Handwerker, Arztfahrten: Was Rentner von der Steuer absetzen können

Millionen Rentner zahlen Steuer - Das sollten Sie beachten
Millionen Rentner zahlen Steuer - Das sollten Sie beachtenFoto-Quelle: Shutterstock
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In diesem Jahr müssen 51.000 Rentnerinnen und Rentner erstmals eine Steuer auf die gesetzliche Rente zahlen. Grund ist die Rentenerhöhung, durch die viele das steuerfreie Existenzminimum überschreiten. Insgesamt rund 5,12 Millionen Senioren sind damit steuerpflichtig. Tipps, wie Senioren ihre Steuerlast drücken können.

Wer in der Rente Steuern zahlen muss, kann die Steuerlast mindern. Hans Daumoser, Vorstand der Lohi - Lohnsteuerhilfe Bayern e.V, stellt die effektivsten Steuertipps für Rentner vor:

1. Sonderausgaben

"Zunächst dürfen laut Gesetz die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben abgesetzt werden", so der Steuerexperte der Lohi. "Das sind immerhin schon rund elf Prozent der Rente." Auch Beiträge zur Haftpflicht-, Unfall- oder Zahnzusatzversicherung kommen in Frage, wenn die steuerliche Höchstgrenze noch nicht erreicht wurde.

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Rentner sollten auch an sonstige Sonderausgaben denken - wie etwa ein Versorgungsausgleich, Unterhaltsleistungen, Kirchensteuer, Parteibeiträge oder Spenden. Alles zusammengerechnet wird häufig der Pauschbetrag in Höhe von 36 Euro (72 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) überschritten.

2. Haushaltsnahe Dienstleistungen

Werden haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch genommen, so können die Kosten dafür zu 20 Prozent abgesetzt werden. Darunter fallen nicht nur die Kosten für eine Putzhilfe oder ambulante Pflege, sondern auch der Hausnotruf. Wer krankheitsbedingt in einem Pflegeheim wohnen muss, kann sämtliche Dienstleistungen im Heim - auch für den Haarschnitt oder die Fußpflege - als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen.

Mieter finden häufig auch Posten in der Nebenkostenabrechnung des Vermieters, die absetzbar sind. Ähnlich zu den haushaltsnahen Dienstleistungen lassen sich auch Handwerkerrechnungen in der Rente von der Steuer absetzen.

3. Außergewöhnliche Belastungen

Alle Ausgaben, die unter die außergewöhnlichen Belastungen fallen, sollten für die Steuererklärung addiert werden. Das kann sich bei einigen Senioren summieren: Zu außergewöhnlichen Belastungen zählen etwa die Kosten für die Brille, das Hörgerät, den Zahnersatz oder den Rollator.

Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente auf Rezept, Zuzahlungen bei der Physiotherapie, Honorare für Heilpraktiker oder vom Arzt verordnete medizinische Behandlungen, die die Krankenkasse nicht übernommen hat, können in der Steuererklärung angegeben werden.

Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungen müssen zuvor vom Amtsarzt attestiert werden.

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Fahrtkosten zum Arzt, zur Physiotherapie oder ins Krankenhaus können mit 30 Cent pro Kilometer berücksichtigt werden. Viele einzelne kleinere Rechnungen können hier am Ende ins Gewicht fallen. Und große Investitionen wie in einen Treppenlift, im Zuge eines alters- oder behindertengerechten Umbaus des Eigenheims, machen sich richtig bemerkbar. Es kommt zwar die zumutbare Belastung zum Tragen, bevor etwas abgesetzt werden kann, aber die ist bei kleineren Renten nicht wirklich hoch.

4. Behindertenpauschbetrag

Bei permanenten chronischen Leiden oder dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen sollte darüber nachgedacht werden, ob nicht ein Behinderungsgrad festgestellt werden kann. Wird ein Grad der Behinderung von 25 bis 100 bescheinigt, so kann nach dem Grad gestaffelt der Behinderten-Pauschbetrag zwischen 310 und 1.420 Euro und erhöht bis 3.700 Euro geltend gemacht werden.

