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Das Herz hat keine Falten: Von einer Liebe, die auftaucht, als man nicht meh ...

Das Herz hat keine Falten: Von einer Liebe, die auftaucht, als man nicht mehr daran geglaubt hat

News Team
16.05.2017, 15:54 Uhr
Beitrag von News Team

Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben?

Der Autorin Karin Lambert ist in "Und jetzt lass uns tanzen" ein Roman gelungen, der ohne zu beschönigen, auf das Wachsen einer späten Liebe blickt. Während die Knochen schmerzen und die Gelenke zwicken, erfreuen sich Marguerite und Marcel der unerwartet zurückkehrenden Jugendlichkeit ihrer Herzen.

Lambert sagt im Interview über ihr Buch: Es "erzählt von der Schwierigkeit zu altern, von der Trauer nach fünfzig Jahren Ehe und von der Einsamkeit. Doch vor allem von günstigen Fügungen des Schicksals, die das Leben umkrempeln, von der Liebe, die auftaucht, als man sie schon längst abgeschrieben hat, und davon, wie erwachsene Kinder das Begehren ihrer Eltern skeptisch beäugen".

Und es ist eine Geschichte über den Mut, bis zum Schluss alles aus seinem Leben herauszuholen.

Inspiriert wurde Lambert von einer wahren Geschichte. "Die Mutter meines besten Freundes hat ihren Mann nach fünfzig Jahren Ehe verloren." Die Frau war haltlos und aufgelöst, empfand für nichts mehr Freude.

Ich war völlig baff, als sie mir ein Jahr später mit mädchenhaft funkelnden Augen beim Tee erzählte, dass sie mit ihrem neuen Liebhaber in der Küche getanzt habe.

Auch Iris Berben, Sprecherin des Hörbuchs von "Und jetzt lass uns tanzen", ist begeistert und findet:

Dieses Buch ist so voller Hoffnung, so voller Leben und einer Unmöglichkeit einer Liebe.

Das gesamt Interview mit Iris Berben können Sie hier hören:

"Und jetzt lass uns tanzen" hier bestellen
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Zwischen der Verpflichtung gegenüber ihren Familien, der Angst vor dem neuen Unbekannten und den Grenzen des Alters, entspinnt sich diese zarte Liebesgeschichte, die sowohl warmherzig und voller Liebe ist, als auch vollkommen realistisch und ohne jeden Kitsch.
Für einen ersten Blick in die Geschichte von Marcel und Marguerite finden Sie hier einen exklusiven Auszug aus „Und jetzt lass uns tanzen“:

Am Ende des Weges erwartet sie eine atemberaubende Aussicht. Die weiße Sonne hat sich scharlachrot verfärbt und krönt die unbeweglichen Berge. Verschneite Gipfel ragen wie Damen mit Schlapphüten majestätisch in den Himmel. Vor ihnen liegt wie ein wertvoller Stein in einem Schmuckkästchen ein saphirfarbener See. Auf der kristallklaren Oberfläche spiegeln sich der Himmel und die vorbeiziehenden Wolken. Und am Ufer steht eine große Holzbank, als würde sie nur auf sie warten. Eine Amsel sitzt auf einem Schild mit der Aufschrift Schwimmen verboten und beobachtet sie. Alles ist friedlich an diesem Aprilabend.

Niemand hat ihr bisher einen solch perfekten Augenblick beschert. Völlige Harmonie, milde Luft, eine Stille, die sie als angenehm empfindet. Sie wusste gar nicht, dass solch einfache Dinge derart glücklich machen können. Er holt eine Thermoskanne, zwei Tassen, getrocknete Aprikosen und Löffelbiskuits aus seinem Rucksack.

»Ich habe in der Küche einige Leckereien organisiert. Möchten Sie einen Kaffee?«
Sie trinkt nur Tee und – nach 17 Uhr – keinen schwarzen Tee mehr. Wenn sie nun Ja sagt, wird sie nicht schlafen können. Aber an diesem Abend zählt nur eins: die Erinnerung.

»Mit zwei Stücken Zucker, bitte.«

Er wühlt in seinem Rucksack.

»Wie ärgerlich! Zucker habe ich vergessen. Milch?«

»Nein danke.«

Es ist schön, auf diese Art von den Vorlieben des anderen zu erfahren und zu wissen, mit wie vielen Stückchen Zucker er seinen Kaffee trinkt. Eher schwarzer Tee oder Kräutertee, stark oder entkoffeiniert, Ferien am Meer oder in den Bergen, Saint-Malo oder Bagnères-de- Bigorre? Man spricht über dies und das, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, die Unterhaltung fließt dahin,
wird immer gelöster.

»Darf ich ein Foto von Ihnen machen?«, fragt er.

Sie weiß nicht, warum, aber in dieser idyllischen Landschaft gefällt ihr die Frage dieses Mannes.

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Über die Autorin

Karine Lambert ist Fotografin und Schriftstellerin. Nach längeren Aufenthalten in verschiedenen Ländern lebt sie heute wieder in ihrer Geburtsstadt Brüssel. Für "Das Haus ohne Männer", das in Frankreich zum Bestseller avancierte, erhielt sie den Prix Saga Café für das beste belgeische Debüt. Ihr zweiter Roman "Und jetzt lass uns tanzen" erscheint in 21 Ländern und gelangte in Deutschland sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste.

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