Geistige Fitness im Alter - Dieses Gehirn-Training empfehlen Forscher

Auch im späteren Leben lasse sich das Gehirn durch kognitives Training posit ...
Auch im späteren Leben lasse sich das Gehirn durch kognitives Training positiv beeinflussen, sagen ForscherFoto-Quelle: Monkey Business/Adobe Stock
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Von News Team

Bei der geistigen Fitness im Alter gibt es enorme Unterschiede: Der eine vergisst mit 70 seine Adresse, während ein Gleichaltriger noch geistige Höchstleistungen hinbekommt. Jetzt haben Forscher herausgefunden, woran das liegt - und was man tun kann, um seine "kognitiven Reserven" aufzufüllen.

Dem Rätsel des Alterns auf der Spur

Um dem Rätsel des Alterns auf die Spur zu kommen, haben die Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund insgesamt 246 Menschen - aufgeteilt in drei Altersgruppen jung (19-33 Jahre), mittelalt (40-53 Jahre) und älter (65-88 Jahre) - drei Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad gestellt.

Dafür nutzten die Forscher den so genannten Stroop-Test, bei dem den Probanden Farbworte in gleichen oder anderen Farben präsentiert werden. So erscheint etwas das Wort "grün" in roter Farbe. Die Probanden müssen das Wort lesen, oder die abweichende Farbe des Wortes benennen, ohne es zu lesen. In der schwierigsten Aufgabenstellung müssen sich zwischen Wortlesen und Farbe benennen schnell wechseln.

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Bei dem Test geht es um die Fähigkeit, störende Reize auszublenden und zielgerichtet zu handeln, heißt es in einer Mitteilung des Leibniz-Instituts. Während der Tests wurden die Hirnströme der Probanden gemessen.

Dabei stellte sich heraus: Je älter die Teilnehmer der Studie waren, eine desto geringere Leistung zeigten sie, je schwieriger die Aufgaben wurden. Das ist wenig überraschend und den ganz normalen Veränderungen des Körpers mit zunehmendem Alter geschuldet.

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Einige Ältere waren so gut wie deutlich Jüngere

Allerdings: Innerhalb der Gruppe der Älteren gab es sehr große Leistungsunterschiede. Einige der Älteren schnitten sogar ähnlich gut ab wie Teilnehmer, die im Schnitt 20 Jahre jünger waren.

Das haben die Besten unter den Älteren gemeinsam

Als die Forscher analysiert haben, was die Besten unter den Älteren gemeinsam haben, stellten sie fest, dass diese:

  • über eine signifikant höhere Bildung verfügen
  • einen höheren Intellgenzquotienten haben
  • im Alltag häufiger Fremdsprachen nutzen

Auch das Zusammenleben mit Familie oder Lebenspartner hatte den Forschern zufolge einen positiven Einfluss.

Die Messung der Hirnströme bestätigte das Abschneiden der Besten unter den Älteren im Test: Die Hirnaktivität bei der "Handlungsvorbereitung" und der "Aufmerksamkeitszuwendung" war bei ihnen "deutlich stärker ausgeprägt" als bei ihren Altersgenossen - und vergleichbar mit mittelalten und sogar jungen Probanden.

Dieses Ergebnis der Studie, die jetzt im Fachjournal "NeuroImage" veröffentlicht worden ist, bestätigt demnach die "Theorie der kognitiven Reserve".

Das schützt vor dem Abbau kognitiver Funktionen

Bedeutet: Im Verlauf unseres Lebens sorgen Bildung und neue Herausforderungen dafür, dass sich ein den Forschern zufolge "anpassungs- und leistungsfähiges neuronales Netzwerk" ausbildet, das vor dem vorzeitigen Abbau kognitiver Funktionen im Alter schützt.

Wie groß diese kognitive Reserve ist, kann zum einen von der Veranlagung abhängen, also genetische Ursachen haben.

Was man für die geistige Fitness tun kann

Doch unabhängig davon ist es möglich, dafür zu sorgen, dass diese kognitive Reserve möglichst gut gefüllt ist.

"Wer im Alter geistig fit bleiben will, sollte rechtzeitig für seine kognitive Reserve Sorge tragen und Herausforderungen nicht aus dem Weg gehen, die das Gehirn trainieren", sagt Patrick Gajewski, Erstautor der Studie.

Seine Tipps für den Alltag:

  • öfter Kopfrechnen
  • sich Einkaufslisten merken
  • Routen auf der Karte einprägen (statt sich aufs Navi zu verlassen)
  • seine Allgemeinbildung fördern

Damit sollte man bereits möglichst als junger Mensch beginnen, sagt der Wissenschaftler.

