Recht, dieses Thema wissenschaftlich aufzuarbeiten, selbst dann, wenn er zu solch einem Ergebnis kommt. Aber was soll man damit anfangen, wenn Hamed Abdel-Samad Mohammed mit Hitler vergleicht?

Tom Holland stellt in seinem Werk zur Spätantike (s.o.) fest, je größer der zeitliche Abstand zum Propheten wurde, desto ausführlicher geriet seine Biografie (Holland, Seite 36). Mit der Zeit entstanden Anekdoten, einzelnen Sätze, die aus dem Munde des Propheten gekommen sein sollen. Dann aber stellten Exegeten fest, diese sog. Hadithe müsse man aufteilen in echte und unechte. So heißt es über den heute noch viel gerühmten Gelehrten al-Bukhari (810-870), er habe »600000 angebliche Worte des Propheten gesammelt und alle bis auf 7225 für unecht erklärt.« (Holland, Seite 46) . Diese Zahlen machen deutlich, wie umfangreich man hier bemüht war, Mohammeds Leben mit Anekdoten und Sprüchen zu bereichern. Der Orientalist und Kenner des islamischen Rechts Joseph Schacht (1902-1969), verfasste 1950 eine Studie zur Entstehung der Hadithe und schrieb darin:

»Wir müssen und von der Annahme verabschieden, es habe ursprünglich einen authentischen Kernbestand an Information gegeben, der direkt auf die Zeit des Propheten zurückgeht« (in Holland, Seite 47, Joseph Schacht: The Origins of Muhammadan Jurisprudence, Oxford 1950).

Interessant sind z.B. Tom Holland's Ausführungen über Mohammeds Schlacht von Badr. Die Biografin Karen Armstrong schildert die Schlacht nach den schriftlichen Quellen, deren Glaubwürdigkeit Tom Holland anzweifelt. Die Erscheinung der Engel, die am Ende der Schlacht Mohammed zu Hilfe eilen, deutet Armstrong als Massenhalluzination, wie sie auch bei christlichen Kreuzfahrern vorkamen. (Armstrong, Muhammad, Seite 241). Aber was soll man dazu sagen, wenn Holland über diesen Eingriff aus der ersten Sira des Propheten nacherzählt, die Engel »schwangen ihre Feuerschwerter und schlugen den Quraishiten reihenweise die Köpfe ab.« Holland zieht Vergleiche zum Epos der Ilias, in der Götter in den Krieg gegen Troja eingreifen.

»Warum sollten wir annehmen, dass die Darstellung vom ersten großen Sieg des Propheten authentischer ist als die Sage von der Belagerung Trojas?« (Holland, Seite 50)

Nach Ibn Ishāq' würgte der Erzengel Mohammed, in dem er ihm ein Tuch vor dem Mund hielt und ihm befahl, es zu lesen. Nach dem dritten Würgen las er endlich. Es waren die Verse, die in den Koran als Sure 96 1-5 einging. Abdel-Samad sagt ganz richtig, das war die Geburtsstunde des Islams, aber er behauptet auch, Mohammed habe aus der Not eine Tugend gemacht und vermutet den Ausbruch einer psychischen Erkrankung oder eine Identitätskrise, die durch Spekulationen über seine Herkunft ausgelöst wurde. (Pos.715). Wir könnten weiter spekulieren und sagen, die Jungfrau Maria litt an krankhaften Halluzinationen, als ihr der Erzengel erschien und die Geburt des Heilands ankündigte. Das würde aber nichts bringen. Religionsgeschichtlich interessant ist nur, dass der Erzengel Gabriel im Islam und im Christentum ((Luk 1,26–33)) den ersten Impuls gab.

Viel schlimmer ist, dass Hamed Abdel-Samad dem IS in die Hände spielt, in dem er behauptet, die Geschichte Mohammeds wiederhole sich heute in der Geschichte der Terrororganisation des sog. Islamischen Staates (IS). Abdel-Samad behauptet, die Gemeindeordnung der eroberten syrischen Stadt Rakka gleicht Gemeindeordnung wie vor 1400 Jahren in Medina, die Körperstrafen seien identisch. In Mossul und in den kurdischen Gebieten gingen die IS-Terroristen mit Christen und Jesiden genauso um wie Mohammed mit den Juden von Medina (vgl.Pos.1081).

