Alzheimer: Forscher erkennen Krankheit 14 Jahre vor Diagnose - Wirken so endlich Medikamente?

Alzheimer kann aktuell nicht therapiert werden - weil zu spät erkannt
Alzheimer kann aktuell nicht therapiert werden - weil zu spät erkanntFoto-Quelle: Sandor Kacso - Fotolia
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Bis zu 14 Jahre vor der klinischen Diagnose Demenz erkennen. Das ist einem deutschen Forscherteam nun gelungen. Der Schlüssel liegt im Nachweis einer fehlerhaften Faltung des Proteins Amyloid-β im Blut. Dieses zeigt bei symptomfreien Menschen, die später tatsächlich Alzheimer entwickeln, ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko.

"Mit dem neuen Nachweisverfahren können wir möglicherweise nicht-invasiv und kostengünstig Hochrisikogruppen, die noch keine Symptome zeigen, erkennen", erklärt Klaus Gerwert von der Ruhr Universität Bochum. "Bei diesen Personen greifen unter Umständen die Medikamente doch noch, die bislang in klinischen Studien keine Wirkung gezeigt haben." Vielleicht könnte der Nachweis von fehlgefaltetem Amyloid-β im Blut damit entscheidend dazu beitragen, endlich ein Medikament gegen Alzheimer zu finden.

Bis heute kein Medikament gegen Alzheimer-Demenz

Denn noch immer gibt es keine wirksame Therapie gegen die Alzheimer-Demenz. Die Krankheit kann bis dato nämlich erst weit nach ihrem eigentlichen biologischen Start klinisch diagnostiziert werden - meist wenn charakteristische Symptome wie etwa Vergesslichkeit auftreten und anderen auffallen. Die zugrunde liegenden Gehirnschädigungen sind zu diesem Zeitpunkt aber bereits weit fortgeschritten und irreversibel.

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Wie Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), von der Ruhr-Universität Bochum (RUB), vom Krebsregister des Saarlands und vom Netzwerk Alternsforschung der Universität Heidelberg nun zeigen, kommt es bei der Alzheimer-Krankheit zu einer fehlerhaften Faltung des Amyloid-β-Proteins, die bereits 15 bis 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome beginnt.

Ein von Klaus Gerwert entwickeltes Untersuchungsverfahren könne im Blut nachweisen, ob die Amyloid-Proteine abnormal gefaltet sind, heißt es.

"Inzwischen liegen alle Hoffnungen darauf, mit neuen Therapieansätzen in dieser symptomlosen Frühphase der Erkrankung präventiv einzugreifen", erklärt Hermann Brenner, der im DKFZ die Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung leitet. Um solche Ansätze in Studien zu prüfen, sei es entscheidend, Menschen zu identifizieren, die ein besonders hohes Risiko haben, Alzheimer zu entwickeln.

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"Bei dieser Arbeit ging es uns nicht darum, anhand der Amyloid-β-Faltung individuelle Diagnosen zu erstellen. Vielmehr wollten wir prüfen, ob dieser Laborwert für eine Risikostratifizierung größerer Bevölkerungsgruppen geeignet ist. Hier hat sich die Untersuchung auf Fehlfaltung des Amyloid-β den anderen potenziellen Risikomarkern als weitaus überlegen erwiesen", erklärt Hannah Stocker vom DKFZ und vom Netzwerk Alternsforschung der Universität Heidelberg, die Erstautorin der Arbeit ist.

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Um die Eignung des Laborverfahrens zur Ermittlung des Alzheimer-Risikos bei beschwerdefreien Menschen zu prüfen, sind jedoch weitere Studien erforderlich: In größeren Gruppen wollen die Forscher nun die Zuverlässigkeit der Analyse von Amyloid-β-Veränderungen ermitteln.

Bei anderen Demenzformen, die etwa auf Minderdurchblutung des Gehirns beruhen, lieferte die Untersuchung keine Hinweise auf erhöhte Risiken, sie ist also spezifisch für die Alzheimer-Erkrankung.

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12 Kommentare

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Ich behaupte , das zu viele alte gesunde Menschen nicht zu finanzieren sind ......


Sonst wären Forschungsergebnisse längst publik

Übertragung von jungem Blut .......
War ein guter Ansatz
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Gesundheits-Forscher wissen es schon lange--der Mensch ist Täter seiner Krankheiten(bewußt, oder unbewußt).Quecksilber,Aluminium, auch glykolisierte Eiweiße als Grundlage der o.g. Krankheiten.
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Habe kein Alzheimer in der Familie. da ich ein überdurchschnittlich gutes Gedächtnis habe dürfte ich wohl nicht gefährdet sein.
Liebe Viola täusch dich da nicht. Ich hab eine 55 Jährige Frau kennen gelernt die mehrer Sprachen gesprochen hat und als Chefsekretärin gearbeitet hat. Bei ihr wurde Alzheimer festgestellt. Oder meine Mama hat die Krankheit mit 69 Jahren bekommen. Sie war ein Frau die bis 60 gearbeitet hat, meine 13 Jährige Nichte nach dem Tod ihrer Mutter grossgezogen hat. Die ersten Anzeichen waren bei ihr Wortfindung beim Sprechen vergass sie Wörter sie ersetzte sie mit dingsda. Bei der ersten Gehirnuntersuchung stellte man fest das ihr Hirn geschrumpft war. Zum Schluss hatte Sie fast keine Gehirnmasse mehr es waren richtige Löcher in ihrem Gehirn.
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Die geistige Aktivität ist sicherer.
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Das möchte ich gar nicht wissen. Was macht man, wenn man es dann weiß? Sich das Leben nehmen?
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ich möchte eigentlich nicht wissen ob ich in 15 Jahre Alzheimer bekomme. Wenn es keine Medikamente dagegen gibt. Meine Eltern hatten beide Alzheimer. Ich hab meine Mutter 11 Jahre begleitet und zum Schluss auch gepflegt. Mein Vater ist an seinem schwachen Herz gestorben bevor die Alzheimer ganz schlimm geworden ist.
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Diesen Forschern meine Anerkennung und Dank für ihr wertvolle Arbeit zum Wohle der betroffenen Menschen.
Nur das Forschen allein bringt leider nicht viel, wenn kein Heilungsansatz oder Medikament für die Krankheit gefunden wird. Meistens vergehen in Deutschland Jahrzehnte bis es zu Lösungen kommt. Bis zu diesem Zeitpunkt sind viele der Betroffenen verstorben, die bei schnelleren Entscheidungen noch leben könnten.
Das ist richtig, aber leider die Gegebenheit auf die wir keinen Einfluss haben. Aber die Forschung ist wenigsten ein Anfang. Den jetzt Betroffenen kommt das sicherlich nicht mehr zu gute. Aber der zukünftigen Generation.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis erleben müssen wie ein lieber Mensch an Alzheimer erkrankt ist, schockierend wie ein Mensch sich da verändert und dahin siecht.
Richtig Irene, wie ich nach ca. einem Jahr einen alten Freund sah, bin zu tiefst erschrocken und das darf man ja nicht zeigen. Ich war erschüttert, was von einem sportlichen Menschen mit dieser Krakheit übrig geblieben ist.
Wenn diese bedauernswerten Kranken einen Ehepartner oder Familienangehörige haben die sich um den Kranken sorgen, versorgen und pflegen, dann geht es ihm wenigstens in der Betreuung gut. Wenn aber so jemand in ein Pflegeheim muss, das ist dann nochmals erschütternd. Ich habe erlebt, dass ausgerechnet die Demenzkranken am wenigsten versorgt werden.
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