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Ach Gott, wer bist Du denn?

08.06.2017, 21:17 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Micky Maus, Pippi Langstrumpf, Rumpelstilzchen, alles Fantasiefiguren, die Menschen fasziniert hatten und noch haben. Aber, zugegeben, meine Lieblingsfigur, die Menschen sich ausgedacht haben und mit der ich mich gerne beschäftige ist Gott! Nicht, weil mich die Figur an sich fasziniert, vielmehr ist es der Umgang eines Teiles der Menschheit mit solch einem absurden Wesen, welcher mir immer wieder mal geìstige Orgasmen bereitet!

Ich versetze mich in Gedanken in die Zeit, ehe dieser Schöpfergott die Welt erschaffen haben soll. Er selbst existiert ja schon, ohne Anfang, ohne Ende, ohne dass er von irgendwas oder irgendjemandem erschaffen worden war. Er ist frei von Materie, denn Materie hat er ja erst erdenken und dann herstellen müssen, ebenso wie die Zeit und den Raum.

Alles wurde von Gott erschaffen! Wirklich alles, also auch er selbst? Äh, nein, geht ja wohl nicht, oder? Also wenn er doch Gott ist!

Warum hat Gott dann, wenn er alles erschaffen hat, nicht noch weitere Götter erschaffen, wenn Götter doch so toll sind? Die Menschen sind ja nicht so gut gelungen, auch Version 2.0, also die nach der Sintflut nicht!

Was war vor Gott? Nichts, es gab ja kein vorher, denn Gott ist ja alles. Also ist Gott so alt wie die Welt, oder ist er älter? Älter geht ja nicht, da er ja erst die Zeit erschaffen musste, trotzdem kann ja nichts unendlich gewesen sein, ebenso wie Gott, sonst wäre er ja nicht der Schöpfer, könnte er ja dann nicht sein! Schwierig zu verstehen? Ja, aber mit etwas Mühe geht es, wenngleich es schwer sein dürfte, nach solchen Überlegungen noch an so ein Exemplar wie den Bibelgott zu glauben!

Möglicherweise gibt es ja andere Dimensionen, in denen Gott existiert hatte, ehe er Zeit, Raum und Materie für unsere Welt erschaffen hatte. Aber wäre er dann Gott, wenn er diese Dimension nicht selbst erschaffen hätte, sondern irgendwie dort reingestolpert oder reingeboren oder wie auch immer reingeraten wäre? Nein, Gott kann er nur sein, wenn er über ALLEM steht. Aber ist so etwas überhaupt möglich? Ist es möglich, dass der Ursprung von allem bereits perfekt und komplett vorhanden war, während die Welt sich erst in unfassbar langen Zeiträumen entwickeln musste? Mit dem Gehirn, welches mir gegeben wurde, kann ich nur die passende Antwort geben: Nein, das ist nicht möglich! Wenn ich irre und ich doch ein Geschöpf dieses Gottes bin, warum hat er mich dann zu klug gemacht, die von ihm eingebauten Fehler zu übersehen? Sehr verdächtig die Geschichte. Dann bleib ich doch lieber dabei, die Absurdität dieser Gotteslegende zu formulieren!

Noch mal der Versuch, irgend eine Logik in unsere Welt als Werk eines großen Schöpfers zu bringen! Angeblich hat dieser Schöpfergott ja auch Verhaltensregeln mitgeliefert und angeblich überwacht er sogar die Einhaltung derer. Er zählt unsere positiven und negativen Punkte und am Ende erhalten wir unseren Ranglistenplatz. Zählen wir zu den Guten, heißt das Himmel, ewige Jagdgründe oder Walhalla, je nachdem, ob man in der Wikingerzeit, bei den Indianerstämmen oder in der Neuzeit lebt, die vor ein paar tausend Jahren irgendwo im Orient eingeläutet worden war.

Dieser Gott ist also an unserem Leben interessiert, könnte Einfluss nehmen, uns alle glücklich werden lassen, für immer gesund, aber er beobachtet nur, hält sich allerdings versteckt und überlässt uns dem Schicksal, manchmal einem grausamen Schicksal, manchmal einem wunderschönen. Nach humanistischen Gesichtspunkten ist dieser Gott also eine fiese Nummer, jemand, den man abgrundtief hassen muss. Aber er verlangt ja, dass man ihn liebt und ihm dient, sonst wird seine Rache noch fürchterlicher als alles, was im Erdenleben Furcht bereiten könnte!