Die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong schreibt:

„Muhammad war zum Führer einer Stammesgruppe geworden, die nicht durch Blutsverwandtschaft, sondern durch eine gemeinsame Ideologie verbunden war, was für die arabische Gesellschaft eine erstaunliche Erneuerung bedeutete. Niemand wurde gezwungen, zur Religion des Koran überzutreten. aber Muslime, Heiden und Juden gehörten alle der einen „umma“(Gemeinschaft) an, durften sich nicht angreifen und hatten geschworen, sich gegenseitig zu beschützten“ (Karen Armstrong, Kleine Geschichte des Islam, S. 28).

Was hat das mit dem sog Islamischen Staat zu tun? Nichts.

Die Koranforscherin Angelika Neuwirth, sagt in einem Interview ganz klar, was der IS betreibt, ist ein Missbrauch des Islam und verweist auf die frühislamische Sekte der Charidschiten aus dem 7. Jahrhundert, »die mit ähnlich triumphalen Gestus roheste Gewalt anwendete. Sie hat mit extremer Grausamkeit alle nicht zur eigenen Gruppe gehörenden Muslime systematisch verfolgt.«

Hamed Abdel-Samad katapultiert sich nun gänzlich in unseriöses Pflaster, wenn er Mohammeds Umgang mit den Juden »in mancher Hinsicht und in kleinerem Maßstab mit dem Holocaust« (Pos.2383) vergleicht.

Viele unkritische Leser sind auf die Abrechnung hereingefallen. Den historischen Mohammed haben sie in dem Buch garantiert nicht gefunden. Das Buch ist angefüllt mit Sex &Crime und hat alles, was ein Bestseller braucht. Ich möchte es dem Autor nicht unterstellen und er wollte es sicher nicht, das es so ist: aber vielleicht kommt er ins Grübeln, weil sein Mohammed-Buch Islamhassern und Rechtspopulisten in die Hände spielt.


Hamed Abdel-Samad: Eine Abrechnung, München, 2015, e-book
Karen Armstrong: Muhammad, Religionsstifter und Staatsmann, München 1993
Karen Armstrong: Kleine Geschichte des Islam, Berlin, 2001
Tom Holland: Mohammed, der Koran und die Entstehung des arabischen Weltreichs, 2012, 2017,Stuttgart
Hans Jansen: Mohammed, München 2008