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Liegt der Behinderungsgrad bei 70 mit dem Merkmal “G“ oder bei 80, so kann zusätzlich eine Pauschale für Fahrtkosten in Höhe von 900 Euro als außergewöhnliche Belastung beansprucht werden. Bei den Merkmalen „aG“, „BI“ oder „H“ können für Privatfahrten von bis zu 15.000 km und sogar bis zu 4.500 Euro abgesetzt werden, wenn die tatsächliche Fahrleistung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden kann.

5. Werbungskosten

Jedem steuerpflichtigen Rentner wird vom Finanzamt automatisch eine Pauschale von 102 Euro angerechnet. Oft liegen aber höhere Werbungskosten vor, etwa wegen einer gebührenpflichtigen Rentenberatung, Steuerberatung, Mitgliedschaft bei einem Lohnsteuerhilfeverein, Kontoführungsgebühren, Gewerkschafts- oder Verbandsbeiträgen. Auch Rechtsberatungs- oder Prozesskosten, bei denen es um die Rente geht, sind anzuführen.

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Wird einem Nebenjob, der kein Minijob ist, nachgegangen, so kommen die Fahrtkosten, Arbeitsmittel und Fortbildungskosten dazu. Auch hier lohnt es sich, seine individuellen Kosten zusammenzurechnen, um kein Geld zu verschenken.

6. Günstigerprüfung für Kapitalerträge

„Liegt der persönliche Steuersatz in der Rente unter 25 Prozent und fallen aufgrund von lebenslangen Ersparnissen Kapitalerträge an, so sollte auf der Anlage KAP die „Günstigerprüfung“ angekreuzt werden“, rät Hans Daumoser. Denn dann wird die Differenz zwischen dem niedrigeren persönlichen Steuersatz und der abgeführten Abgeltungsteuer rückerstattet.

Wer steuerpflichtig ist, sollte seine Steuererklärung von sich aus fristgerecht abgeben und darauf achten, dass er möglichst viel absetzen kann. Damit das Finanzamt die Abzüge anerkennt, müssen aber das ganze Jahr über Belege gesammelt werden. Denn nur nachweisliche Ausgaben werden steuerlich berücksichtigt. Wer jedoch unter dem steuerfreien Existenzminimum lebt, kann sich von der Abgabepflicht zur Steuererklärung befreien lassen und ist damit ein für alle Mal den Papierkram los.

Rentenerhöhung - Steuerpflicht

Zum 1. Juli 2020 sollen die Renten voraussichtlich um 3,15 Prozent (Westdeutschland), beziehungsweise um 3,92 Prozent (Ostdeutschland) steigen, so die neueste Prognose des Rentenversicherungsberichts 2019. Damit werden einige Senioren steuerpflichtig, die bisher noch keine Steuern auf ihre Rente zahlen mussten.

Das sind all diejenigen, deren gesetzliche Rente bisher knapp unter dem Grundfreibetrag lag - und bei denen die Rentenerhöhung 2020 dafür sorgen wird, dass sie damit diese Grenze überschreiten.

Das sind in diesem Jahr rund 51.000 Rentnerinnen und Rentner, schätzt das Bundesfinanzministerium.

