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Warum die Rentenlücke zwischen Frau und Mann so groß ist?

Warum die Rentenlücke zwischen Frau und Mann so groß ist?

Helmut Achatz
22.07.2017, 10:00 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Es vergeht im derzeitigen Wahlkampf kaum ein Tag, an dem in den Medien nichts über die Renten, deren Sicherung und etwaige Wahlversprechen zu lesen ist. Jetzt sind durch Nachfrage der Grünen-Bundestagsfraktion neue Zahlen zur Rentenlücke zwischen Männern und Frauen bekannt geworden. Demnach klafft immer noch eine große Lücke zwischen dem Einkommen von Männern und Frauen. Warum ist die Rentenlücke so groß? Wie kommt es dazu und wie verläuft die Entwicklung?

Rentenlücke bei 53 Prozent

Die gute Nachricht vorweg – die Rentenkluft zwischen Männern und Frauen wird kleiner. Allerdings nur in winzigen Schritten. Deutschlandweit hat sich die Differenz bei der Altersvorsorge zwischen Männern und Frauen von 2010 bis 2015 um lediglich vier Prozent verringert. Das heißt, die Lücke hat sich jährlich nur um 0,8 Prozent seit 1995 geschlossen. Diese Daten stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, erklärt Spiegel Online. Danach haben Frauen nur 47 Prozent der Bezüge von Männern zur Verfügung. Das heißt im Umkehrschluss, die Lücke in Deutschland beträgt noch immer 53 Prozent. In den alten Bundesländern gibt es sogar einen sogenannten „Gender Pension Gap“ (Geschlechter-Renten-Lücke) von 58 Prozent. Wesentlich geringer fällt sie in den östlichen Bundesländern aus: Hier gehen die Renten zwischen Männern und Frauen „nur“ um 28 Prozent auseinander. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, rechnet gegenüber Spiegel Online vor, dass es „bei jetzigem Tempo noch bis etwa 2080“ dauert, „bis die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern geschlossen ist“.

Gründe für die Rentenlücke

Mehrere Faktoren sind die Ursache für diese Kluft und die nur allmähliche Verbesserung: Da unser Rentensystem auf jährlichen Einzahlungen in die Rentenkasse beruht, spielen Faktoren wie die Erwerbsbeteiligung, die Teilzeitquote oder Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit – etwa durch die Kinderbetreuung – eine maßgeblich Rolle für die Berechnung der Bezüge. Natürlich ist auch die Höhe des Gehalts ein entscheidender Faktor: Denn die Grundlage für die Berechnung sind Entgeltpunkte, die sich aus den „beitragspflichtigen Jahresverdiensten“ ergeben, erklärt dieser Ratgeber zur jährlichen Renteninformation. Darüber hinaus sind die Gehälter nach wie vor ungleich verteilt: Der Bruttostundenlohn von Frauen ist durchschnittlich noch immer um 21 Prozent niedriger als der von Männern. Zudem übernehmen Frauen häufiger die Kinderbetreuung und die Altenpflege: So investieren sie im Schnitt 52,4 Prozent mehr unentgeltliche Pflegearbeit für die Betreuung von Angehörigen als Männer. Die Zahlen zeigen, dass die Politik in Deutschland auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch eine sozialpolitische Großbaustelle zu betreuen hat.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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4 Kommentare

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was für eine Frage!
die Antwort ist doch mehr als nur einfach ...
Frauen leben im Durchschnitt 10 Jahre länger als Männer, darum ist ihr Rentenanspruch logischerweise auch niedriger ...
außerdem erhalten sie auch noch Witwenrenten ...
  • 23.07.2017, 18:51 Uhr
  • 0
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Die Frauen sind auf jeden Fall in der Rentenpolitik benachteiligt.
Hier muss sich noch einiges ändern. Ich denke hier auch an die
alleinerziehenden Frauen, die meistens keinen Vollzeitjob aus-
üben können. Schon bei gleicher Qualifikation ist es oft der Fall,
dass die Frauen weniger verdienen, aber hier sind die Frauen
gefragt, dies nicht hinzunehmen.
  • 22.07.2017, 14:33 Uhr
  • 0
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Als ich 1981 - geschieden und mit 2 Töchtern im Teenie-Alter aus der DDR in die BRD kam und einen Vollzeitjob annahm. hat man mich schief angeschaut und mir geraten, wieder zu heiraten, dann sei ich ja versorgt. Obwohl ich 44 Berufsjahre, davon nur einen kleinen Teil mit 80 %, hinter mit habe, ist meine Rente zwar auskömmlich, aber ein Mann mit gleichem Arbeitszeitkonto und gleicher Qualifikation hat mit Sicherheit 300 - 400 Euro monatlich mehr. Das liegt daran, dass in der DDR Büroangestellte, die hauptsächlich weiblich waren, auch mit hoher Qualifikation weniger verdient haben als z. B. ein Dreher im Schichtdienst oder ein Lagerist. Im Westen arbeitete ich in kleinen Firmen und brachte es auch nicht fertig, dauernd um mehr Gehalt zu betteln.
Heute sind Frauen Gott sei Dank nicht mehr so schüchtern - aber der Versorgungsgedanke ist immer noch verbreitet.
  • 22.07.2017, 12:11 Uhr
  • 0
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Warum wohl ?
Weil die meisten Frauen einen Versorger gesucht haben , kaum ein Mann die Erziehung der Kinder übernommen hat und weil es schlichtweg keinen interessiert hat !
  • 22.07.2017, 11:13 Uhr
  • 4
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