39 Kommentare

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WL ist scheinbar zu einer Werbeplattform für den Islam mutiert.
So lange im Islam Frauen noch gesteinigt und schwule Männer noch öffentlich gezüchtigt oder hingerichtet werden kann und will ich mich mit dieser Ideologie absolut nicht anfreunden.
  • 18.06.2017, 19:24 Uhr
  • 2
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Für mich ist der Koran wie auch die Bibel nur ein geschichtliches Märchenbuch. Jeder der an die Macht wollte oder bleiben wollte schrieb etwas dazu.
Denn kein Gott oder Allah, die angeblich die Menschen geschaffen haben sind so rachsüchtig, wie die Menschen die diese Mächte missbrauchen wollen zu ihren Gunsten.
Da hilft auch keine Auslegung und Erklärung.
für mich alles Bullshit.
  • 18.06.2017, 14:50 Uhr
  • 2
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Wenn jede Religion die andere tolerieren würde und die Völker möglichst nach Religionen sortiert untereinander blieben, hätte keiner Probleme. Manches kann man einfach nicht mischen, ohne dass der eine oder andere ausflippt. Eine aggressive Religion passt nunmal nicht zu einer friedlichen. Das kann nicht dauernd gut gehen. Dieses ganze Multikulti ist einfach schädlich und bringt keiner Seite dauerhaft wirklich Frieden. Was nicht langsam von selbst zusammenwächst, kann die Politik nicht einfach vermischen. Das ist noch nie gut gegangen. Theorie ist eben noch lange keine Praxis.
  • 06.06.2017, 16:25 Uhr
  • 0
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Für uns ist nur wichtig was die heutigen Anhänger Mohammeds in seinen Namen aus ihrer Religion machen.
  • 03.06.2017, 13:17 Uhr
  • 3
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Diese ständigen Rechtfertigungversuche zu Gunsten des Islam und anderer Religionen nervt. Wissenschaftler haben diese und jene Theorien die eventuell auch Mal bestätigt werden. Fakt ist dort draussen laufen islamische Massenmörder herum. Sie warten nur auf eine Gelegenheit wie in Manchester. Das hat alles mit dem Islam zu tun.
  • 31.05.2017, 07:52 Uhr
  • 6
Von einem Rechtfertigungsversuch habe ich nichts geschrieben, auch wenn jede Weltreligion seine Daseinsberechtigung hat.
  • 03.06.2017, 17:55 Uhr
  • 0
Der Text kann aber so verstanden werden. Das Attentat in London bestätigt leider meine Verdächtigung.
  • 04.06.2017, 20:26 Uhr
  • 2
Es ist gerade das Ziel dieser IS-Terroristen unsere Gesellschaft zu spalten durch eine zunehmende Polarisierung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Wenn du also schreibst, "dort draussen laufen islamische Massenmörder herum", dann haben die Terroristen ein Ziel erreicht. Durch die Anschläge von Nizza und Paris haben die Rechtspopulisten in Frankreich großen Zulauf bekommen. Darüber freuen sich die Terroristen auch. Sie freuen sich auch über Donald Trump, wenn er für Muslime die Einreise in die USA erschweren will. Wir sollten uns dahingehend bemühen, den IS-Terror nicht mit dem Islam gleichzusetzen (das wäre auch eine Dummheit). Wenn wir das aber tun, dann freuen sich die Terroristen und wir unterstützen diese damit.
  • 05.06.2017, 22:35 Uhr
  • 0
Manchester, London bestätigen meine Einschätzung. Es mag sein das die Terroristen die westlichen Gesellschaften Spalten wollen. Wir wissen es aber nicht. Fakt ist es doch, das es zwischen Moslems und Deutschen wenig Kontakte gibt, außer dem türckischen Gemüsehändler um die Ecke. Der Islam ist nun mal die Religion die politische, rechtliche Vorgaben macht, die nicht kompatibel sind mit einer freien westlichen Gesellschaft. Die Probleme mit der fremden Kultur wurde seit den Sechzigern, unter den Teppich gekehrt. Nie wurden sie offen angesprochen. Jetzt soll immer noch alles schön geredet werden. Aber wie die britsche PM May sagte "genug ist genug". Es ist Zeit zum handeln, im Interesse unserer Kinder und der Zukunft dieses Landes.
  • 06.06.2017, 18:44 Uhr
  • 3
Dass Terroristen Gesellschaften spalten wollen, sagen Experten wie Peter Neumann (ab 2.30 Min.)