Ist dieser Gott denkbar, oder muss er einfach nur eine (schlechte) menschliche Erfindung sein? Nein, mit etwas Nachdenken wird ein Gott zum Witz, zum untauglichen Versuch, die Welt zu erklären und die Menschen zu reglementieren! Gute Ansätze sind rar in den heiligen Büchern, der Unsinn überwiegt!

802 Kommentare

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"Gott", diese nur im germanischen Wortstamm sich findende Begriffzuweisung, konnotiert immer auf uns Menschen.
oder:
„Was Gott hat, hat der Mensch auch, wenngleich im wesentlich geringerem Umfang.“ (Volker Gerhardt „Der Sinn des Sinns. Versuch über das Göttliche", S.50)
  • gerade eben
  • 1
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@HP
Mit deiner Kritik wende dich an Marion Küstenmacher.
  • 27.06.2017, 15:21 Uhr
  • 0
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Wenn man hier die Kommentare liest, so lässt sich mühelos feststellen, dass man, wenn man im Hinterzimmer nicht weiterkommt, die einzelnen Menschen in untere und obere Schubladen zu verstauen, man ganz einfach vorn nochmal ein Zimmer anbaut, wo man die Dummen, die ganz unten stehen, richtig vorführen kann.
  • 19.06.2017, 11:09 Uhr
  • 1
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Wenn man z.B. auf Teneriffa eine Inselrundfahrt macht, vom Süden hinauf zum Teide, kommt man durch alle Vegetationszonen der Erde.
Das ist jeweils von der Höhe des Geländes abhängig.

Dieses Bild lässt sich mühelos auf alles übetragen. Überall gibt es Hierarchien; eben auch im religiösen Bereich.

Wenn man hier die einzelnen Kommentare liest, so lässt sich durchaus feststellen, auf welcher 'Stufe' jemand angekommen ist, ob er erst zum Gipfel hinaufschaut, ob er sich abwendet, ob er nach mühevoller Anstrengung auf halbem Wege angekommen ist, den majestätischen schneebedekten Gipfet vor Augen.

Auch Hesse hat dieselbe Metapher verwendet, als er das Märchen "Der schwere Weg" schrieb.
  • 18.06.2017, 15:56 Uhr
  • 2
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"Wenn es Dir ähnlich geht, kann es sein, dass Du ein anderes Gottesbild hast als das Althergebrachte der patriarchalen Religionssysteme. Mir hat der Artikel von Marion Küstenmacher deshalb so gut gefallen, weil er erklärt, warum man auf unterschiedlichen Bewusstseinsstufen Gott unterschiedlich verstehen kann. Dazu müssen wir Gott gar nicht leugnen, sondern können ihn und sie so verstehen, wie wir es in unserem Innern als wahr erkennen.

Diese Idee mit den Bewusstseinsstufen finde ich genial! Es gibt nicht nur eine Bewusstseinsstufe, auf der Religion verstanden werden kann. Amerikanische Forschungen unterscheiden mittlerweile neun Stufen, und zu jeder Entwicklungsstufe gibt es einen andere Auffassung von Gott und Religion. Die jüngste und integrale Stufe ist die neunte. Diese ist durch eine kosmische Perspektive jenseits des Dualismus gekennzeichnet. Sie macht die alten Grenzen zwischen einzelnen Religionsgemeinschaften und Ideologien hinfällig. Wir kommen zu einem integralen Paradigma einer universalen Spiritualität, die auch mit dem Profanen nicht mehr im Widerspruch steht."

Gott 9.0. - Auf dem Weg zu einem integralen Gottesbild und darüber hinaus.
von Marion Küstenmacher
  • 18.06.2017, 15:47 Uhr
  • 1
Erholsam klar und umfassend Edith, danke! Und genau darum will und brauche ich weitere Diskussion um dieses Thema nicht mehr. Dennoch bleibt esspannend, die Stufen Einzelner zu lesen!
  • 19.06.2017, 13:57 Uhr
  • 0
Frauke, die meisten wehren sich aber , solche Erkenntnisse anzuerkennen.
Da wird alles über einen Kamm geschoren.

