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Porsche 911: ein Mythos, der sich millionenfach verkauft

Porsche 911: ein Mythos, der sich millionenfach verkauft

Wolfgang Stegers
12.05.2017, 15:17 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Der Elfer von Porsche ist nicht nur Autoquartett wie Ferrari, Lamborghini oder Koenigsegg. Die Sportwagen aus Zuffenhausen sind auch: Haben-können. Haben-wollen. Wo ist das Besondere, das Exquisite bei einem Sportwagen, der sich eine Millionen Mal verkaufte und weiterhin quicklebendig ist? Geht denn das?

Das Herz eines Boxers

Wer heute Porsche sagt, meint den Porsche 911 und die Firma, Cayenne, Macan, Panamera - alles Porsche? Das Label mussten die Marketingexperten aus Zuffenhausen erst aufs Heck kleben, damit nicht nur den Chinesen klar wurde, auch sie fahren einen Porsche. Es ist nicht nur der Elfer allein, der ein Porsche ist. Der Typ 911, als Name aus der Not geboren, weil Peugeot sich die Neun-Nuller-Reihe gesichert hatte. Ursprünglich sollte der Wagen Porsche 901 heißen. aber dann schnell die Null gegen die 1 ersetzt und getauft war der Wagen. So pragmatisch und schnell ging das früher.

Vom Elfer 901 zum 992

Der Elfer mit dem Motor im Heck erfreut sich im 54. Jahr allerbester Gesundheit und schaut optimistisch nach vorn - auch wen sich die Zeiten dramatisch geändert haben und eine Hybridisierung beim Nachfolger des aktuellen 991 als 992 unausweichlich scheint. Das Herz des Boxers schlägt – stärker denn je. Turbobefeuert. Und es rast mit über 9000 Umdrehungen in der Minute im Elfer. Ja, im alten wie neuem Porsche 911. Herzrasen oder Hochdruck bekommen weniger die Maschine als viel mehr ihre Piloten zu spüren. Der Porsche ist wie der Käfer, unkapputbar und ewig jung.

700 000 Elfer rollen noch

Viele Generationen von nine-eleven reihen sich im Automuseum. Aber nicht nur dort, auch auf den Straßen ist der alltagstaugliche Rennwagen in nahezu allen Varianten und Jahrgängen zu sehen – bei Oldtimerausfahrten sowieso. Über 70 Prozent der je gebauten Elfer sind heute noch fahrbereit. Also 700 000 könnten auf den Straßen rollen – wenn viele der alten Elfer nicht in den Museen von sportlichen Erfolgen, Glanz und Glorie der Sportwagenikone sprächen.

Win on Sunday, sale on Monday

Sein Mythos speist sich auch aus unzähligen Erfolgen im Motorsport. Für die Straße und die Rennstrecke – kein anderer Sportwagen verkörpert dieses Erfolgsrezept wie der 911. Über die Hälfte der 30.000 Rennsiege von Porsche gehen auf das Konto des Elfer. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass auch sein Vorgänger, der 356, und andere Modelle, sehr erfolgreich waren. Legendär sind die Erfolge bei Langstreckenrennen wie den 24 Stunden von Le Mans. Porsche 911 bedeutet aber auch Kundenrennsport rund um den Globus. Enthusiasten beteiligen sich an den unterschiedlichsten Rennserien. Mit keinem anderen Sportwagen kann man am Wochenende auf eigener Achse zum Rennen fahren und am Montag wieder zum Job. „Win on Sunday sale on Monday“.

Geringe Stückzahl hohe Begehrlichkeit

In der langen Ahnen des Elfer haben sich Kenner, Liebhaber und Möchtis darauf eingeschossen, dass das so genannte G-Modell als Ur-Elfer das Nonplusultra ist, der erste Targa mit dem aktuellen „Retro“-Targa 991 einen so nie erwarteten Boom erlebt, dass der 993, der letzte Luftgekühlte, nicht mehr zu toppen seit, während der darauf folgende 996, als ungeliebter „Spiegeleier-Porsche“, verachtet, jetzt Boden gut macht. Die Turbos sind genau so speziell wie die GT-Fahrzeuge. Generell gilt, je geringer die Auflage einer bestimmten Modellvariante ist, umso höher die Wertsteigerung. Bestes Beispiel der 964 Speedster mit schmalem Heck und letztem Produktionsmonat samt Turbospiegeln. Der 911 R, Jahrgang 2017, fährt in dieser Spur.

King und Ikone

Wenn auch Ferry Porsche in weiser Prophezeiung vorhersagte, dass das letzte Automobil ein Sportwagen sein wird, weil als Hobby benutzt, wie Reitpferde oder Segelyachten, so haben sich beim Sportwagenhersteller Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen die Gewichte vorschoben. Die stolze kleine Marke, mit der Intelligenz eines David, ist nun Teil des Goliaths namens Volkswagen geworden. Mehr noch, mit den SUVs, Cayenne und Macan, mutierte die Marke mit dem springenden schwarzen Ross im Stuttgarter Wappen zum Geländewagenhersteller. Trotz der Million gebauten Elfer bleibt der 911 Ikone und King in der Sportwagennische.

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