Tanzen, musizieren, Fremdsprachen lernen

Doch auch im späteren Leben lasse sich das Gehirn durch kognitives Training positiv beeinflussen: "Tanzen ist ein gutes Koordinationstraining, das das Gehirn vielseitig fordert. Ebenso hilft es, ein neues Musikinstrument oder eine neue Sprache zu lernen und sie anzuwenden. Das Gehirn braucht ebenso Training wie jeder Muskel“, so Forscher Gajewski.

Teilnehmer für neue Studie gesucht

Warum es bei der Leistungsfähigkeit älterer Menschen so große Unterschiede gibt, das erforschen die Wissenschaftler gerade detailliert in der "Dortmunder Vital-Studie".

Für diese Langzeitstudie sucht das Leibniz Institut für das ganze Jahr 2020 möglichst berufstätige Teilnehmer zwischen zwischen 35-44 Jahren und 60-70 Jahren. Interessierte finden alle nötigen Informationen hier.

16 Kommentare

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Ja, ich lese auch viel (incl. die tägliche Zeitung),
schreibe - (lieber als Telefonieren und hab sogar n Buch geschrieben: in English!),
male n bissel, verfolge Weltpolitik - u.a. täglich CNN -,
mache ein wenig Yoga: mehr stretching etc. - und LACHE laut und gerne.
Diskutiere (habe nicht immer recht), bin offen und versuche immer positiv zu sein.
Ich spiele auch Tempo- and Koordinations Games am PC
(Zeitverschwendung? Manchmal: ja! )
Naja, und so weiter, gell?
Wenn meine Knochen so gut wären wie mein Gehürrn, wäre ich total happy.
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Ich mache alles genau so wie ich es immer gemacht habe. Ich bin ein positiv denkender Mensch, immer Optimist, habe sehr viel Humor und wenn ich mich mit Freunden treffe reden wir nicht über Krankheiten und nicht über Politik. Ich und mein Bekanntenkreis sind alle über 70 und geistig voll im Saft.
Genauso mache ich es auch Theo. Daher weiter so !!!
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Was kann mir passieren? Ich bin eine Leseratte - habe immer ein Buch klassisch oder modern zur Hand, gehe mit dem Hund raus, mache Rätsel jeder Art, gehe zum orient. Tanz, Zumba und Rückengymnastik. Dankt mir das mein Gehirn?
Aber JA, M.
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Spiele wenn mir Zeit bleibt Mahjongg mit zeitangabe und andere Denkspiele ausgleich und Konzentration und schnelligkeit das brauche ich beim täglichen fahren im heutigen Straßenverkehr !
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Oft benutze ich das Navi. Jedoch „ blind“ folge ich den Anweisungen nicht. Es sei denn, ich suche eine bestimmte Straße in einer mir unbekannten Stadt. Pflicht jedoch ist stets vorher die Karte zu studieren. Ich möchte ( muss) wissen, wohin die Reise geht. Auch auf die morgendliche Zeitung verzichte ich nicht. Ein Buch gehört auch dazu.. Dabei habe ich eine Eigenart entwickelt. Oft kommt es vor, dass ich Wörter lese, die ich nicht kenne, dann wird sofort gegoogelt. Zum Beispiel „Transzendenz“. Klingt alles etwas verrückt, aber so is es
Nee, machste alles genau richtig, Robert
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Was die Forscher sagen mache ich seit langem. Kreuzworträtseln lehne ich ab.
ich schreibe und lese lebenslang.
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Mein Tipp ? Ich mache täglich 10 Kreuzworträtsel (mittlerer Größe). Die beiden letzten jeweils mit Stoppuhr, das trainiert die Grauen Zellen, smile. Noch ein Tipp ? Bewahre dir die Neugierde .
Einiges wiederholt sich aber in den Rätseln ch mach mit meiner Schwester wetträtseln also nach Zeit , echt lustig
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Aber Kopfrechnen haben wir frueher gut gelernt auf der Volksschule.Es sind viele aelteren Leute die wenn der Strohm ausfaellt den juengeren an der Kassa vorrechnen so was sie bezahlen muessen.Zur Zeit hat jeder so eine Rechenmaschiene.
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Schade, dass bei 70 Schluss gemacht wird.
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Diese ewigen Sprüche! Ich habe mir gemerkt, auch das Gehirn ist ein Muskel Und Muskeln muß man trainieren, damit sie nicht schlaff werden.
Disco, Handy und Chillen gehören bestimmt nicht dazu!
warum nicht ß Disco kannst Du Dich non stop bwegen gut für Deine knochen
Aber nicht gegen Demenz, schon vergessen!
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