https://www.zdf.de/nachrichten/heute...ht-100.html
  • 06.06.2017, 22:28 Uhr
  • 0
Parallelgesellschaft, ist für mich der Begriff der gespaltenen Gesellschaft. Diese ist bereits existent. Diese Parallelwelt ist das Ergebnis der Selbstdistanzierung der Moslems von der Mehrheitsgesellschaft. Es braucht nicht der Beeinflussung der Terroristen. Die Distanzierung und Spaltung entsteht durch den ein Einfluss der Moscheeverbände und der ausländischen Imane.
  • 07.06.2017, 08:30 Uhr
  • 3
Martin bist du noch da?
  • 18.06.2017, 20:36 Uhr
  • 0
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Hamed Abdel Samad hat kein wissenschaftliches Buch geschrieben, sondern klar gekennzeichnet seine Meinung. Die kann man teilen oder es lassen.
Die historische Existenz Mohammeds wird durch archäologische Forschungen keineswegs bestätigt, wohl aber die von Jesus. (Norbert G. Pressburg, Good Bye Mohammed) Aber selbst angenommen, sie wäre bewiesen, so besagt das zunächst überhaupt nichts.
Ob man ungesicherte Annahmen für eine realistische Bewertung einer Religion als Beweis sehen möchte, halte ich für hochgradig fahrlässig und wissenschaftstheoretisch komplett für unhaltbar.
Es ist halt das Geschwätz von Laien, die den Islam entweder für Teufels- oder Engelszeug halten, mehr nicht.
Sehr viel aufschlussreicher wären Betrachtungen der 57 Staaten , die den Islam als Staatsreligion ausdrücklich bestätigt haben, als solche gutgemeinten, aber albernen und nichtssagenden Statements.
Und da sieht die Bilanz im 21. Jh. alles andere als überzeugend aus.
  • 28.05.2017, 23:41 Uhr
  • 2
Norbert G Pressburg ist ein Pseudonym. Sein Buch erschien bei Books on Demand. Er hat wohl keinen "richtigen" Verlag gefunden. Und du willst mir weiß machen, dass ich ungesicherte Annahmen für realistische Bewertungen äls Beweis benutze. Darüber kann ich nur müde lächeln.
  • 03.06.2017, 18:16 Uhr
  • 0
Was Du gerne glauben willst, ist Deine Privatsache und interessiert mich nicht.
Wenn Du aber Behauptungen aufstellst, die wissenschaftlich unbewiesen oder strittig sind, dann musst Du schon mit Widerspruch rechnen von denen, die sich etwas mehr auskennen als Du.
Selbst wenn Pressburg falsch liegt (wovon ich auch eher ausgehe), sind Deine Aussagen größtenteils Deine Privatansicht und nicht wissenschaftlicher Konsens.
  • 03.06.2017, 22:04 Uhr
  • 2
Nein. Ich verwende wissenschaftliche Literatur wie Armstrong, Neuwirth und Jansen. Du dagegen kommst mit Außenseitern wie Pressburg und belegst wissenschaftlich gar nichts. Dann brauchst du auch nicht von Wissenschaft reden.
  • 04.06.2017, 05:55 Uhr
  • 0
Wenn ein kleiner Junge erlebt, dass sein Vater, ein Imam, also ein Diener Gottes, die Mutter schlägt, wird er sich von der Religion seines Vaters zurückziehen müssen.
Das hat Hamed Abdel-Samad in seinem allerersten Buch getan.
Er hat meinen allergrößten Respekt, denn es hat ihm genügt, sich von einer Religion zu distanzieren, die Frauen als minderwertig ansieht und Männern offenbar erlaubt, sie zu züchtigen.

Hamed Abdel-Samad hat in Hd vor 300 Zuhörern eine bemerkenswerte Rede gehalten.
Er ist nicht blind gegenüber den politisch-gesellschaftlichen Misständen in diesem Land, und seine Warnungen sind mehr als notwendig.
  • 18.06.2017, 19:05 Uhr
  • 1
Leute wie Maddin, die diesen Wahnsinn beklatschen und dasurch mit zu verantworten haben, müssen sich natürlich das offensichtliche Desaster schön schreiben ....
  • 18.06.2017, 21:36 Uhr
  • 1
Den ersten Satz meines Beitrages scheinen einige überlesen zu haben, "Dieser Beitrag ist kein Beitrag zur Religion des Islam, sondern verfolgt ausschließlich historisches Interesse. " Lesen sollte man wenigstens können, wenn man einen Kommentar hier drunter schreibt.
  • 19.06.2017, 08:17 Uhr
  • 0
Ich habe das nicht überlesen und Dir versucht, klar zu machen, dass Deine historischen "Tatsachen" bei weitem nicht wissenschaftlich so gesichert sind, wie Du es darstellst und gerne hättest.
Ich gehe mal davon aus, dass Du von ideologiekritischer Quellenanalyse wenig verstehst.
Insbesondere finden sich aus der Lebenszeit Mohammeds keinerlei Artefakte aus dieser Zeit, die seine Existenz beweisen würde, was für einen derart wichtigen Eroberer, Religions- und Staatsgründer sehr ungewöhnlich wäre. Die Aufzeichnungen über ihn und den Koran beginnen ca. 200 J. nach seinem angeblichen Tod. Also selbst wenn es ihn gegeben haben sollte, sind die Aussagen in den Quellen eher Legenden, vom Hörensagen weitergegeben usw.. Ich gehe deshalb wesentlich vorsichtiger und kritischer mit solchen "Wahrheiten" um.
Auch andere sog. "historische" Betrachtungen über die sog. "Goldene Zeit" des Islam in Al Andaluz usw. sind eher von Wunschdenken gekennzeichnet als von historischen Belastbarkeit. Es gibt aber genügend belastbare Quellen, die klare Aussagen über das Leben von Nichtmuslimen in muslimischen Gesellschaften machen.
  • 19.06.2017, 14:40 Uhr
  • 0
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Danke Martin, sehr guter Beitrag....
  • 28.05.2017, 18:58 Uhr
  • 0
bitteschön
  • 28.05.2017, 22:49 Uhr
  • 0
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Zu dem HInweis, man kenne keine biographischen Details von Jesus für die Zeit vom 12. bis zum 30.Lebensjahr:

Es soll in Klöstern Indiens Aufzeichnungen geben, die davon berichten, dass sich Jesus in dieser Zeit in Indien aufgehalten hat.
Ein berühmter russischer Maler Röhrich hat in seinen Büchern auch davon berichtet.
Das würde jedenfalls erklären, dass Jesus jene Wunder vollbringen konnte, von denen das NT berichtet.
  • 28.05.2017, 18:52 Uhr
  • 0
Es ist vor allem auch der indische Weise und Weltlehrer Paramahansa Yogananda, der in der Einführung zu seinem bedeutenden Werk "Die Wiederkunft Christi" Bd.1 (2013) schreibt über Jesus, "... der viele Jahre in Indien verbracht hat."
  • 28.05.2017, 19:16 Uhr
  • 0
Von der Theorie, er sei in Indien gewesen, habe ich gehört.
  • 28.05.2017, 22:50 Uhr
  • 0
ich habe darüber gelesen und habe auch ein Buch .... ich müßte es mal wieder heraussuchen.... steht irgendwo in einem meiner Bücherschränke..... versteckt.....
  • 29.05.2017, 09:12 Uhr
  • 1
Inzwischen habe ich mich erinnert, dass ein ganz ausführlicher Bericht darüber - unter Angabe aller Quellen - in dem von Yogananda auf den S. 93 - 112 erwähnten Werk zu finden ist (Kap. 5: Die unbekannten Jahre im Leben Jesu - sein Aufenthalt in Indien).
In einem tibetischen Kloster liegen wertvolle Aufzeichnungen von einem Heiligen Issa aus Israel.
Notovitch, ein russ. Reisender bereiste 1887 das Land und entdeckte sie. (im Kloster Hemis).
Darüber schrieb er dann ein Buch.

Auch Roerich, ein russ. Maler , machte in der MItte der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine Forschungsreise in dieses Gebiet, fand das bestätigt und schrieb auch ein Buch darüber.
  • 29.05.2017, 09:50 Uhr
  • 1
Aber es ist nur eine Theorie 🤔
  • 31.05.2017, 22:10 Uhr
  • 1
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Was es mit der Person Mohammeds auf sich hat, ist eigentlich gar nicht relevant. Relevant ist die Wirkungsgeschichte der ihm zugeschriebenen Texte.
Da der Koran widersprüchliche Aussagen enthält, gehört entscheidend zur Wirkungsgeschichte, wie die Islam-Gelehrten damit umgehen. Die wirkmächtigste Fraktion ist dabei die, die zunächst alle Suren gleichermaßen als zeitlose Weisung für die Gläubigen betrachten und dann nach guter heutiger juristischer Methode davon ausgeht, dass die späteren Suren die früheren beseitigen, sofern sie diesen widersprechen. Somit bekommt die späte Sure 9 eine zentrale Bedeutung unabhängig davon, ob sie ursprünglich über die konkrete Situation Mohammeds hinaus Gültigkeit haben sollte.

Relevant ist auch die Ansicht, dass ein guter Muslim das Grundgesetz nur insoweit anerkennen dürfe, als es der Scharia nicht widerspricht. Gotteswort bricht Menschensatzung. Das gilt im übrigen auch für die Kairoer Erklärung der Menschenrechte.

