In der Altersgruppe 50+ muss jeder Dritte damit rechnen, einmal an Gürtelros ...
In der Altersgruppe 50+ muss jeder Dritte damit rechnen, einmal an Gürtelrose zu erkranken

Jeder Dritte bekommt Gürtelrose: JETZT gibt es den Schutz für alle über 50

News Team
Beitrag von News Team

Wer schon mal Gürtelrose hatte, weiß – auf diese Erfahrung hätte er gerne verzichtet. Denn die Schmerzen können massiv sein und oft sogar Monate danach noch bestehen. Eine neue Impfung kann jetzt vor Gürtelrose und diesen Folgen schützen.

Zuerst waren da nur eine maßlose Müdigkeit und Erschöpfung. Zusätzlich spürte Sabine W. (Name geändert, der Redaktion bekannt) stechende Schmerzen im rechten Bauch, etwa auf der Höhe der Leber und Galle. Weil Sabine manchmal Probleme mit der Galle hatte, dachte sie zuerst, die Schmerzen kommen davon. Dann bemerkte sie beim Duschen kleine, rote Punkte und Bläschen auf der Haut, dort wo auch die Schmerzen auftraten.

Gürtelrose wird von Windpocken-Viren ausgelöst

Der Hausarzt stellte bereits mit einem Blick die Diagnose: Gürtelrose, medizinisch Herpes Zoster. Er verschrieb ein antivirales Medikament, denn Gürtelrose wird von Viren verursacht, genauer gesagt vom Varizella-Zoster-Virus. Diese Krankheitserreger lösen eigentlich Windpocken aus, verbleiben jedoch nach der überstandenen Infektion im Körper, ziehen sich von der Haut weg über Nervenknoten entlang des Rückenmarks zurück.

Dort ruhen sie als inaktive „Schläfer“. Wenn die Abwehrkräfte mal nicht mehr so gut sind, wie etwa im Alter, werden sie wieder aktiv und wandern die Nervenstränge entlang zurück zur Haut. Es bilden sich die rote Stellen, später Bläschen und die betroffenen Nerven schmerzen stark.

Gefährliche Komplikationen bei Herpes Zoster

Bei Sabine schlug das Medikament zwar gut an, die Bläschen heilten rasch ab. Doch die Schmerzen blieben. Sie musste noch monatelang starke Schmerzmittel einnehmen, konnte kaum schlafen und war nicht belastbar. Die Gürtelrose hatte bei ihr zu einer postzosterischen Neuralgie (Post-Zoster-Neuralgie, PZN) geführt. Fünf bis 30 Prozent der an Herpes Zoster Erkrankten müssen mit dieser Komplikation rechnen.

In der Altersgruppe 50+ muss jeder Dritte damit rechnen, einmal an Gürtelrose zu erkranken
In der Altersgruppe 50+ muss jeder Dritte damit rechnen, einmal an Gürtelrose zu erkranken

Doch das ist nicht das einzige Risiko bei Gürtelrose: Tritt sie im Gesicht oder den Augen auf, kann im schlimmsten Fall Erblindung drohen. Bei ausgeprägter Immunschwäche besteht das Risiko, dass Gürtelrose auch großflächig wird – mit entsprechender Belastung durch extreme Schmerzen.

Die neue Impfung gegen Gürtelrose speziell für Senioren

Etwa jeder Dritte erkrankt im Laufe seines Leben an Gürtelrose. Davon sind zwei Drittel über 50 Jahre alt. Eine Impfung wäre also sinnvoll. Das besondere Problem daran: Weil mit zunehmenden Jahren die Immunantwort nicht mehr so ausgeprägt ist, wirken Impfungen oft nicht ganz ausreichend. Ein neuer Impfstoff gegen Gürtelrose wurde jedoch speziell für ältere Menschen entwickelt. Das Serum enthält einen Teil aus der Oberflächenstruktur des Virus und zusätzlich einen Wirkverstärker, damit die Impfung auch bei einem weniger schlagfähigen Immunsystem erfolgreich ist.

Gürtelrose: Jetzt gibt es eine Impfung speziell für über 50-Jährige
FotoliaGürtelrose: Jetzt gibt es eine Impfung speziell für über 50-Jährige

Übrigens soll sich die neue Impfung auch für Patienten eignen, die Immunsuppressiva einnehmen müssen. Diese Dämpfung des Immunsystems ist manchmal wichtig bei Rheuma, Schuppenflechte und Multipler Sklerose.

Der Impfstoff zeigte sich in Studien als wirksamer Schutz vor Herpes Zoster, sogar bei über-80-Jährigen. Die Impfung reduzierte das Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken um bis zu 97 Prozent, das einer Post-Zoster-Neuralgie um knapp 90 Prozent. Der Impfstoff wurde jetzt in Europa zugelassen zur Prävention von Gürtelrose und deren Komplikationen wie Post-Zoster-Neuralgie.

Wie geimpft wird: Die Injektion erfolgt intramuskulär, also in den Oberarm und wird nach zwei bis sechs Monaten wiederholt.

Bei Krankenkasse informieren

Nebenwirkungen können zwar auftreten, verschwinden jedoch meist nach ein bis drei Tagen wieder. Möglich sind: Reaktionen an der Einstichstelle, etwa Rötung, Schwellung Schmerzen, sowie allgemeine Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen.

Die Injektion erfolgt intramuskulär und wird nach zwei bis sechs Monaten wiederholt
FotoliaDie Injektion erfolgt intramuskulär und wird nach zwei bis sechs Monaten wiederholt

Die Krankenkassen haben die neue Impfung gegen Gürtelrose noch nicht in ihren Leistungskatalog aufgenommen, manche zahlen sie jedoch. Rufen Sie deshalb einfach bei Ihrer Krankenkasse an, wenn Sie sich impfen lassen möchten. Ansprechpartner für die Impfung gegen Gürtelrose ist der Hausarzt.

Mehr zum Thema