ES gibt überall Stufen, bei einer Treppe, auf der Schule, Altersstufen, psychologisch, intellektuell, emotional, spirituell ...
  • 19.06.2017, 14:40 Uhr
  • 1
Edith Sollen "sie" ruhig weiter scheren, vielleicht entdeckt mancher, das ein Kamm auch ein schönes Musikinstrument sein kann!
  • 19.06.2017, 14:44 Uhr
  • 1
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Alfred Richards. Wenn ich Deinen Artikel richtig verstanden habe, dann gehörst Du zur Spezies der Spötter. Und das sind Figuren, die mich am meisten faszinieren. Die ich studiere, analysiere, um zu ergründen, warum der "Humanismus" solch eine Schöpfung imstande war hervorzubringen.

Im Grunde hast Du mit Deinem Aufsatz nur bewiesen, wie Absurd, wie aberwitzig dein Gedankenweg ist: "Ist dieser Gott denkbar, oder muss er einfach nur eine (schlechte) menschliche Erfindung sein? Nein, mit etwas Nachdenken wird ein Gott zum Witz, zum untauglichen Versuch, die Welt zu erklären und die Menschen zu reglementieren! Gute Ansätze sind rar in den heiligen Büchern, der Unsinn überwiegt!"
  • 15.06.2017, 11:43 Uhr
  • 0
Im Prinzip hast Du natürlich recht, jede Beschäftigung mit, jeder Gedankengang an die Vorstellung eines Wesens, welches die Welt erschaffen haben soll, während es selbst schon immer existent war, ist absurd und aberwitzig!

Aber es macht Spaß zu spotten, ich bin gerne Spötter! Daran ändert auch keine Kritik etwas, von Menschen, die ich nicht einmal kenne!
  • 15.06.2017, 18:38 Uhr
  • 2
Für mein Dafürhalten sind Spötter die bedauernswertesten Menschen der Erde. Sie kommen noch vor dem...
  • 16.06.2017, 13:16 Uhr
  • 0
Ich denke mir es ist genau anders herum. Menschen die an einen Gott glauben sind bedauernswerte Menschen. Sie leben in einer Traumwelt. Sie haben den Kontakt zur Realität verloren.
  • 16.06.2017, 13:38 Uhr
  • 4
Richtig Werner, das Problem liegt einzig bei denen, die aufgrund von Indoktrination fest an das glauben müssen, wofür es keinerlei reale Anhaltspunkte gibt.

Ein Atheist oder Agnostiker dagegen ist frei. Er kann in Ruhe abwarten, ob sich da vielleicht wirklich irgend etwas ergibt, ob sich irgendwann einmal so ein Gotteswichtel zeigt!

Aber die modernen Christen haben noch Glück im Unglück! Wären die in einem anderen Teil der Welt geboren, müssten sie sich für ihren eingebildeten Gott womöglich noch empfindliche Teile ihres Körpers abschneiden lassen.

Die Aufklärung hat größtenteils stattgefunden, aber es wurde noch lange nicht genug getan! Wenn ich durch meinen Spott einen kleinen Teil beitragen kann, dann tue ich das gerne. Wenn es nichts bringt, auch nicht schlimm, solange es mir Spaß macht!
  • 17.06.2017, 12:56 Uhr
  • 2
Was du versuchen solltest, Alfred, ist zu differenzieren.
Es gibt Christen, die haben mit Kirche etc. gar nichts mehr zu tun. Die indische Philosophie geht von einer geistigen Energie aus, die das gesamte Universum durchdringt. Das kann man den Lebens-Impuls nennen.
Wieso l e b t etwas?
Wieso kann Leben nicht hergestellt werden? Wieso ist es immer noch ein Geheimnis?

Für mich ist Gott = Leben = Bewusstsein = Seele, und wir tragen alle ein ETWAS davon in uns, sonst würde es uns gar nicht geben.