21 Kommentare

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ich mag steuern: vermögen steuern, boot steuern, porsche steuern, privatjet steuern! und für's ausland gibt's fernsteuern!
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In meinem Arbeitsleben habe ich Steuern auch im Hinblick auf meine spätere Rente bezahlt. Wenn ich noch einmal Steuern bezahlen soll, dann ist das eine verfassungswidrige Doppelbesteuerung. Leider ist von den Murksern am Bundesverfassungsgericht nichts zu erwarten, siehe z.B. das Gaunerstück Zwangsabgabe per Wohnung(!) an die öffentlichen Rundfunk und TV Etablissements, oder jetzt die Absage an die Studenten, ihre Ausbildungskosten absetzen zu können. Auswandern und die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben. Traurig,!
Studenten: das Urteil ist doch logisch. Es geht nicht um Studenten, sondern um die Kosten für die Erstausbildung. Diese sind nicht absetzbar. Während dieser Zeit wird noch das Kindergeld gezahlt und die Eltern sind unterhaltsverpflichtet. Dies würde wegfallen, wenn die Kosten in den Folgejahren absetzfähig wären.
Wenn ich diese Kosten als Student absetzen wollte, dann kann ich dies bereits ohne weiteres tun: aber nur im gleichen Jahr und mit eigenem Einkommen.
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Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
wer hohe Rente hat muss auch die Steuern tragen oder will er Spenden?
Was vom Staat als Steuer erhoben wird gehört zurück in die Rentenkasse und nicht ins Staatssäckel. Es sind Sozialleistungen, die die Arbeitnehmer fürs Alter ansparen. Da darf der Fiskus nicht zugreifen. Wenn wir privat vorsorgen, sind sie auch beim abschöpfen.
Wieso; auch Rentner können sich an den Kosten für Strassen, den Staat, das Rechtssystem, der Verteidigung, der Bildung etc. beteiligen. Genau dazu sind Steuern da. Von all diesen Dingen partizipiert man, solange man lebt.
Flüchtlinge fahren auch Auto und bezahlen keine Steuern. Die bekommen noch 1000€ für die Fahrschule.
Ich halte nichts von Stammtischparolen
Rentner haben im Laufe ihres Lebens genug Steuern gezahlt und zahlen jetzt auch bei jedem Einkauf, für die Wasser-, Gas-, Stromrechnung. Rente kommt aus einer Sozialkasse, nicht vom Staat.
Rente wird teilweise durch Abgaben vom Arbeiter eingezahlt. Steuern im Staat müssen sein für Einkäufe. Wie soll sonst alles betritten werden?
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Der Staat ist nicht nur verpflichtet Steuern einzufordern, sondern auch Problemlösungen zu finden, so wie es mit steigender Altersarmut zur Zeit der Fall ist. Sie sind nicht bereit nach einer Lösung zu suchen. Es geht um Menschen die gesellschaftlich ausgeschlossen werden, weil ihnen das Geld fehtl, mal ein Kaffe , Kino oder Theater zu besuchen. Viele haben weniger als Hartz 4 im Monat. Diese Menschen werden sicher nicht eine der etablierten Parteien wählen, vielleicht nochmal eine andere aus Protest. Sie geben auf. Was Schröder begonnen hat, ist von der Kanzlerin nicht unterbrochen worden. Das ist das Problem in DL.
Steuern hats schon immer gegeben. Woher kommt Armut? Wer Unterstützung braucht kriegt sie und muss nur beantragt werden. Schlimmster Fall sind Mieten und da müssen wieder Sozialbauten erstellt werden.
Wer hat Mindest- , Niedriglohn und Hartz 4 eingeführt. Das waren doch SPD und CDU. Jeder wusste daß daraus im Alter Armute wird.
Die Gewerkschaften machen auch keinen Sinn mehr. Eventuell noch für fliegendes Personal und DB. Als ich miterlebt habe, wie die vor Arbeitgebern kuschen, anstatt für Lohnerhöhung einzustehen, habe ich meine Mitgliedschaft beendet
Warum wurde es eingeführt ? Es sollte Einstieg für Arbeitslose sein und die sollten sich weuterentwickeln. Wer darin bleibt ist selbst schuld. Ich war noch nie in Gewerkschaft und hab mich selbst entwickelt.
Wenn du vom Jobcenter gedrengt wirst, schlechtbezahlte Arbeit anzunehmen ohne Verbesserung deiner Situation. Ich kenne Leite die sind jeden Tag 200 km mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Unter dem Strich blieb auch nicht viel übrig. Die konnten ihren Bildungsstand nicht offenlegen, weil sie dann die Arbeit nicht bekommen hätten. Es ist leicht gesagt, jeder sei selbst Schuld an seiner Misere.
Die schlecht bezahlte Arbeit muss ja nicht bleiben. Wenn der AG erkennt Du bist gut fördert er Dich. Hat meine Frau erlebt. Klar muss man erst mal zeigen was man kann und kriegt das nicht voll bezahlt.
200 km hatten wir auch LEute und die haben ja billig gewohnt. Wer mit seinem Chef reden kann wird Einsicht sehn.
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Wenn ich unverhofft zu Geld käme, würde ich auswandern..
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Das nennen viele Rentner betrug
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Das nennt man "aussteuern"
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