Streit um E-Zigaretten: Lungenärzte warnen vor Gesundheitsgefahren - Suchtforscher widersprechen

E-Zigarette: gut oder gefährlich?
E-Zigarette: gut oder gefährlich?Foto-Quelle: Pixabay
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Von News Team

Wer mit dem Rauchen aufhören will, dampft einfach und viel gesünder mit der E-Zigarette weiter. Doch so einfach ist das nicht. Deutsche Lungenärzte warnen nun ausdrücklich vor den Gesundheitsgefahren bei E-Zigaretten etwa durch Propylenglykol und Formaldehyd sowie Blei und Chrom.

Sucht ist Sucht. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) hin. Dabei macht es für die Mediziner keinen Unterschied, ob herkömmlicher Glimmstängel oder E-Zigarette.

Denn aktuelle Erhebungen zeigten, so die Vereinigung der Lungenärzte, dass sich ein langfristiger Nutzen der E-Zigaretten bei der Entwöhnung nicht belegen lasse. Im Gegenteil bergen "die elektrischen Ersatzprodukte Gesundheitsgefahren, deren Ausmaß bislang noch nicht vollständig abzuschätzen ist."

So sind in den elektrischen Verdampfern enthalten:

  • atemwegsreizende Substanzen wie Propylenglykol
  • krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd
  • teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei, Chrom und Nikotin

"Die Langzeitfolgen des Konsums von E-Zigaretten lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht umfassend abschätzen", erklärt Professor Dr. med. Michael Pfeifer, Präsident der DGP. Die bisherigen Erkenntnisse würden aber zeigen, dass von diesen Geräten eine beträchtliche Gesundheitsgefahr ausgehe. "Daher ist es von der Zigarettenindustrie fahrlässig und unverantwortlich, E-Zigaretten als harmlose, moderne Alternative zu verkaufen", so Pfeifer.

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Suchtforscher widersprechen

Ein ganz anderes Bild zeichnen dagegen die Teilnehmer der Fachtagung "E-Zigaretten und ihre Bedeutung für Rauchentwöhnung" an der Frankfurt University of Applied Sciences (FUAS) an diesem Donnerstag. Sie verweisen auf die ihrer Ansicht nach gesundheitspolitischen Chancen, die die E-Zigarette für den Rauch-Stopp bietet - und stellten gleichzeitig das "deutlich geringere Gesundheitsrisiko im Vergleich zur herkömmlichen Tabakzigarette" heraus.

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"E-Zigaretten-Liquids unterliegen in Deutschland einer strengen Regulierung", sagte Prof. Dr. Heino Stöver, Suchtforscher an der FUAS. "Gefahr geht dagegen vor allem von Flüssigkeiten und Geräten aus, die auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden." Er zielt damit auf die in den USA in jüngster Vergangenheit bekannt gewordenen Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten ab, bei denen es sich aber offenbar um "E-Joints" handelte.

Die E-Zigarette, so die einhellige Meinung der in Frankfurt anwesenden Tagungsreferenten, ermögliche es vielen Rauchern von der klassischen Tabakzigarette loszukommen. "Jährlich sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen an den Folgen des klassischen Rauchens", so Stöver. Das dürfe die Gesundheitspolitik nicht hinnehmen. Ziel müsse es vielmehr sein, dass möglichst niemand mehr zur Tabakzigarette greife. "Die E-Zigarette kann dabei helfen, da sie vielen Rauchern den Rauch-Stopp erleichtert und die Gesundheitsrisiken minimiert."

Studie: Dampf von E-Zigaretten kann Gehirn schädigen

Lungenärzte auf der einen, Suchtforscher auf der anderen Seite. Doch was stimmt denn nun? Eine Studie von amerikanischen Stammzellenforschern der University of California in Riverside, die im Online-Fachmagazin iScience veröffentlicht wurde, kam kürzlich jedenfalls zu dem Ergebnis, dass gerade bei Jugendlichen und Schwangeren das Gehirn durch den Nikotin-Dampf aus E-Zigaretten geschädigt werde.

Bei E-Zigaretten wird nämlich anders als bei herkömmlichen Zigaretten kein Tabak verbrannt. Stattdessen werden Flüssigkeiten (Liquids), die häufig Nikotin und verschiedenste Aromastoffe enthalten, elektrisch verdampft. Auf diese Weise entsteht kein Rauch, sondern ein Aerosol, das eingeatmet wird.

