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Genfer Automobilsalon: Die Mobilität kennt keine Grenzen

Genfer Automobilsalon: Die Mobilität kennt keine Grenzen

Wolfgang Stegers
10.03.2017, 12:42 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Vor lauter Ärger ging das HB-Männchen in die Luft und rauchte eine. Bei manchen Autos müssen die Designer etwas geraucht haben, um solche Autos auf die Räder zu stellen. Ein Exponat aber ist der reinste Wahnsinn.

Der Autosalon von Genf ist immer auch das Treffen der Tuner, Veredler und hochkarätiger Kleinserienhersteller. Luxus pur. Automobile vom feinsten sowie Sportwagen, die keine Grenzen kennen. „No limits“ - bei exotischen Materialien und Formen, bei vierstelligen PS-Zahlen und siebenstelligen Preisen. Eine eigene Märchenwelt.

Prahlerei trifft auf Paradies

Diese Prahlerei kommt dem Betrachter dann ganz gestrig vor, betritt er den Stand von Airbus und Italdesign. Hier erlebt er den Traum der Mobilität der Zukunft. Ein Paradies - und gleichzeitig ist es auch eine Reise in die Vergangenheit. Damals, als in Zeitschriften und Comics bunt ausgemalte Zukunftsvisionen fliegende Autos zeigten. Sie kurvten durch den Wald der Wolkenkratzer. Wie sich die Forscher die Mobilität vorstellen, zeigt das Video - einfach anklicken und sich überraschen lassen.

Die Invasion der Drohnen

50 Jahre später sind es animierte Computerfilmen, in denen Drohnen als fliegende Arbeitsbienen Gondeln durch die Lüfte tragen, auf elektrische Fahrgestelle setzen, die dann auf Straßen zu ihrem Ziel rollen. Oder es wird die Haltestelle der superschnellen Expressbahn angesteuert, um die nächste Stadt anzusteuern. Derweil fliegt die Drohne zum nächsten Einsatz, während es sich der Passagier in seiner Gondel bequem macht.

VW-Tochter Italdesign landet Messe-Scoop

Schon am Mittag des ersten Messetages wurde an den Ständen der Autohersteller über dieses gemeinsame Mobilitätskonzept von Airbus und Italdesign geraunt. Im Schlepptau ihrer Vorstandskollegen ließen es sich die Bosse nicht nehmen, dieses Projekt namens „Pop.up“ zu bestaunen. Oder: die städtische Mobilität steigt auf in die dritte Dimension. Sie nutzt den Luftraum, fliegt über Staus und Stillstand hinweg. Einfach WOW.

VW-„Sedric“ bleibt bodenständig

Am Abend vor der Messeeröffnung am Genfer See hatte Volkswagen noch sein Konzeptauto „Sedric“ vorgestellt, um die individuelle Mobilität neu zu erfinden. Das am Tiefer See in Babelsberg unter Leitung von Johann Jungwirth erdachte Self-Driving-Car bewegt sich autonom auf den Straßen der Großstadt. Es fungiert als chauffeurloses Taxi ebenso wie als eigenes oder geteiltes Mobil. Der rollende Diener erfüllt die Wünsche seiner Herrschaft und sicher kann er auch zum Brötchenholen geschickt werden.

All dies ist auch kein Problem für „Pop.up“. Nur beschränkt er sich nicht allein auf die Straße. Es hebt ab.

Die hochfliegenden Träume kommen von Airbus, dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern, und der Auditochter „Italdesign Giugiaro“. Zum ersten Mal erarbeiten die Aerospace- und Automobilindustrie eine gemeinsame Vision einer grenzenlosen Mobilität auf Straßen, Schienen und in der Luft. Dafür wurden drei Module ersonnen, die diese Dimensionen „bespielen“. Zentraler Baustein ist „Capsula“, die Passagierzelle. Es ist ein wohnlich ausgestatteter Container, der mit den beiden anderen Modulen gekoppelt werden kann.

Alles fährt, alles fliegt elektrisch

Da ist die Plattform auf Rädern, im besten Wortsinn das Fahrgestell mit Rädern, ferner die Batterien sowie der Elektromotor. All dies ist bespickt mit künstlicher Intelligenz , um die gewünschten Transportaufgaben zu erfüllen – etwa um autonom zum Drohnenport zu fahren.

Dort angekommen, wird auf einem Stellplatz geparkt. Gleichzeitig nähert sich schon die Lastdrohne. Sie schwebt über der Kapsel. Greifarme klinken sich ein, heben sie auf und der Verbund fliegt zur nächsten Zieletappe. Derweil werden die Batterien des Fahrgestells kontaktlos geladen mit Strom betankt. Die nächste einfliegende Capsula kann einfliegen und aufgenommen werden.

Intelligente Kiste auf Rädern und in der Luft

Sie gibt als Fahrziel den Verladebahnhof des High-Speed-Train „Hyperloop“ an, um die 600-Kilometer-Reise zur nächsten Metropole anzutreten. Und wir, die Reisenden verlassen unsere Hochtechnologiekapsel nicht. Unser Wohnzimmer ist immer dabei.

Die Planer denken an eine 2,6 Meter lange, 1,4 Meter hohe und 1,5 m breite Kabine. Sie verwandelt sich durch andocken an ein Basismodul in ein batteriebetriebenes Stadtauto. Die Drohne mit den acht gegenläufigen Rotoren, ist ein 5 mal 4,4 Meter großes Luftmodul, das elektrisch und autonom von A nach B fliegen kann.

Von Jules Verne lernen

Der pure Wahnsinn? Die Vision steht, die animierten Computerfilme erscheinen so wirklichkeitsnah, dass dieser Traum einfach in Erfüllung geht. Gehen muss. Den Pessimisten sei jetzt die Lektüre von Jules Verne empfohlen. Da können sie checken, was von seinen Ideen und Visionen heute alltägliche Wirklichkeit ist. Ich glaube an die Drohne... Ob ich aber auch es erleben werde, in der Capsula fliegen zu können?

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