Was wir daraus machen, ist unsere Sache ganz und gar allein.
Die Naturgesetze regeln den Rest. Was gesät wird, wird geerntet.
  • 25.06.2017, 10:56 Uhr
  • 0
Wow! Zitat: "Was gesät wird, wird geerntet" - Weisheit pur. Und es gibt dann noch den alten Spruch: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten"! In diesem Sinne...
  • 26.06.2017, 16:17 Uhr
  • 1
Werner, dem kann ich sinngemäß zustimmen: "Sie leben in einer Traumwelt. Sie haben den Kontakt zur Realität verloren." - Es stimmt, wir Gotteskinder sind in dieser Welt, aber nicht von dieser... Daher haben wir den Kontakt zur Realität, der gefallenen Schöpfung, der 4.0 Generation verloren. Gott sei dafür die Ehre allein.
  • 26.06.2017, 16:22 Uhr
  • 1
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Götter, gleich welcher Provenience waren zu entsprechenden Zeiten eine logische und auch notwendige Erfindung der Menschen.
Zusammenhänge zu erahnen, aber Causalitäten nicht erklären zu können, ist genau jener Humus in dem Götter entstehen.
So hatten Götter viele Häuser, aus denen sie die Wissenschaften langsam aber nachhaltig vertrieben haben.
Die erahnbare, völlige Heimatlosigkeit der Götter in einer wissenschaftlich zu Ende erklärten Welt ist absehbar.
Nicht göttlich aber doch fast genial ist daher jener Schlenker des göttlichen Bodenpersonals, den der evangelische Theologe Paul Tillich in seinem Werk "Systematische Theologie" beschreibt.
Der Wechsel von der apologetischen zur kerygmatischen Theologie, der Göttern die Möglichkeit eröffnet, frei von der Verpflichtung, Wunder zu bewirken und unerklärliches zu bewerkstelligen, doch ihr Dasein zu behaupten, einfach aus der Unbeweisbarkeit heraus.

Kurz: Niemand muss heute noch an Götter glauben, weil das Leben zu viele Unerklärlichkeiten bietet.
Aber, wer glauben möchte, der kann das tun.
  • 12.06.2017, 18:26 Uhr
  • 9
  • 19.06.2017, 14:01 Uhr
  • 0
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Er hat nichts zu verlangen, er kann sich höchstens etwas wünschen.
  • 12.06.2017, 17:55 Uhr
  • 0
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Sorry aber was du da schreibst ist absoluter Humbug. Man muss nicht an einen Gott glauben.
Aber der Mensch ist ja nicht so einfach vom Himmel gefallen. Es gibt eine höhere Instanz , wie man die auch immer nennen mag. Göttlich ist alles, die Natur in all ihren Facetten und wir Menschen.
Auch wenn es darunter sehr viele "Gottlose" gibt . Es git im übrigen heute im ARD 22:45 eine Sendung: "Land ohne Glauben" ,das sollten sich einige mal anschauen. Ich guck mir das auch an..
  • 12.06.2017, 17:55 Uhr
  • 2
Oberbaumeister des Alls, nennen " ES " die Freimaurer. Damit ist die allumfassende Schöpfingsenergie des Alls beschrieben. Darin liegt sehr viel Freiheit, denn Religion ist kein Diskussionsthema.
  • 19.06.2017, 14:07 Uhr
  • 2
Religion ist kein Diskussionsthema ? Wie komnst du darauf?
Das ist doch ein großes Thema. Gerade in der heutigen Zeit.
  • 24.06.2017, 09:37 Uhr
  • 0
Werner? Ich schrieb von FREIMAURERN, da ist Religion kein Diskusiionsthema, weil jeder seine eigene Einstellung dazu hat und auch so akzeptiert wird! Bitte lesen was ich schrieb und nicht was Du lesen willst
  • 24.06.2017, 14:54 Uhr
  • 1
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Ich persönlich finde, an einem Gott glauben oder nicht ist jedem sein eigen Ding.
Es mag für viele Christen beruhigend sein an einen Gott zu glauben, seine eigenen Verantwortung abzugeben. Aber auch wenn ein geliebter Mensch verstirbt, seinen Trost darin finden. Alles legitim.
Für mich persönlich, glaube ich an mich, denn das ist für mich das Göttliche. Denn das Göttliche entdecke ich überall, in jedem anderen Menschen, Tieren und Pflanzen, unserem Planeten und dem Universum. Und damit meine ich nicht!!! an ein übergestellten Wesen mit dem Namen Gott oder wie auch immer es genannt wird.
Das Göttliche, was ich meine ist die Einzigartigkeit, das in allem besteht.
  • 12.06.2017, 11:02 Uhr
  • 3
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