Die Senftenberger Postmeilensäule auf dem Marktplatz
Die Senftenberger Postmeilensäule auf dem MarktplatzFoto-Quelle: Foto: Klaus Tolkmitt

Die Postmeilensäule in Senftenberg

Beitrag von wize.life-Nutzer

Auf dem Markt stand in früherer Zeit eine kursächsische Postmeilensäule, genauer gesagt eine Distanzsäule. Die Distanzsäulen wurden ausschließlich in oder an den Städten Kursachsens aufgebaut. Sie standen als Marktsäulen im Zentrum des Ortes.
Die Säulen sind ca. 4,50 m hoch und haben die Form eines abgewandelten Obelisken.

Von oben nach unten ergibt sich ein Aufbauschema, dass sich in allen Säulen wiederfindet. Auffallend sind die farbigen Wappenteile der Distanzsäulen im oberen Viertel des Säulenschaftes. In verschiedener Weise ist das kursächsische und polnisch-litauische Wappen nachgebildet. Es symbolisiert die Herrschaft August des Starken als Kurfürst von Sachsen und König von Polen.

An der Unterseite des Wappenteils ist auf blauem Grund die Darstellung der Initialen von August dem Starken in verschlungener Form als AR (Augustus Rex) wiederzufinden. Über dem Wappen ist die goldene kurfürstliche Krone aufgearbeitet.
Unter dem Wappenteil findet man auf dem Säulenschaft die Beschriftung mit den Angaben der entsprechenden Wegeführung.
Von oben nach unten gelesen finden wir die entsprechenden Routenführungen vom naheliegenden Ort bis zum entferntesten. In der Regel sind die Entfernungsangaben den genannten Ortschaften nachgestellt. Die Entfernungen sind in Stunden angegeben, hinter den Stunden finden wir oftmals auch noch die Angabe von Bruchwerten als Teilentfernung (kleiner eine Stunde). Wenn eine Routenführung abgeschlossen war, wurde mit einem Querstrich diese beendet. Vor den Ortschaften erscheinen zuweilen Zahlenangaben oder Zahlen in Klammern gesetzt. Damit hat es folgende Bewandtnis. Auf den Poststrecken befanden sich diverse Post- Pferdewechselstationen, die den Fahrgästen auch Verköstigung und Ruhezeiten anboten. Wenn die Poststation direkt an der Fahrtroute lag, war diese durch eine einfache Zahl markiert, wenn sie nicht direkt an der Fahrtroute lag, wurde diese als in Klammern gesetzte Zahl deutlich gemacht.

Am Ende des Schriftblockes finden wir dann meist noch die Angabe einer Jahreszahl, die das Jahr der Aufstellung nennt. Über oder unter den Jahresangaben wurde das Posthorn mit eingearbeitet.
Die Senftenberger Distanzsäule befand sich von 1731 bis 1847 auf dem Marktplatz. Unter preußischer Herrschaft wurde die Postmeilensäule abgebaut. Am 18. Oktober 2000 wurde eine Nachbildung wieder auf dem Markt aufgestellt. Das Originalwappenstück steht im Museum. Fotos: Klaus Tolkmitt

Text: auszugsweise von der Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen e. V. Erforschung von Technischen Denkmalen der Post- und Verkehrsgeschichte auf dem Territorium des vormaligen Kurfürstentums und späteren Königreiches Sachsen
Die Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen e.V. ist eingetragen als gemeinnütziger Verein beim Amtsgericht Dresden.
c/o André Kaiser, Anschrift: Hauptstraße 5c, D-01737 Grillenburg / Sachsen

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