Der inhalierte Dampf wandert über die Riechbahn ins Gehirn und kann hier eine gesundheitsschädliche Wirkung entfalten: In ihrer Untersuchung von Zellkulturen neuronaler Mäusestammzellen haben die Wissenschaftler nachgewiesen, dass der Tabakdampf aus E-Zigaretten die enorm wichtigen neuronalen Stammzellen im Hirn schädigen kann.

1 Kommentar

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Das Lungenärzte vor einem Produkt warnen, das in direkter Konkurenz zu ihrem Betätigungsfeld "Rauchentwöhnung" steht, ist nicht wirklich verwunderlich. Welch perfider Lügen sie sich zu dem Zweck aber bedienen und die Drohung Mitglieder auszuschließen, die sich Pro-Dampf aussprechen und/oder mit E-Zigaretten-Firmen kooperieren, dagegen schon.

Die Warnung vor Gesundheitsgefahren ist schlicht Bullshit: natürlich ist Dampfen nicht 100% harmlos, aber Propylenglycol stellt KEINE Gesundheitsgefahr dar; Formaldehyd wurde bisher nur in Kokelstudien nachgewiesen und ist ausserdem so oderso ein völlig normales Stoffwechselprodukt (ein gesunder Mensch produziert ca- 50 Gramm täglich!); die Metalle fand man - wenn überhaupt - in Mengen, die weit unter den Grenzwerten für Arzneimittel liegen und Nikotin ist in den Dosierungen, die Dampfer und Raucher konsumieren, für halbwegs gesunde Erwachsene NICHT gesundheitsschädlich - und spätetens seit 2016 ist Dampfen in Deutschland und der EU erst ab 18 erlaubt, so das eine schädigende Wirklung auf Kinder obsolet ist!

Dampfen hat keinen langfristigen Nutzen bei der Tabakentwöhnung? Nicht??? Wirklich nicht???? Was ist dann mit den zig Millionen Ex-Rauchern weltweit, die dank der E-Zigarette keine Tabakzigaretten mehr rauchen? OK - hier kommt es auf die Definition an: wenn man Dampfen als Rauchen 2.0 ansieht, nur weil man immernoch Wölkchen inhaliert, die Nikotin enthalten KÖNNEN - tja, dann hilft es tatsächlich nicht besonders. Sieht man es aber als das was es ist: eine Alternative zum klassischen Zigarettenrauch mit seinen zig hunderten Schadstoffen und Kanzerogenen, die OHNE diesen giftigen RAUCH auskommt und durch die die Nutzer Tabakrauch weder weiterhin brauchen, noch mögen - DANN IST der Nutzen vorhanden und Studien zufolge sogar höher als bei klassischen NETs und Therapien.
Davon abgesehen - Dampfen ist eine Alternative und kein Aufhörmittel und daher ist es irrelevant, wie gut es als "Aufhörmittel" wirkt!

Was die Fälle in den USA angeht, die der DGP zitiert: hier ist NICHT das normale Dampfen schuld, sondern der Konsum von Drogen, die in der vorliegenden Form NICHT zur Inhalation geeignet sind - wenn mir jemand Gift in meinen Kaffee kippt, dann ist doch auch nicht die Tasse schuld, wenn ich krank werde oder sterbe! Auch der arme Jugendliche in dem hier von euch verlinkten Artikel hat THC-Öl gedampft statt normaler, handelsüblicher Liquids!

Der letzte (Ab)Satz ist vollkommener Unsinn: ja, es entsteht Dampf statt Rauch, aber dieser Dampf hat wie die komplette E-Zigarette NICHTS mit Tabak zu tun! Wie der Dampf an "Riechbahnen" entlang bis ins Hirn wandern soll, sollen die mal erklären - wäre das tatsächlich biologisch möglich, dann würde das mit ALLEM passieren, was wir einatmen und darunter sind mit Sicherheit Stoffe, die weit bedenklicher sind als ein bisschen Dampf.
Aha - man hat also Stammzellen bedampft und dann ausgerechnet welche von Mäusen... super Idee - Mäuse reagieren ja auch so schön schlimm auf Nikotin, weil sie es ganz anders und viel schlechter verarbeiten/vertragen als Menschen - so bekommt man sehr einfach die gewünschten negativen Ergebnisse... erst Recht wenn man die Zellen regelrecht in Dampf ersäuft, wie man es bei derartigen "Studien" nur zuuu gern und oft tut. Gäbe es diese negative Wirkung tatsächlich - warum hat man diese denn dann noch NIE bei Nikotinspray beobachtet, das eine fast identische Zusammensetzung wie Liquid hat?! Und warum soll eine Schädigung des Gehirns bei Schwangeren auftreten - bei Jugendlichen im Wachstum mag es ja noch plausibel klingen, aber bei Schwangeren?!
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