Die Worte des Petrus vor dem Hohen Rat "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" klingt zwar glich, hat aber einen anderen Inhalt. Der Geltungsanspruch des menschlichen Gesetzes bleibt unangetastet, der Gläubige dispensiert sich lediglich in einer konkreten Konfliktsituation davon, dem Gesetz den Gehoram zu leisten - und nimmt gegebenenfalls die dafür vorgesehene Strafe in Kauf. Die islamische Anwendung derogiert das Gesetz selbst als gottwidrig.
  • 27.05.2017, 09:29 Uhr
  • 1
Naja, es ist schon relevant, was es mit Mohammed als Person auf sich hat, denn der Islam wird an ihm fest gemacht. Dass er existierte ist unbestritten. Das führt m.E. dazu, dass die Gläubigen noch mehr und eher als im Christentum sagen können 'siehste, er war real und hat das und das erlebt und gesagt.' Die Aufzeichnungen seiner Reden begann ja auch zu seinen Lebezeiten, noch in Mekka, beovr er nach Medina verjagt wurde.
Mohammed hat einen super schlauen Satz von sich gegeben, der gleichzeitig das musl. Glaubensbekenntnis ist: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt, und bezeuge dass Mohammed der Gesandte Gottes ist“ Ein Zirkelschluss und sehr praktisch.
Martin hat Ibn Ishaq erwähnt, wenn ich mich nicht irre der 2. Biograph Mohammeds. Vom 1. Biographen (auch ein 'Ibn') sind die Schriften verloren. Beide erwähnen, dass Mohammed seit Kindesbeinen an der Fallsucht (Epilepsie) litt, er ist in einem epileptischen Anfall in den Armen Aishas verstorben. Damals wurde die Fallsucht auch als 'heilige' Krankheit bezeichnet, weil es u.U. zu Halluzinationen kommen kann. Bei Mohammed war das wohl der Fall, er ertrug kein helles lachen, keinen Glockenklang und hatte noch einige andere Vorstellungen, die sich in den riten wiederspiegeln.
Außerdem war Mohammed Kaufmann, der 'Handel' mit Allah, ich bin gut (nach Koranvoratellung) und dann komme ich sicher ins Paradies, hat sicher hier seinen Ursprung.
Wobei die jüdischen und christilichen Einflüsse auf den Koran offensichtllich sind.

Wie auch immer, Mohammed kannte die Wirkung seiner göttlichen Eingebungen, die Wirkung seiner epil. Anfälle und war selbst wortgwaltig. Als Religionsgründer gute Voraussetzungen, die er zu nutzen verstand.
  • 28.05.2017, 14:51 Uhr
  • 1
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Es allerdings mehr als erstaunlich das immer noch Menschen auf das hereinfallen was ein Typ vor 700 Jahren sich zusammengefaselt hat und den auch noch verehren....und das im 21. Jahrhundert
  • 27.05.2017, 06:25 Uhr
  • 5
Das liegt in der Natur des Menschen. Der Mensch braucht einen "Führer". Politiker kommen und gehen. Mohammed, Jesus, Buddah, Vishnu, Zeus und Co. bleiben.
Die sind auch viel cleverer, deren Versprechungen kann man nicht überprüfen.
  • 27.05.2017, 07:56 Uhr
  • 0
Hochmut kommt vor dem Fall, und jeder blamiert sich auf seine Weise: Der "Typ" hat vor rund 1400 Jahren" gefaselt".

Man braucht gar nicht so weit zurückzugehen: Es ist auch erstaunlich, dass immer noch Menschen auf Schlankheitspillen hereinfallen, deren Wirkung die Marketingprofis erst vor wenigen Jahren zusammengefaselt haben … und das im 21. Jahrhundert!
  • 27.05.2017, 08:50 Uhr
  • 3
Na ich brauch keinen Führer ich weiss auch so was ich will und was nicht, und ich glaube nicht an nicht existente Gespenster egal wieviele hundert Jahre vergangen sind
  • 28.05.2017, 13:15 Uhr
  • 3
Glaub ich. War nur ein Hinweis, was ich von deinem Niveau halte.
  • 28.05.2017, 13:24 Uhr
  • 0
Kann ich gut mit Leben
  • 28.05.2017, 13:25 Uhr
  • 1
Auch das glaub' ich sofort, sonst würdest du dich ja mal über das informieen, worüber du urteilst.
  • 28.05.2017, 13:26 Uhr
  • 0
Ein gewisser Mohammed war der Begründer einer Relgion dessen Nachfahren sich auch heute noch die Birne einschlagen deswegen, was ist daran gut oder besser was daran ist heutzutage gut. Wer aus dem Verein austreten will wird mit dem Tode bedroht, das sagt alles und ist für jeden freiheitlich denkenden Menschen inakzeptabel. Zu seine Zeit war er auch kein Musterbeispiel an Tugendhaftigkeit und am Ende mit Wahn geschlagen, egal .....
  • 28.05.2017, 13:32 Uhr
  • 1
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